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16.02.1979 - 

Datenpaketvermittlung im DV-Service-Betrieb:

DÜ-Chancen für kleine Anwender verbessern

Seitdem der CCITT 1976 die Paketschnittstelle zwischen Datenendeinrichtungen

und öffentlichen Datennetzen mit X.25 verabschiedet hat, gibt es eine weltweit

einheitliche Kommunikationsgrundlage, die geeignet ist, Datenfernverarbeitungsanwendungen wirtschaftlich vertretbar zu nutzen.

DV-Großanwender sind bereits heute in der Lage, mit großem wirtschaftlichen Einsatz die in Frage kommenden Kommunikationstechnologien in ihrem Bereich zu nutzen. Sie tun dies durch maßgeschneiderte Systemlösungen, die sie von den DV-Herstellern beziehen. Fast jeder Hersteller (Mainfraimer) bietet heute in seinen Netzwerk-Produkten auch DPV an (SNA, Transdata, DCA ... ). Diese Systemlösungen bezeichnen wir als geschlossene Systeme, in denen die Terminals, die Übertragungseinrichtungen, die Zentraleinheiten und die Anwendungen herstellerimmanent - bezogen werden. Entsprechend dimensionierte Markteinheiten (Konzerne) können dabei so weit gehen, die Spezifikationen, denen der Hersteller durch Schaffung des geschlossenen Systems entsprochen hat, Marktpartnern (Zulieferanten und Abnehmern) zu oktroyieren. Die vom Anwender durchgesetzten Spezifikationen finden ihren hardwareorientierten Niederschlag in speziell entwickelten Terminals und Übertragungsgeräten, die ausschließlich für die Belange einer hierarchischen Herstellungs- und Absatzgruppe konzipiert sind. Der kleine DV-Anwender hat diese Chance nicht. In der Regel muß er bei vorhandenen großen Übertragungswegen sich mit relativ hohen DÜ-Kosten konfrontiert sehen, zu denen wegen der vorhandenen Inkompatibilität auf der Rechnerseite die notwendigen Anpassungskosten kommen, was von vornherein die Inanspruchnahme mehrerer DV-Dienstleistungsunternehmen unmöglich macht. Die Datenpaketvermittlung in Form von valueadded-network, bei der Terminals und DV-Anlagen herstellerneutral angeschlossen werden können, ist seit mehr als 10 Jahren in der Erprobung und wird heutzutage von einer Reihe von Fernmeldeverwaltungen in der Welt angeboten: Telenet in den USA, Datapac in Kanada, Transpac in Frankreich, Euronet voll den europäischen Fernmeldeverwaltungen.

Charakteristisch für die Datenpaketvermittlungsdienste ist die aufgrund der Vielfachnutzung der Leitungen mögliche, entfernungsunabhängige Tarifierung.

Alle reden vom Datenpaketdienst

Wir, der VDRZ, reden nicht nur. In enger Zusammenarbeit mit den Vertretern des Bundespostministeriums, des FTZ und des Fernmeldetechnischen Institutes der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung hat der Verband Deutscher Rechenzentren (VDRZ) beim Bundesminister für Forschung und Technologie einen Projektantrag gestellt, der Pilotanwendungen des öffentlichen Datenpaketdienstes für den Verbund zwischen Service-Rechenzentren und RZ-Kunden zum Inhalt hat. Das Gesamtvolumen liegt bei über 10 Millionen Mark. Der organisatorische Aufbau des Projektes ist in der Skizze wiedergegeben.

Die Bundespost kommt ihrerseits den Service-Rechenzentren entgegen, als sie ihnen und ihren Kunden insbesondere für Dialog-Anwendungen ein Datentransport-System anbietet, das verschiedenartigen Terminals den Zugriff zu verschiedenartigen Rechnern freizügig, dialoggerecht und kostengünstig ermöglicht. Bei den Pilot-Anwendungen wird die Bundespost - Zieldatum Anfang 1980 - ein Jahr lang nach Inbetriebnahme keine Grundgebühr und keine Verbindungsgebühren erheben, da diese zur Erprobung des Netzes und zur Entwicklung geeigneter Paketvermittlungsanwendungen dienen sollen. Rund 25 mittelständische Service-Rechenzentren des Verband Deutscher Rechenzentren haben sich in einer Entwicklungsgemeinschaft zur Eigenleistung von 6 Mann-Monaten pro Unternehmen und Jahr bereiterklärt. Die Entwicklungsgemeinschaft wird sich in Anwendergruppen betätigen, wobei durch ein Systemhaus und durch die Herstellerberatung externer Sachverstand hinzugezogen wird. Das Projekt, das mit der Realisierung am 1, Februar 1979 begann, wird eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren haben. In dieser Zeit werden die Service-Rechenzentren systematisch auf die Möglichkeiten und Chancen des Datenpaketvermittlungsdienstes vorbereitet, ihre Mitarbeiter geschult. Das Deutsche Institut für Datenservice, die Studiengemeinschaft des Verband Deutscher Rechenzentren, hat anläßlich seiner Jahresbeginn-Veranstaltung am 24. und 25. Januar 1979 die möglichen Strategien der DV-Service-Branche unter Berücksichtigung des Datenpaketvermittlungsdienstes der Deutschen Bundespost zum Thema einer Unternehmer-Konferenz gemacht und die Ergebnisse und Darlegungen der Referenten in einer Broschüre zusammengefaßt. Sie ist erhältlich beim: Deutschen Institut für Datenservice, Studiengemeinschaft des Verband Deutscher Rechenzentren e.V. (VDRZ) Georgswall 12, 3000 Hannover 1, Bezugsgebühr: DM 50,-- pro Exemplar.

*Dipl -Ing P. Lange-Hellwig ist Geschäftsführer des Verband Deutscher Rechenzentren e.V. (VDRZ)