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05.04.1991 - 

BHW-Bausparkasse setzt SNI-Printer ein

Druckqualität als Maßstab für das Unternehmens-Image

Ausgabequalität und Wirtschaftlichkeit setzt die BHW-Bausparkasse als Kriterium für die Wahl des Druckers an. Im eigenen Druckzentrum sind Daten aus dem Versicherungsbereich sowie von der Maklergesellschaft BHW Immobilien GmbH zu verarbeiten. Bernd Diekmann beschreibt, wie das Finanzdienstleistungs-Unternehmen den umfangreichen Schriftverkehr in Verbindung mit Hochleistungs-Printern abwickelt.

Das seit 1984 bestehende Maklerunternehmen BHW Immobilien GmbH ist im Bereich des Eigenheimbaus und des Imobilienerwerbes tätig und hat sich eigenen Angaben zufolge zum zweitgrößten Maklerunternehmen in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt.

In enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Versicherungsbranche rundet die BHW-Gruppe mit Sach- und Lebensversicherungen die Angebotspalette ab. Ein Wandel zum umfassenden Fianzdienstleister wird weiter vorangetrieben.

Täglich entsteht ein großes Datenvolumen, das im EDV-Rechenzentrum erfaßt und anschließend mit Text-, Kalkulations- und Analyseprogrammen bearbeiten und weitergeleitet wird. Neben den "Standardanwendungen" sind gerade im Finanzbereich komplizierte Zusammenhänge für den Kunden zu

visualisieren. Die volle Nutzung der heutigen drucktechnischen Möglichkeiten steht daher im Vordergrund. Qualitativ hochwertigen Druck sieht das Unternehmen als Aushängeschild an.

Die Daten werden online vom Rechenzentrum in das Druckzentrum der BHW Bausparkasse geschickt. Dort befinden sich drei zentrale Siemens-Nixdorf-Drucksysteme.

Für Jahresabschluß 50 Tonnen Papier

Ursprünglich waren insgesamt drei Drucksysteme der Siemens-Modelle 2200 und 2300 mit Seitenleistungen von 106 und 212 Seiten pro Minute installiert. Zwei davon hat das Unternehmen Anfang 1990 durch die neue Siemens-Nixdorf-Generation 2140 mit einer Leistung von 138 DIN-A4-Seiten pro Minute abgelöst.

Mit den neuen Laserdruckern soll der Druck bei gleichzeitiger Kosteneinsparung verbessert werden. Allein für den Jahresabschluß verarbeitet die AHW- und BHW-Bausparkasse rund 50 Tonnen Papier jährlich:

2 600 000 Versandumschläge,

2 600 000 Antwortumschläge,

5 000 000 Kontoauszüge,

2 000 000 Wertpapier-Anträge "BRD",

50 000 Wertpapier-Anträge "DDR",

1 850 000 Werbebeilagen Dispo 2000,

1 700 000 Werbebeilagen Privatdarlehen,

1 010 000 Werbebeilagen BHW Visa Card,

370 000 Werbebeilagen Sparbrief,

60 000 Mitinhaber-Blätter und

8 000 EG-Blätter.

Neben internen Mitteilungen macht der externe Schriftverkehr fast 40 Prozent des Gesamtvolumens aus. Wichtige externe Anwendungen sind Geschäftsbriefe, Versicherungsausweise, Sparbriefe, Unterlagen über Wohnungsbauprämien, Urkunden und Kontoauszüge.

Die installierten Drucksysteme ließen sich durch die auch softwaremäßig gegebene modulare Ausbaufähigkeit, entsprechend den Anforderungen, schrittweise erweitern. Ursprünglich waren alle Printer im Zeilendrucker-Modus angeschlossen. Heute arbeiten die Geräte im Page-Mode.

Festinstallierter "Kamm" ersetzt bewegten Laser

Bei dem umfangreichen Druckvolumen sind neben den qualitativen auch wirtschaftliche Aspekte bedeutend. Die Funktionen der SNI-Produkte kamen den Forderungen der Bausparkasse in diesem Punkt entgegen. Die Drucker arbeiten im LED-Plus-Verfahren. Dabei ersetzt ein fest installierter "Kamm" mit Leuchtdioden-Punkten (LEDs) den bislang bewegten Laserstrahl. Die eingebaute Selbstregelung im LED-Kamm erreicht eine gleichmäßige Intensität der verschiedenen Leuchtdioden und erzeugt so mit ein sauberes Schriftbild und eine tiefe Schwärzung auch bei großen Flächen.

Diese Technik ermöglicht der Bausparkasse, die Druckbreite zu vergrößern ohne Verzerrungen an den Rändern durch aufwendige Maßnahmen zu kompensieren. Das Siemens-Nixdorf-Drucksystem 2140 bietet eine Ausgabebreite von 17 Zoll und gestattet dem Anwender, zwei DIN-A4-Seiten (Two-up-Mode) gleichzeitig nebeneinander zu drucken. In dieser Betriebsart steigt die Geschwindigkeit auf 192 Seiten pro Minute. Die Bausparkasse nutzt diese Funktion praktisch für den gesamten externen Schriftwechsel nicht zuletzt wegen der Kostenersparnis von bis zu 50 Prozent durch geringeren Papierverschnitt und verringerten User-Charge. Der Durchsatz der Schriftstücke steigert sich um zirka 30 Prozent.

Ohne Eingriff in die Software zu steuern

Die Bediener- und Wartungsfreundlichkeit war ein weiteres Entscheidungskriterium. Funktionen wie etwa der Two-up-Mode sind ohne Eingriff in die Software über ein Bediener-Panel am Drucker zu steuern. Routinearbeiten, etwa das NachfülIen des Toners, hat der Hersteller weitgehend automatisiert. Zudem entlasten selbstreinigende Vorrichtungen wie die automatische Reinigung der Korotrondrähte den Operator

Speziell für die Verarbeitung von im Two-up-Mode erstellten Dokumente haben die Hamelner die sogenannte "Poststraße" angelegt. Die 2140 Hochleistungsdrucker versehen das Endlos-Papier an den Rändern mit bis zu 24 Steuerzeichen, die die Poststraße steuern und Kontrollen durchführen. Pro Nacht lassen sich damit etwa 30 000 bis 40 000 DIN-A4-Blätter mit Doppelnutzen drucken.

Bei der Papier-Nachverarbeitung in der Poststraße wird das Endlospapier in A4-Formate geschnitten und die Steuerzeichen abgetrennt. Die Seiten passieren dann zehn "Beilagenstationen", wo verschiedene Anlagen hinzugefügt werden können. Vier Stationen fügen den Sendungen zum Beispiel im Kontoauszug-Versand Zielgruppenorientiert fünf Millionen Werbebeilagen jährlich bei. Abschließend werden die Sendungen automatisch kuvertiert.

Die verpackungstechnischen Vorteile sind nicht nur auf den optimierten EDV-Ablauf, sondern auch auf die eingesetzte Papierorganisation zurückzuführen - beispielsweise durch das parallele Drucken und Kuvertieren von zwei Kontoauszügen nebeneinander. Für die Zukunft überlegt das Unternehmen, vom Endlosstapel-Papier zur Rollenverarbeitung überzugehen. Neben verringerten Papierkosten vereinfache dies vor allem die Nachverarbeitung.

Das papierlose Büro wird jedoch für die Bausparkasse weiterhin eine Zukunftsvision sein. Der Dienstleister erwartet eher einen leichten Anstieg des Druck-Outputs, obwohl Anstrengungen unternommen werden, unnötige Ausdrucke zu vermeiden und durch

eine elektronische Archivierung zu ersetzen.

Immer problematischer wird es, die Ein- und Ausgangspost in Papierform zu archivieren. Dafür ist die Installation eines elektronischen Archivierungssystems vorgesehen, um den ganzen Schriftverkehr zu speichern. Nachdrucke sollen in Zukunft über das Terminal angefordert, bearbeitet und am gleichen Tag über die Laserdrucker ausgedruckt werden. Ein Qualitätsverlust, wie zum Beispiel bei der bisher verwendeten Mikrofilm-Technik, läßt sich somit vermeiden. Im Sinne einer Leistungssteigerung bei höherer Qualität hat daher Ende 1990 ein weiteres Modell 2140 eine 2200-Version (106 Seiten pro Minute) abgelöst.

Generell erwartet die gesamte Branche eine Verlagerung der Druckanwendung in Richtung auf "anspruchsvolle Grafik". Dies bedeutet auf der einen Seite eine rapide Zunahme des Drucks von gescannten Unterlagen.

Auf der anderen Seite gewinnt die optisch perfekt aufbereitete Druckausgabe immer mehr an Bedeutung: Das bedruckte Papier wird zum Ausdruck der "Corporate Identity", die Qualität des Druckes ein Maßstab für das Firmen-Image.

*Bernd Diekmann ist verantwortlich für das Druckzentrum der BHW-Bausparkasse in Hameln.