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07.11.2007

DSAG: Anwender wollen Distanz zu SAP

Die SAP-Anwendergruppe will sich neu positionieren.

Nach dem Rücktritt von Alfons Wahlers, Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), diskutieren die SAP-Anwender über die künftige Ausrichtung und Strategie der User Group. Grundsätzlich seien die Mitglieder zwar mit der Arbeit der DSAG zufrieden, sagte sein Nachfolger Karl Liebstückel. Gleichwohl hätten Mitgliederbefragungen ergeben, dass durchaus Bedarf für Verbesserungen bestehe. Beispielsweise erwarteten die SAP-Anwender von der Vereinigung mehr Einfluss auf die Produktentwicklung der SAP. Auch wünschen sie sich einen besseren Informationsfluss zwischen den Arbeitskreisen, dem Lenkungskreis und dem DSAG-Vorstand sowie mehr Transparenz in der Vorstandsarbeit.

Liebstückel folgt Wahlers

Alfons Wahlers (Foto) leitete die Deutsch-sprachige SAP Anwendergrup-pe seit dem Jahr 2000. Mit dem diesjährigen Jahreskongress tritt er von seinem Posten zurück. Wahlers, der hauptberuflich als CIO die IT-Geschicke des Pharmaunternehmens Celesio verantwortet, machte berufliche Gründe für diesen Schritt geltend: "Beruf und Berufung passen nicht mehr unter einen Hut." Übernehmen soll seinen Job sein bisheriger Stellvertreter Karl Liebstückel. Der Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Würzburg ist der einzige Kandidat.

Mit dem Führungswechsel soll sich auch die Organisation der Anwendervereinigung verändern. Die DSAG müsse sich mit so umfassenden Aufgaben befassen, dass ein rein ehrenamtliches Engagement nicht mehr ausreiche, sagte Wahlers. Künftig soll die DSAG ein hauptamtlicher Vorstand leiten. Die Veränderungen bedürfen einer Satzungsänderung, über die aber noch abgestimmt werden muss.

Besonders heikel ist jedoch die Kritik, die DSAG sei zu sehr von der SAP abhängig und informiere die Mitglieder nicht neutral genug. Liebstückel führt diese Wahrnehmung auf die bisherige enge Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller zurück. Außerdem hätten in Arbeitskreissitzungen SAP-Partner neben Fachinformationen auch eigene SAP-Zusatzprodukte sowie Kundenprojekte präsentiert. Daraus resultiere der Vorwurf, Mitglieder erhielten zu selten herstellerunabhängige Informationen, räumt Liebstückel ein. Der neue DSAG-Vorstand versprach in diesem Punkt Besserung. Des Weiteren möchte der Fachhochschul-Professor ein System etablieren, mit dem die Anwender gezielter als bisher auf die Produktentwicklung der SAP Einfluss nehmen können.

Einen Bruch mit dem Softwarekonzern will Liebstückel jedoch nicht riskieren. "Wir erreichen bei der SAP nur dann etwas, wenn wir hinter verschlossenen Türen reden, und dabei werden wir bleiben", stellt der DSAG-Chef klar. Die Tatsache, dass sich eine SAP-Anwendervertretung eng mit dem Softwarelieferanten abstimme, liege in der Natur der Sache. Auch das SAP-Management verwahrt sich gegen den Vorwurf, die DSAG über Gebühr zu beeinflussen. "Wir wollen unsere Kunden früh über Entwicklungen informieren, für mich ist das aber kein Marketing", sagte SAP-Vorstandsvorsitzender Henning Kagermann. (fn/ba)