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07.10.1994

Dresdens DV-Messe zielt auf die heimischen Anwender

Zwei Wochen nach der Leipziger BIK oeffnete auch dieses Jahr wieder die Comtec - Fachausstellung fuer Computer und Technologie in Dresden ihre Tore. Das gemischte Angebot von Shareware bis hin zur Netzwerkloesung lockte etwa 10000 Besucher aus dem regionalen Umfeld in die alten Messezelte auf dem ehemaligen Fucikplatz. Vielleicht waren wir nur der Zeit voraus", sinniert Roland Zwerenz, Geschaeftsfuehrer des Messeveranstalters Ortec, und begruendet damit das Scheitern seiner Idee von einem "Netzwerk regionaler Fachausstellungen". Nach der ersten Comtec, die 1991 in Dresden startete, wollte der diplomierte Physiker ein "kybernetisches Zusammenwirken von Handel, Herstellern, Verbaenden und Verwaltung auf regionaler und internationaler Ebene" erreichen. Nur ein Wunschtraum, wie sich spaeter herausstellte: Nach einigen Veranstaltungen in Rostock, Jena, Magdeburg und Halle brach das Messekonzept wegen "Meinungsverschiedenheiten mit den kommunalen Partnern" zusammen. Uebriggeblieben ist der Dresdner Treff, von dem die Initiatoren behaupten, dass man "von jeher nur regionale Ansprueche bedienen" wollte. Ganz im Gegenteil zu der Erfurter Com und Leipziger BIK, wo man anfangs geglaubt habe, allen ostdeutschen DV-Anwender etwas bieten zu koennen. Laut Zwerenz soll die Comtec "nicht verwaessern". Man will eine "saubere Fachausstellung machen". Allerdings erweckte die diesjaehrige Messe, die vom 15. bis 18. September wieder in den maroden Zelten am heutigen Strassburger Platz stattfand, noch nicht diesen Eindruck. Vom Shareware-Anbieter ueber den Computershop und PC-Haendler bis hin zum groesseren Systemhaus reichte die sehr bunte Reihe der etwa 170 Aussteller. Unter dem Motto "Buero und Markt" hatte man unter der Comtec-Flagge die "Fachausstellung fuer Buero und Dienstleistungen in der Wirtschaft" plaziert. Knapp 40 Hersteller informierten in einem extra Messezelt ueber gruene Arbeitsplaetze und deren Beleuchtung, das Montieren von Moebeln sowie ueber den Service bei Kopiergeraeten. Auch fuer Beratung und Schulung fand sich in diesem Sammelsurium ein Stand. Kuenftig sollen auf der Comtec jedoch auch andere Schwerpunkte zu ihrem Recht kommen, verspricht der Veranstalter. Dafuer seien bereits neue Messehallen geplant. Sollte die Dresdner Region als Mikroelektronik-Zentrum bis zur Comtec im naechsten Jahr den ersehnten Aufschwung genommen haben, waere auch ein "separater technologieorientierter Ausstellungsteil" denkbar, glaubt Zwerenz. Es ist wohl der saechsische Erfindergeist, der immer mehr ostdeutsche Existenzgruender Marktnischen finden laesst, die sich auch in westlichen Gefilden auftun. So hat die Comfuture Computer und Kommunikationssystem GmbH, Dresden, rechtzeitig die Folgen des neuen Pflegeversicherungsgesetzes erkannt und setzt dem kuenftig groesseren Verwaltungsaufwand bei den vielen privaten Pflegediensten ihr unter Windows laufendes PC-Programmpaket "Pflegedienst 2000" entgegen. Laut dem Entwickler wird es in den alten Laendern gut angenommen. "Einfache Bedienung und gute Kundenbetreuung" sei das Rezept. Nach Angaben der Organisatoren wird die Comtec auch in naechster Zeit ein Standort fuer die Praesentation von innovativen Ideen aus der Region sein, und mit dem eher bunt gemischten Konzept, das etwa 10000 Besucher interessierte, habe man "keine schlechteren Karten als andere ostdeutsche DV-Messen". Von Hans Weiss. Der Autor ist freier Journalist in Berlin.