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12.03.1982 - 

Drucker und Schreibwerk-Terminals

Druckende Terminals von Bildschirm-Drucker-Kombination ins Abseits gedrängt:KSR-Terminals nur noch am Rande erfolgreich

12.03.1982

MÜNCHEN - Grundsätzlich scheinen die Aussichten für KSR-Terminals (Keyboard Send Receive) schlecht: In bezug auf Zusatzinstallationen sackt der Markt prozentual zweistellig ab. Kommerzielle Anwender haben ohnehin kaum Interesse an Druckern mit Tastatur. Für ihre Zwecke eignet sich mehr die Bildschirm-Drucker-Kombination. Gleichwohl sehen die Anbieter nicht übermäßig schwarz: Rund 6000 bis 8000 Einheiten wollen sie 1m vergangenen Jahr ausgeliefert haben.

Die Zahl der insgesamt gedruckten Zeichen oder Zeilen steigt. Eine Untersuchung, für welche Zwecke das Papier verwendet wird, stellte die papierherstellende Industrie an. Dabei zeigte sich, daß Computerpapiere, vor allem Endlosformulare, einen höheren Anteil an der Produktion als noch vor wenigen Jahren haben und dieser Anteil weiter steigt. Dabei gibt es jedoch eine Verlagerung. Der Hauptteil des Papiers wird inzwischen durch Laser- und andere Schnelldrucker verarbeitet und weniger durch rein schreibende Terminals. Als relativ neue Entwicklungen gelten bei den Papierherstellern Aluminium- sowie druck- oder wärmesensitive Papiere.

Weniger Abnutzung

Eindeutig geht der Trend in der Anwendung zu einer Kombination von Bildschirm und Drucker. Der Drucker soll dabei nur noch eine ergänzende Funktion zum Sichtgerät wahrnehmen. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. Nur soviel wie nötig soll auf Papier ausgegeben werden. Es dient mehr als Sicherheitsmittel beziehungsweise zu Dokumentationszwecken. Schließlich lassen sich eingegebene Informationen auf einem Bildschirm besser überarbeiten als mit einem druckenden Terminal. Was dann zu Papier gebracht wird, sollte absolut richtig sein. Der Vorzug vom Papier ist letztlich immer noch, daß man auf diese

Weise Informationen in der Tasche mitnehmen und auch mal zehn Seiten nebeneinanderlegen kann. Dafür zeichnet sich der Bildschirm gegenüber einem Drucker durch wenig mechanische Teile, die einer Abnutzung unterliegen, sowie schnellere Reaktionszeiten aus.

Die Entwicklung der druckenden Terminals begann, als "Schreibmaschinen mit Kommunikationsanschluß" auf den Markt kamen, mit denen die Anfänge der Dialogverarbeitung einhergingen. Irgendwann gerieten derartige Geräte allerdings an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bezüglich der Übertragungsgeschwindigkeit. Inzwischen geht die Entwicklung bei den KSR-Terminals in Richtung spezieller Geräte für spezielle Aufgaben wie Bildschirm-Zeitung. Aber auch hier zeichnet sich deutlich die Verbindung mit einem Sichtgerät zur schnellen Information ab. Der Drucker dient dann wiederum der Archivierung oder der Dokumentation.

Besonders interessant für die Anwender ist natürlich die Preisfrage. Im allgemeinen darf man davon ausgehen, daß ein druckendes Terminal in der Regel billiger als ein Bildschirm ist. Es gibt genügend Anwendungen, in denen beispielsweise mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 330 bis 1200 Baud gearbeitet wird. Die Unternehmen in der Bundesrepublik seien jedoch nicht preis-sensitiv genug, meint ein Anbieter von KSR-Modellen. Hier werde überall ein Bildschirm angeklemmt, und noch ein Hardcopygerät dazugestellt.

Dabei ließe sich vieles mit einem druckenden Terminal genauso gut erledigen. Natürlich sei eine Erfassung mit Masken nur am Bildschirm möglich, doch häufig genug gehe es um eine reine maskenlose Datenerfassung. So eignet sich ein druckendes Terminal für den Kommunikationsbereich beispielsweise als Telexmaschine mit höherer Übertragungsleistung als herkömmliche Modelle.

Aber auch Banken mit ihren Netzwerken sowie Handelsunternehmen gehören zu den potentiellen Interessentenkreisen. Für Anwendungen dieser Art erweist sich eine Ausstattung mit druckenden Terminals als finanziell tragbare Lösung. Ein Bildschirmgerät mit Hardcopyeinheit gibt es für rund 7000 Mark (Minimalpreis), ein KSR-Gerät für rund die Hälfte. Aus der Sicht des Einzelanwenders ist ein Bildschirm zwar eine feine Sache, doch bei größeren Projekten (100 Terminals) spielt der finanzielle Aspekt schon eine Rolle. Hier sehen denn auch eine Reihe von Anbietern ihren Markt, und weniger bei der Ausrüstung kleinerer Computersysteme wie beispielsweise Personal Computer.

Andere Anbieter wiederum können keinen "extra" Markt erkennen, sondern sprechen vorsichtig von einem "Bedarf" an druckenden Terminals. Insbesondere an Stellen, wo ein Bildschirm wegen zu hoher Anfälligkeit fehl am Platze wäre, bieten sich relativ robuste Drucker-Terminals an. Typische Anwendungen für derartige Bereiche sind beispielsweise NC-Plätze, Labors oder auch Prozeßüberwachungsstationen. Plätze also, die zum Teil nicht dauernd besetzt sind, wo Protokolle ausgedruckt werden müssen, die nur ab und zu abgelesen werden. Häufig finden sich hier auch Bildschirm-Drucker-Kombinationen, wenn eine archivierbare Ausgabe benötigt wird. Bei derartigen Anwendungen treten Bildschirm und Drucker nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich gegenseitig.

Druckende Terminals haben sicher keine Chance im Bereich der Groß-DV oder bei den Personal Computern, wo eher Drucker im Bereich um 500 Mark gekauft werden. Bei professioneller Nutzung von Personal Computern wird allerdings schon Korrespondenzqualität gefordert, wobei sich die Frage stellt, ob drukkende Terminals diesen Qualitätsanforderungen entsprechen können. Immerhin entwickelt sich bei diesen Geräten ein Trend, Kombilösungen für höhere Druckqualitäten zu entwickeln.

Höhere Geschwindigkeit

In die Richtung druckender Terminals geht eine noch relativ junge Entwicklung aus dem Bereich mobiler Endgeräte. Speicherterminals, die mit einem Akustikkoppler ausgerüstet für Außendienstanwendungen eingesetzt werden, könnten nach einer Einschätzung der entsprechenden Hersteller den bereits erwähnten Rückgang der KSR-Terminals kompensieren. Diese Geräte sind in der Regel mit Tastatur und Thermodrucker ausgestattet. Per Telefon lassen sich dann die Daten an den Zentralrechner übertragen. Im übrigen bewegt sich der Trend auch in der KSR-Klasse zu höheren Geschwindigkeiten sowohl bei der Druckausgabe als auch bei der Datenübertragung.