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16.01.2009

Drogen für zwischendurch

Zwölf Filme gegen Rezensionsdepressionen.

Ist das Leben nicht schön?

(It's A Wonderful Life) Regie: Frank Capra, USA 1946

Wie sähe die Welt aus, wenn es mich nicht gäbe? Und was bleibt von mir, wenn es mich nicht mehr gibt? Existenzielle Fragen, die sterbende Menschen genauso beschäftigen wie solche, die aus Verzweiflung nicht mehr leben möchten. Capra sucht nach Antworten und den wirklichen Werten im Leben - in familiärer, leicht verdaulicher Atmosphäre, ohne kitschig oder pathetisch zu wirken. Der Weihnachtsklassiker schlechthin - ein absolutes Must-See! Wer hier am Ende nicht zu Tränen gerührt ist, hat kein Herz! (sh)

Die Verurteilten

(The Shawshank Redemption) Regie: Frank Darabont, USA 1994

Unschuldig im Knast - ein Alptraum. Der wegen Doppelmordes verurteilte Banker Andry Dufresne verbringt 20 Jahre seines Lebens im Gefängnis - in ständiger Angst vor Mitinsassen und Wachpersonal. Die Stephen-King-Verfilmung macht klar, warum die Freiheit das schönste Geschenk ist und Knastvögel mit ihr irgendwann nicht mehr klarkommen. Der Film zeigt besonders, dass es lohnt, sich über die kleinen Dinge des Alltags zu freuen. Wenn dir sonst nichts mehr bleibt, hast du hoffentlich noch Freunde, denen du etwas bedeutest. Wer die Hoffnung nicht aufgibt, findet immer einen Ausweg - auch wenn er durch den Dreck führt. Ein Film, den man immer wieder anschauen kann, ohne dass er langweilig wird oder zum Rührstück verkommt. (sh)

Forrest Gump

Robert Zemeckis, USA 1994

Lauf, Forrest, Lauf. Ein Sonderling erlebt den amerikanischen Traum. Ob als Soldat, Tischtennisstar, Läufer oder Sohn: Mehrere Jahrzehnte lebendige US-Geschichte lang fesselt das Porträt eines Außenseiters an den Bildschirm. Beeindruckend, wie Hauptdarsteller Tom Hanks, der durch diesen Film zum Superstar avancierte, in historische Filmaufnahmen eingebunden wird. Die Filmmusik von Alan Silvestri gehört zur besten aller Zeiten, die Ton-Bild-Komposition ist herausragend. Viele machten sich mit diesem Film vom Tellerwäscher zum Millionär, möchte man meinen - jeder kann alles erreichen, wenn er nur fest daran glaubt. Das Leben ist halt wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt. (sh)

Der Mann ohne Vergangenheit

(Mies vailla menneisyyttä) Regie: Aki Kaurismäki, Finnland 2002

Ein Reisender wird kurz nach seiner Ankunft in Helsinki brutal zusammengeschlagen. Er überlebt, jedoch ohne Gedächtnis - er erinnert sich nicht einmal mehr an seinen Namen. Reduziert auf die Gegenwart in einer ihm völlig fremden Umgebung, tastet er sich vor in ein neues Leben. Wer bezweifelt, dass man sich - ganz unten aufgeschlagen - wieder aufrappeln und zurück an die soziale Oberfläche arbeiten kann, wird in "Der Mann ohne Vergangenheit" eines Besseren belehrt. Der Film um Würde, Mut und vor allem Solidarität ist ein echter Aufsteller in (scheinbar) trostlosen Zeiten und birgt neben einer gehörigen Portion lakonischem Humor die eine oder andere wertvolle Anregung fürs Durchhalten und -starten in Dürreperioden. (kf)

Billy Elliot - I Will Dance

Regie: Stephen Daldry, Großbritannien 2000

Jackie Elliot, streikender Bergarbeiter im tristen nordenglischen Durham der 80er Jahre und allein erziehender Vater, schickt seinen elfjährigen Sohn Billy zum Boxunterricht. Der fühlt sich allerdings mehr zum Tanzen hingezogen und nimmt heimlich Ballettstunden. Seine Tanzlehrerin ist von Billys Talent überzeugt, während sein Vater und sein Bruder Ballett als "unmännlich" ablehnen. Sensibel, aber auch mit viel schwarzem Humor und ohne Klischees beschreibt Stephen Daldry Billys Suche nach der eigenen Identität. Mit bewegenden Tanzszenen, untermalt von einem tollen Soundtrack, erzählt der Film von der Kraft der inneren Stimme, die stärker ist als gesellschaftliche Tabus und familiäre Rollenmuster. (sp)

Wie im Himmel

(Så som i himmelen) Regie: Kay Pollak, Schweden 2004

Daniel ist ein begnadeter Dirigent und gibt Konzerte auf der ganzen Welt. Bis ein Herzinfarkt seinem Erfolg ein jähes Ende bereitet. Er kehrt zurück in sein schwedisches Dorf. Das erste Mal in seinem Leben ist sein Terminkalender leer. Irgendwann lässt er sich überreden, den Kirchenchor zu leiten - eine bunt zusammengewürfelte Truppe ohne jegliche musikalische Vorbildung. Mit unkonventionellen Lehrmethoden und wenig frommen Liedern weckt Daniel in seinen Schülern die Begeisterung für das gemeinsame Singen und ein nie zuvor erlebtes Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Probenraum wird für die einfachen Dorfbewohner zum Zufluchtsort, an dem sie ihren grauen Alltag hinter sich lassen. Ein Plädoyer für Lebenslust, Freundschaft und die heilsame Kraft der Musik. (sp)

Ganz oder gar nicht

(The Full Monty) Regie: Peter Cattaneo, Großbritannien 1997

Sheffield, Ende der 90er Jahre: Die Stahlindustrie liegt am Boden, viele Einwohner haben ihren Job verloren. Auch Gaz zählt zu den Langzeitarbeitslosen der nordenglischen Stadt. Als ihn seine Frau verlässt, steht Gaz kurz vor der Depression. Doch dann hat er die zündende Idee, eine Männerstriptease-Truppe zu gründen. Auch wenn die "Chippendales von Sheffield" etwas ungelenk und nicht gerade athletisch gebaut sind - die Frauenwelt ist begeistert, und die Kasse klingelt. An die Stelle der Verzweiflung rückt Hoffnung. Eine Komödie mit sympathischen Darstellern und gutem Soundtrack, die eine Pointe an die andere reiht, aber dabei die sozialen Missstände nicht ausblendet. (sp)

Die Kinder des Monsieur Mathieu

(Les Choristes) Regie: Christophe Barratier, Frankreich 2004

Frankreich, 1949. Den arbeitslosen Musiker Clément Mathieu verschlägt es als Hilfslehrer in ein Internat für schwer erziehbare Jungen. Hinter den düsteren Mauern herrschen Zucht und Ordnung, Lachen ist unerwünscht. Mathieu, entsetzt von der Härte und Strenge, gründet einen Chor, der schon bald nicht nur musikalische Erfolge feiert. Durch das gemeinsame Singen entsteht auch eine neue Solidarität und Zuversicht unter den Kindern. Dank der Kraft der Musik, viel Einfühlungsvermögen und einer alle Hürden überwindenden Beharrlichkeit schafft es Mathieu, das Vertrauen seiner Schützlinge zu gewinnen und ihnen ein Stück unbeschwerte Kindheit zurückzugeben. Ein - auch wegen der ergreifenden Chorgesänge - sehr emotionaler Film, der aller Hoffnungslosigkeit trotzt. (sp)

Der Stand der Dinge

Regie: Wim Wenders, Deutschland 1982

Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, kam ich gerade von einem einjährigen Aufenthalt in den USA zurück. Das erklärt zum Teil, warum mich Wenders' Film fast umgehauen hat. Selten zuvor, selten danach habe ich einen Film gesehen, der künstlerische, manchmal fast schon manierierte, meistens einfach nur umwerfende Bildsprache so gekonnt mit elementaren Emotionslagen verquicken kann. Selten auch dieser scharfe Blick auf zwischenmenschliche und gesellschaftliche Zustände, die an banal erscheinenden und trotzdem so unglaublich treffenden Details kommentiert werden. Manchmal reicht eine einzige, nur Sekunden lange Einstellung - und man lacht spontan. Diesen Film muss man im Kino sehen auf einer großen Leinwand mit einem geilen Sound. Ich bin aus Stand der Dinge rausgegangen und habe gelächelt und mich einfach saugut gefühlt. Übrigens: Der Film ist nicht lustig! (jm)

Willkommen bei den Sch'tis

(Bienvenue chez les Ch'tis) Regie: Dany Boon, Frankreich 2008)

Um einen Job an der Côte d'Azur zu ergattern, gibt sich der leitende Postangestellte Philippe als behindert aus. Der Betrug fliegt auf, und er wird nach Nord-Pas de Calais strafversetzt - für einen Südfranzosen wie ihn eine Horrorlandschaft, in der die Zeit stehen geblieben ist und die Menschen das nasskalte Wetter und ihr soziales Elend nur im Vollrausch ertragen können. Doch anstelle tumber Provinzler trifft Philippe in seiner neuen Heimat auf warmherzige Menschen, für die Freundschaft und Tradition noch wahre Werte sind und die ihn aufnehmen wie einen verlorenen Sohn. Eine turbulente, witzige Komödie, die mit landläufigen Vorurteilen spielt und die Sehnsucht nach der "guten alten Zeit" wachruft. (sp)

Italienisch für Anfänger

(Italiensk for begyndere) Regie: Lone Scherfig, Dänemark/Schweden 2000

Dem jungen Pastor ist die Frau gestorben. Der korrekte Hotelportier muss dem Kellner, seinem besten Freund, kündigen. Die Friseurin Karen muss sich mit ihrer krebs- und alkoholkranken Mutter herumschlagen. Mit den kleinen Unzulänglichkeiten des Lebens hält sich dieser Film nicht auf. Hier haben alle Figuren mit existenziellen Problemen zu kämpfen. Dass sie ausgerechnet in einem Abendkurs für Italienisch den Weg aus der Tristesse und zueinander finden, hört sich zunächst völlig abwegig an. Wer sich auf den Film einlässt, merkt bald, dass das Glück auch in absoluter Tristesse aufblühen kann. Ganz nach dem Motto: Geteiltes Leid ist halbes Leid, und die Liebe siegt immer. Für mich ist der Film der richtige Aufheller an grauen Wintertagen, wenn einem die eigenen Probleme größer erscheinen, als sie eigentlich sind. (am)

Tatsächlich Liebe

(Love Actually) Regie: Richard Curtis, Großbritannien 2003

Neun Handlungsstränge verwebt dieser britische Episoden-Weihnachtsfilm, der nicht nur an kalten Tagen wärmt. Ihr ganz persönliches Glück suchen und finden die Protagonisten an den verschiedensten Orten: in Downing Street No. 10, am Flughafen Heathrow, in der spanischen Provinz. Untermalt von einem wunderbaren Soundtrack, schafft es der Film, Schmalz, Tragik und Gesellschaftssatire auf erfreulich angenehme Weise zu verbinden. Oder wie es eine Kollegin einmal nett ausdrückte: "Eigentlich weiß ich ja, dass der Film totaler Kitsch ist. Aber immer wenn ich ihn gesehen habe, bin ich doch irgendwie glücklich." Denn das, was am Ende wirklich zählt, hat nicht vier (Geld), sondern fünf Buchstaben (Liebe). Das wussten schon John, George, Paul und Ringo: All you need is love. (sh)