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12.08.1994

Drei deutsche Anbieter von DOS 7 geschnappt Novell macht nun mobil gegen die illegalen Softwarekopierer

MUENCHEN (ade) - Nach Microsoft wetzt nun auch Novell die Saebel, um professionellen Softwarekopierern das Handwerk zu legen. Erste Erfolge konnte der Netware-Anbieter jetzt verbuchen. Drei deutsche Unternehmen haben das Engagement der Company aus Provo bereits zu spueren bekommen.

Nach Microsoft geht nun auch Novell vehement gegen die Machenschaften illegaler Softwarekopierer vor. "Wir werden unter anderem Namen DOS 7 sowie Netware von verschiedenen Anbietern kaufen", schildert Martin Smith, Licensing Manager Europe, Africa and Middle East bei Novell, die Taktik gegen die schwarzen Schafe der Softwarebranche. Nach Angaben von Smith konzentriert sich Novell derzeit speziell auf den deutschen Markt. Zwar zaehle die Bundesrepublik nicht zu den europaeischen Laendern mit den meisten Raubkopierern; aufgrund der florierenden Applikationsverkaeufe sei der Verlust hierzulande jedoch am groessten. Smith: "57 Prozent aller 1993 in Deutschland verkauften Pakete waren illegal." Alleine fuer Deutschland beziffert Smith die Einkommensverluste aufgrund des Programmklaus exklusive der Betriebssysteme auf fast 1,6 Milliarden Dollar. Erste Hausdurchsuchungen und Schadensersatzklagen konnte der Netware-Anbieter bereits erwirken. Smith zufolge habe Novell kuerzlich drei Softwarepiraten auf frischer Tat ertappt. "Wir haben ein Verfahren gegen die Ismaninger Pegasys Softwarevertriebs GmbH eingeleitet. Der Importeur bekam seine Ware aus Taiwan", erklaert Smith. Waehrend diese DOS-Faelschungen relativ einfach zu identifizieren seien - saemtliche Ausfuehrungen besitzen die Seriennummer DOSC-5475-011183 und wurden mit qualitativ schlechten Handbuechern ausgeliefert - habe die Netzwerk-Company in einem anderen Fall "einen ganzen Tag benoetigt, um eine Faelschung festzustellen". Dabei handele es sich um die Ware der Raptor Vertriebsgesellschaft mbH aus Muenchen. "Das ist eine exzellente Kopie", sorgt sich Smith. Endanwender koennten dieses Plagiat kaum erkennen. "Wir haben zwischen 6000 bis 7000 dieser Produkte als Faelschung indentifiziert".

Auf dem Schiffsweg aus Peking kam die dritte Lieferung der Raubkopien von DOS 7, die zunaechst hollaendischen Zollbeamten spanisch vorgekommen war. "Ueber 4000 der gefaelschten Pakete konnten sichergestellt werden", konstatiert der Novell-Manager. Ungeklaert sei jedoch, wie viele Kopien noch in China liegen. Gegen den deutschen Importeur, dessen Namen Smith vorerst nicht nennen wollte, werde demnaechst gerichtlich vorgegangen.

Benutzern von DOS-7-Releases macht Novell ein Tauschangebot: "Saemtliche Anwender, die glauben, illegale Kopien zu besitzen, bekommen von uns ein kostenloses Original", verspricht Smith. Die eindeutige Identifikation sei ueber den Preis moeglich. Ein Original der DOS-Version koste in Deutschland zwischen 60 und 69 Mark. Die illegalen Kopien jedoch wuerden fuer 20 bis 25 Mark angeboten, erklaert Smith. "Ein Paket des Betriebssystems, das billiger als 45 Mark ist, ist wahrscheinlich eine Raubkopie."

Verluste durch Raubkopien im Jahr 1993 (geschaetzt):

Land/ Verluste in Dollar

USA/2 253 286 870; Japan/1 960 997 918; Deutschland/1 584 104 466;

Frankreich/833 139 911; Korea/646 020 500; China/595 881 900;

Grossbrit./492 121 350; Spanien/332 500 635; Brasilien/330 628 049

Kanada/234 074 074; Holland/215 867 250; Polen/215 700 000.

Quelle: Business Software Alliance (BSA)