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07.09.1984 - 

Technik-Embargo in voller Blüte:

Drei deutsche Firmen in Verdacht

DENVER (lo) - Drei deutsche Unternehmensleitungen fielen jetzt aus allen Wolken: Sie sind der illegalen Ausfuhr elektronischer Geräte aus den USA angeklagt. Von der Anklageschrift, die sich vermutlich auf Vorgänge aus dem vergangenen Jahr bezieht, erfuhren sie erst durch die Recherchen der COMPUTERWOCHE. Übereinstimmend bezeichnen sie die Vorwürfe als ungerechtfertigt. Einer der Verdächtigten macht "überhaupt keine Geschäfte mit dem Ostblock", der zweite liefert keine neue Technik oder "Techno-Know-how".

Die in Verdacht stehende Firma Optimation GmbH in München, Lieferant von Laser- und analytischen Meßgeräten, unterhält zwar Handelsverbindungen mit dem Ostblock, nicht aber die ebenfalls verdächtige Münchener Sciencecare GmbH, kapitalmäßig mit der Optimation verbunden. Die Helling KG in Hamburg treibt schon seit "100 Jahren" Osthandel, derzeit mit Produkten für die störungsfreie Werkstoffprüfung auf der Basis herkömmlicher Technik.

Die drei deutschen Firmen besitzen allerdings einen gemeinsamen Verknüpfungspunkt in den USA. Sie handelten mit der International Consulting Group. Diese Gesellschaft wurde bereits wegen versuchten illegalen Exports technischer Ausrüstung verurteilt, eine Tatsache, die die deutschen Firmen nicht berührte, hatten sie doch nach eigenen Angaben mit "dieser Geschichte" nichts zu tun. Das amerikanische Unternehmen verstrickte sich bei während der Affäre im letzten Jahr in falsche Behauptungen über Lieferumfang und technische Wertigkeit der Produkte, die nach Deutschland gingen. Eine Gegendarstellung der deutschen Seite in der Tagespresse klärte die Position. Wie die Optimation-Leitung sagte, wäre der Geschäftsführer der amerikanischen Firma Norman Cumerford "von der Bildfläche verschwunden". Im Zuge polizeilicher Ermittlungen sei man jetzt wahrscheinlich auch auf Lieferunterlagen über Laserausrüstungen gestoßen. Diese seien 1983 mit einer Ausfuhrgenehmigung des Bundesastes für Gewerbliche Wirtschaft in die UdSSR gegangen.

Die Helling KG, die "auf dem Gebiet der konventionellen Technik mit den Amerikanern in Konkurrenz steht", kommentiert Vergangenes: "Die Lieferung bestand im Grunde nur aus Ersatzteilen. An einem Weitertransport gen Osten war nicht gedacht". Sie beantragte im Dezember 1983 eine Zollaußenprüfung, um sich von dem Verdacht illegitimen Handels zu befreien. Das Ergebnis war ein eindeutiger "Negativbescheid". Ratlosigkeit herrscht bei den angeschlossenen deutschen Firmen. "Uns ist nicht bekannt, wo die Information herkommt, auch das amerikanische Konsulat kann oder darf nichts sagen", rätseln die Münchner. "Keine Ahnung, was da gespielt wird" bestätigen die Hamburger.