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09.10.1981 - 

Neues Computerkonzept bei ICL durch Mikroprozessor-Verbund:

DRS 20 kommuniziert auch mit IBM-Rechnern

NÜRNBERG (pi) - Das Multi-Mikro-System DRS 20, das offenbar die Terminalserie 1500 ablösen soll, stellt die ICL Deutschland GmbH, Nürnberg, noch rechtzeitig zur Systems in München vor. Die DR-Serie, von der es zur Zeit drei Modelle gibt, zeichnet sich nach Herstellerangaben durch ein dezentralisierte Hardware-Architektur aus.

Die Produktgruppe DRS 20 (Distributed Resource System) wird laut ICL in der Floppy-Einzelplatzversion 25 000 Mark und in der höchsten Ausbaustufe als Magnetplatten-Mehrplatzsystem rund 200 000 Mark kosten. Alle DRS-20-Modelle seien gleichzeitig Bestandteil der IPA-Netzwerkarchitektur. Die Auslieferung der ersten Anlage plane das Unternehmen noch für dieses Jahr.

Die drei DRS-Modelle sind: Modell 10 (Bildschirmterminal mit 112 KB Hauptspeicher), 40 (Floppy-System mit 144 KB und maximal 4 x 1 Floppies) sowie 50 (Magnetplattensystem mit 192 KB, maximale Plattenkapazität 75 MB).

Jedes der DRS 20-Modelle besteht ICL zufolge aus einer Anzahl von Mikroprozessoren mit eigenen RAM- und ROM-Speichern, denen jeweils definierte Funktionen zugeordnet sind. Die einzelnen Funktionsprozessoren verbinde ein 200 KB schneller Datenbus miteinander. Ein Magnetplattensystem bestehe in der Basisausstattung aus dem Applikationsprozessor mit 64 KB, dem Fileprozessor mit 64 KB, dem Workstation-Prozessor mit 32 KB und einem Local-Net-Prozessor mit 32 KB.

Sechzehn Attribute

Der Fileprozessor ist dabei für die Verwaltung der angeschlossenen Magnetplatten und Floppies sowie der Zugriffssteuerung auf die verfügbaren Dateien zuständig. Der Workstation-Prozessor übernimmt die selbständige Bearbeitung der Tastatureingaben und die Steuerung der Bildschirmdarstellungen mit bis zu 16 verschiedenen Feldattributen.

Wird das System auch zur Datenfernverarbeitung eingesetzt, übernimmt ein spezieller Communications-Prozessor mit weiteren 64 KB die Kontrolle der eingesetzten Übertragungsprozeduren. Über den Local-Net-Prozessor lassen sich Herstellerangaben zufolge an ein Magnetplattensystem bis zu 15 weitere Einheiten wie intelligente Bildschirme, Floppy- und Magnetplattensysteme und Peripherie wie Drucker und Magnetbänder anschließen.

Zum Zeitpunkt der Freigabe des DR-Systems stehen nach Angaben des Nürnberger Herstellers Standardpakete für Auftragsbearbeitung und Finanzbuchhaltung sowie Textverarbeitung zur Verfügung. Außerdem biete ICL den 2500 Benutzern der Terminalserie 1500 in Deutschland eine Konvertiermöglichkeit zur Übernahme der bestehenden Software und Daten auf das neue DR-System. Für die Entwicklung neuer Programme sind die höheren Programmiersprachen Cobol, Basic und Pascal sowie der Assembler und mehrere Datenerfassungsgeneratoren verfügbar.

Verteiltes Betriebssystem

Das neue Betriebssystem DRX-5 (Distributed Resource Executive) verteilt sich entsprechend der internen DRS-Architektur auf die vorhandenen Funktionsprozessoren, so daß der Applikationsprozessor dem eigentlichen Anwenderprogramm zur Verfügung steht. Nach Laden des DRX-5-Betriebssystems führt jeder Prozessor seine eigene "Start-up"-Diagnose durch.

Der Zugriff und die Verwaltung der Dateien ist für Floppies und Magnetplatten kompatibel. Die Zugriffsmethoden SAM, ESAM und ISAM werden unterstützt, die maximale Satzlänge beträgt 4096 Bytes.

Ein anderer Vorteil des neuen ICL-DR-Systems ist nach Herstellerangaben der einfache Zusammenschluß der verschiedenen DRS-Modelle zu einem lokalen Netz. Durch den intelligenten Communications-Prozessor lassen sich die DR-Systeme auch an die ICL-Computersysteme ME 29, System 25, und an die 2900-Serie anschließen. Über die verfügbaren 2780/ 3270-Prozeduren können die DR-Systeme zusätzlich mit IBM-kompatiblen Großcomputern kommunizieren.

Bei der Integration von DRS-Modellen in verzweigten Netzen mit der ICL-Netzwerkarchitektur IPA lassen sich komplexe Distributed-Processing-Anwendungen realisieren. Der Anschluß an das öffentliche Datex-P-Netz über eine X.25-Schnittstelle ist noch für 1982 geplant.

Bis 1983 möchte ICL nach eigenen Angaben rund 20 000 DRS-Systeme weltweit abgesetzt haben. Um da erreichen, soll der neue Rechner auch dem Computerfachhandel sowie Systemhäusern zum Wiederverkauf angeboten werden.

Informationen: ICL Deutschland GmbH, Postfach 3641, 8500 Nürnberg 1, Tel.: 09 11/2 00 11.