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12.09.1986 - 

Kaum Chancen im Hardwaregeschäft, aber:

Dritte Welt setzt auf SW-Entwicklung

DUBLIN (CWN) - Ihr Engagement im Softwarebereich müssen die Länder der Dritten Welt erheblich verstärken, wenn sie künftig im DV-Geschäft mitreden wollen. Diese Ansicht vertrat Augusto Lagman, Präsident der philippinischen Systems Resources Inc. (SRI) auf einem Kongreß der International Federation for Information Processing (IFIP), der jetzt in Dublin stattfand.

"Der SW-Export aus Ländern der Dritten Welt", fuhr Lagman fort, "wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren entscheidend an Bedeutung gewinnen." Hauptabnehmer seien Kunden in industriell starken Nationen, allen voran die Vereinigten Staaten. So habe SRI beispielsweise kürzlich mit einem nicht näher benannten US-Luftfahrtunternehmen einen Vertrag abgeschlossen, dessen Wert mit einer Million Dollar angegeben wird.

Im Hardwaregeschäft hingegen rechnen sich die Entwicklungsländer weitaus geringere Chancen aus. Nach Worten von Prem Gupta, Vorstandsvorsitzender des indischen Service-Anbieters CMC, kann die Dritte Welt beispielsweise nicht mit den großen Kapitalrücklagen der multinationalen Konzerne konkurrieren. Diese Schwäche lasse sich jedoch auffangen durch Geldanlagen in starken Fremdwährungen, die durch ein verstärktes Engagement im Applikationssoftwarebereich realisierbar seien.

Als Beispiel führte Gupta die Entwicklungsgeschichte seines Unternehmens auf: Die CMC hatte 1978 die Wartungsaktivitäten für die indischen IBM-Kunden übernommen. Zu diesem Zeitpunkt zwangen Regierungsverordnungen den Marktführer zum Rückzug aus dem asiatischen Land; Ziel dieser Government-Strategie war es, einheimischen Organisationen die Kontrolle über die Indien-Niederlassungen ausländischer Hersteller zu geben.

Inzwischen hat die CMC für die indische Bahnverwaltung ein Reservierungssystem entwickelt, das in einer Pilotversion in Dehli zum Einsatz kommt. Wie Gupta versichert, habe nur ein einheimisches Unternehmen dieses Projekt realisieren können: "Für einen europäischen oder amerikanischen Anbieter wäre unser Fahrkartenkonzept viel zu verworren und unübersichtlich - in unserem Land gibt es allein 20 verschiedene Arten von Tickets", versichereder Vorstandsvorsitzende.

Im Software- und Servicegeschäft streben die Inder Gupta zufolge einen Gewinn von 300 Millionen Dollar an; wie alle Staaten der Dritten Welt müßten jedoch auch sie ihre Ressourcen kanalisieren. Trainingsaktivitäten, darin waren sich die IFIP-Delegierten einig, stehen an der Spitze der Prioritätenliste.

Die Vermittlung des Know-how werfe jedoch Probleme auf, da viele Experten aus den Industrienationen nur ungern in ein Entwicklungsland kommen, um dort ihre Kenntnisse weiterzugeben. Umgekehrt habe es sich auch nicht bewährt, eigene Fachleute zur Schulung ins Ausland zu schicken, da diese sich sehr schnell dem höheren Lebensstandard des Westens anpaßten und dann nur schwer zu einer Rückkehr zu bewegen seien.