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31.05.1985 - 

Sprachen der vierten Generation für VSAM-Anwender auch ohne Datenbank sinnvoll:

DST beschleunigt SW-Entwicklung mit Mantis

LINGEN (CW) - Sprachen der vierten Generation können auch dann zu einer schnelleren Anwendungsentwicklung und einem reduzierten Wartungsaufwand führen, wenn sie nicht auf einer Datenbank beruhen oder nicht mit einem Data-Dictionary verknüpft sind. Diese Erfahrung machte die DST mbH aus Lingen, nachdem sie das Anwendungssystem "Mantis" von Cincom installiert hatte.

Die steigenden Anforderungen im Bereich der Dialoganwendungen führten im Jahre 1983 bei der Deutschen Schachtbau- und Tiefbohrgesellschaft mbH (DST) zu einer Auseinandersetzung mit der Frage der Produktivitätssteigerung in der Anwendungsentwicklung.

Von den drei alternativen Lösungen - Standardsoftware, Personalaufstockung und produktivitätssteigerndes Werkzeug - entschied sich die Gesellschaft damals für die letztere. Die Gründe laut DV/Org.-Leiter Hubert J. Köchling: Der Einsatz von Standardsoftware wäre mit einem erheblichen Anpassungsaufwand im Umfeld von integrierten Anwendungen verbunden gewesen, und eine Personalaufstockung hätte man nicht mit der derzeit im Unternehmen verfolgten Personalaufstockung in Einklang bringen können.

Einführungsphase von vier Wochen

Da die Kapazität der Mitarbeiter in der Programmierung in erheblichem Umfang mit der Wartung und der Pflege vorhandener Anwendungen ausgelastet war, ging es hauptsächlich darum, die Produktivität im Bereich der Neuentwicklung zu erhöhen.

Aus diesen Überlegungen heraus durfte der Einsatz eines solchen Werkzeugs nicht in Verbindung stehen mit der gleichzeitigen Installation einer Datenbank oder eines Data-Dictionary-Systems. Vielmehr mußten aus dem Termindruck heraus in kürzester Zeit neue Dialoganwendungen für verschiedene Fachbereiche entwickelt und auf die Maschine gebracht werden.

Im September 1983 entschied sich DST für den probeweisen Einsatz von "Mantis", einem interaktiven Anwendungsentwicklungssystem von Cincom. Basis für diese Entscheidung bildete auf der einen Seite die DB- und DD-Unabhängigkeit. Darüber hinaus sprach aber auch die strategische Überlegung einer Integration von Datenverarbeitung mit Textverarbeitung und Business-grafischen Darstellungen, wie sie aus der Sicht von DST zum damaligen Zeitpunkt bei keinem anderen System gegeben war, für den Einsatz dieses Werkzeuges.

In einer vierwöchigen Einführungsphase unterzog das Tiefbauunternehmen die Software einem eingehenden Qualitätstest unter realen Produktionsbedingungen. Als Grundlage diente ein definiertes Projekt welches mit elf Anwendungsfunktionen ohnehin zur Entwicklung anstand. Bereits im Rahmen einer dreitägigen Schulung mit Workshop waren sechs dieser Funktionen inklusive der dazugehörigen Dateien, Bildschirmmasken und einer übergreifenden Menüsteuerung fertiggestellt.

Wahrend der rund einjährigen Arbeit mit Mantis realisierte die DST laut Köchling rund 120 Anwendungen. Auch hätten die Mitarbeiter ein Tabellenverwaltungsprogramm mit 150 Tabellen und etwa 16 000 Eintragungen auf die Beine gestellt.

Doch läßt trotz dieser relativen Erfolge auch Mantis noch einige Wünsche offen: So wünscht sich Köchling zum Beispiel eine den heutigen Techniken entsprechende Editierung und eine verbesserte Unterstützung für die Berichtserstellung und die damit verbundene Druckaufbereitung.