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29.02.1980 - 

Sperry Univacs DCP40 mit der Architektur eines Jumbos

DÜ-Rechner hebt den Netzdurchsatz

Daß ein Front-End-Prozessor das Antwortzeitverhalten nicht nur in positiver Weise beeinflussen, sondern in vielen Fällen im Gegenteil verschlechtern kann, schilderte Dr. Joachim Adler in der letzten COMPUTERWOCHE (CW-Nr. 8 vom 22. Februar 1980, Seite 17: "Ohne Analyse ist der Erfolg zweifelhaft"). Erweitert man diese Betrachtung auf das Netzwerk, in dem DÜ-Rechner auch Knoten- und Konzentrator-Funktionen übernehmen, dann entsteht oft nach gründlicher Analyse der Netzdurchsatzleistung ein Zustand der Ernüchterung. Auch moderne Netzwerk-Architekturen sind kein Allheilmittel und schaffen diese Problematik nicht aus der Welt. Es muß also die Forderung aufgestellt werden, daß die Verzögerungen der Nachrichtenlaufzeit durch den Einsatz von DÜ-Rechnern nicht zu einer signifikanten Beeinträchtigung des Antwortzeitverhaltens führen. Diese Forderung kann immer dann erfüllt werden, wenn entsprechend leistungsstarke Rechner für die Datenübertragung zur Verfügung stehen.

Für den Aufbau von Front-End, Knoten-, Konzentrator- und Netzkontrollfunktionen im Rahmen der Distributed-Communication-Architecture (DCA), setzt Sperry Univac den DÜ-Rechner DCP/40 ein.

Die Systemarchitektur des DCP/40 ist vergleichbar mit der modernen Großrechenanlage. Ein DCP/40-System kann neben einem Rechenprozessor bis zu 16 EA-Prozessoren beinhalten. Beide Prozessortypen sind mikroprogrammiert und besitzen einen direkten Zugriff zu einem Hauptspeicher mit einer maximalen Kapazität von 2 Mega-Bytes. Auf einem System können bis zu 256 DÜ-Leitungen angeschlossen werden.

Im 65-Nanosekunden-Takt

Der Rechenprozessor ist ein mikroprogrammierter Universalprozessor. Seine interne Taktzeit beträgt 65 Nanosekunden. Für die Speicheradressierung wird von ihm eine 24-Bit-Byte-Adresse gebildet, mit der maximal bis zu 16 Mega-Bytes adressiert werden können.

Weitere besondere Merkmale sind:

- Doppeltes Rechenwerk, in dem Rechenoperationen parallel ausgeführt und die Ergebnisse miteinander verglichen werden,

- automatische Befehlswiederholung bei ungleichen Ergebnissen der Befehlsausführung,

- Paritätsprüfung auf Datenpfaden und in internen Registern,

- 128 Register,

- Binär-Arithmetik,

- 297 Befehlstypen,

- direkte und indirekte Adressierung.

Jeder der bis zu sechszehn EA-Prozessoren ist in der Lage, maximal 16 Anschlußmoduln zu steuern und zu Überwachen. Über diese Anschlußmoduln wird die Verbindung zu DÜ-Leitungen für serielle Übertragung, zu Zentralsystemen und zur Peripherie hergestellt.

Die folgende Abbildung zeigt die Maximalkonfiguration eines DCP/40-Systems.

Der EA-Prozessor arbeitet mit einer internen Taktzeit von 80 Nanosekunden. Die aggregierte Transferleistung beträgt 1,34 Millionen Bits pro Sekunde. Die DÜ-Aschlußkapazität beträgt je EA-Prozessor maximal 16 Leitungen. Der Halbleiterhauptspeicher des DCP/40 besitzt in der Grundausstattung eine Kapazität von 128 K Bytes, die, in Stufen von jeweils 128 K, auf maximal 2 M Bytes ausgebaut werden kann. Seine Zykluszeit beträgt für Lesen 400 und für Schreiben 450 Nanosekunden. Die Zugriffsbreite beträgt 4 Bytes. Es kann auf 1 Bit, 4 Bit, 24 Bit und 32 Bit direkt zugegriffen werden.

Über die Anschlußmoduln des EA-Prozessors erfolgt sowohl die Verbindung zu den Kanälen des Zentralprozessors und der Peripherie, als auch zu den DÜ-Leitungen für die serielle Übertragung.

Neben einem integrierten Diskettenlaufwerk, das für das Laden des Mikroprogramms erforderlich ist, sowie einer Bildschirmkonsole zur Systemsteuerung und -überwachung stehen folgende Peripheriesysteme für die Datenspeicherung zur Verfügung:

-ein Diskettensystem mit einem oder zwei Laufwerken mit einer Speicherkapazität von je 256 K Bytes;

- ein Kassettenplattensystem mit einem oder zwei Laufwerken von jeweils 10 M Bytes Speicherkapazität;

- ein Magnetbandsystem mit einem oder zwei Laufwerken.

Der DÜ-Rechner DCP/40 wird - gleichgültig ob er als Front-End- oder Netzknotenrechner arbeitet - mit der einheitlichen und für das DCA-Konzept entwickelten Telcon-Software betrieben.

*Dietmar Loleit ist Fachberater bei Sperry Univac in Sulzbach/Taunus.