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25.02.1994

Dreiteiliger Chipsatz geht nicht an Compaq und IBM Drei Dinge braucht ein Notebook: Ein CPU-Set von Texas Instruments

MUENCHEN (wm) - Texas Instruments (TI) wird im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres den Chipsatz "Rio Grande" ausliefern. Aus den drei Bausteinen laesst sich ein fast kompletter Notebook mit 486-CPU, PCI- und PCMCIA-Bus bauen.

Geringes Gewicht und langlebige Batterien stehen auf dem Wunschzettel von Notebook-Besitzern, aber auch hohe Rechenleistung und hochaufloesende Bildschirme. Diese Wuensche will TI erfuellen:

- Die Rio-Grande-Chips ersetzen sechs oder mehr Bausteine, die bisher noetig waren, um dieselben Aufgaben zu erfuellen. Damit beansprucht die Hautplatine weniger Platz; der Stromverbrauch sinkt.

- Um die Batterien eines Notebooks noch weiter zu entlasten, arbeiten alle TI-Chips auch mit 3,3 Volt Spannung. Wird das Notebook laengere Zeit nicht benutzt, dann trennt ein Schalter die CPU vom Taktgeber - der Stromverbrauch sinkt auf nahezu Null Watt.

- Dabei soll die Rechenleistung aber nicht zu kurz kommen. Der Prozessorbaustein vertraegt Taktfrequenzen bis zu 66 Megahertz und kann auch den Arbeitsspeicher mit dieser Geschwindigkeit ansprechen. Zwar fehlt ein mathematischer Koprozessor, der sich jedoch nachtraeglich einbauen laesst.

- Ob diese Leistung auch auf dem Bildschirm sichtbar wird, haengt vom Notebook-Hersteller ab. Rio Grande umfasst keinen Videocontroller. Der rasche Datenaustausch zwischen Prozessor und Controller ist aber sichergestellt: Der PCI-Bus uebertraegt maximal 132 MB Daten pro Sekunde.

Die Rio-Grande-Chips muessen sich gegen Intels neue DX4-Prozessoren behaupten, die intern mit einer Taktfrequenz von 75 Megahertz arbeiten; demnaechst sogar mit 90 Megahertz (vergleiche CW Nummer 7 vom 18. Februar 1994, Seite 10).

Leon Adams, Marketing-Manager bei TI, laesst seine Erwartungen deshalb auch nicht in den Himmel wachsen: "Intels DX4 werden wahrscheinlich in tragbaren Hochleistungsrechnern eingesetzt. Rio- Grande-Chips werden dagegen eher die Basis fuer Standard- und Subnotebooks bilden. Unser Ziel war es, Notebooks mit dem schnellen PCI-Bus auszustatten."

Ob einige Rechnerhersteller TI-Kunden werden, haengt sicher auch vom Preis der Chips ab, der niedriger als beim DX4-Chip sein soll. Doch der Preis alleine ist es nicht. Compaq hat sich mit dem Subnotebook "Contura Aero" erst vor einigen Wochen auf einen Intel-486SX-Prozessor festgelegt, wobei Chips von VLSI den Kontakt zur Peripherie herstellen. IBM fertigt Prozessoren und andere Bausteine fuer die Thinkpad-Rechner in Eigenproduktion. Selbst von TIs Notebook-Abteilung fehlt zur Zeit noch eine klare Zusage.