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10.07.1998 - 

Schlechte Zeiten für Hersteller

Drastische Einbrüche im weltweiten Chipmarkt

Am Mittwoch vergangener Woche gab die Semiconductor Industry Association (SIA) bekannt, daß die weltweiten Verkäufe im Mai um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,99 Milliarden Dollar gefallen sind. Das ist der niedrigste Umsatz seit Februar 1995.

Deswegen erwartet die SIA für das laufende Kalenderjahr insgesamt einen Rückgang um 1,8 Prozent; sie mußte damit ihre Prognose vom Herbst 1997 (17 Prozent Wachstum) erheblich nach unten korrigieren. Die Marktforschungsinstitute Pathfinder Research Inc. und VLSI Research Inc. prognostizieren für 1998 Umsatzeinbußen von zehn Prozent, einige Analysten erwarten sogar bis zum Jahr 2000 kein Wachstum.

Viele Firmen aus dem Silicon Valley haben Entlassungen beziehungsweise schlechte Ergebnisse angekündigt. Darunter sind Branchengrößen wie National Semiconductor Corp. (Natsemi), Atmel Corp., Cypress Semiconductor Corp. sowie Seeq Technology Inc.; mit betroffen sind auch deren Maschinenbauer wie Applied Materials Inc., Lam Research Corp., Novellus Corp. und die KLA-Tencor Corp. Selbst Branchenprimus Intel bleibt von dem Debakel nicht verschont. Die Company von CEO Craig Barrett hat bereits ein Quartal mit Nullwachstum und sinkenden Margen angekündigt.

Vor allem die steigende Nachfrage nach preiswerten Rechnern hat bei den Herstellern Überbestände erzeugt und sie gezwungen, diese Produkte zu Dumping-Preisen zu verschleudern. Verschärft wird die Lage zusätzlich dadurch, daß auch Taiwan massiv in den Markt drängt.

George Burns, Analyst bei Strategic Marketing Associates in Santa Cruz, schätzt, daß deswegen in den vergangenen neun Monaten rund 25 Milliarden Dollar bei neuen Fertigungsstätten und Ausrüstung eingespart wurden. Lediglich 35 Milliarden Dollar investieren die Anbieter heuer seiner Prognose nach (1997: 41 Milliarden Dollar). Die Koreaner sparen dabei mit 57 Prozent am stärksten ein, gefolgt von Japan mit 23 Prozent, den USA mit elf sowie Taiwan mit vier Prozent.

Im Gegensatz zum Preisverfall bei Speicherbausteinen im vergangenen Jahr sind dieses Mal die US-Hersteller stärker betroffen. Unter dem Druck der taiwanischen Preisoffensive sind DRAMs, die zu Beginn des Jahres drei Dollar kosteten, mittlerweile für unter zwei Dollar erhältlich. Bei geschätzten Produktionskosten von 2,50 Dollar je Chip könnten einige Hersteller leicht fünf Millionen Dollar Minus in einer Woche einfahren, fürchtet Dan Hutcheson, President bei VLSI. Weitere Folge: Verschiedene Hersteller weichen auf andere Produktionsbereiche aus, etwa Flash-Speicher, und sorgen auch dort für einen Preisverfall. Davon sind vor allem die bislang in diesem Segment dominierenden Anbieter Intel, Atmel und Advanced Micro Devices (AMD) betroffen.