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23.05.1980

Dumpmaster im Einsatz bei der Werkzeugmaschinenfabrik Schütte: Aktualität der Datenbestände vorrangig

KÖLN - Die Ausfallzeit der IBM /370 von einer halben Stunde nach einem Systemabsturz war der Hauptgrund dafür, daß in der Werkzeugmaschinenfabrik Alfred H. Schütte in Köln das Dump-Handling-Programm Dumpmaster von Dialogika installiert worden ist. Über die Erfahrungen berichten Diplom-Kaufmann Gerd Forschbach, Leiter der Organisation und Datenverarbeitung und Diplom-Mathematiker Wolfgang Oepen, verantwortlicher Systemprogrammierer.

Alfred H. Schütte in Köln ist einer der bekanntesten deutschen Werkzeugmaschinenhersteller. In seiner nunmehr l00jährigen Geschichte hat des Unternehmen die Entwicklung des Werkzeugmaschinenbaus in Deutschland maßgeblich beeinflußt und ist heute auf dem Spezialmarkt der Mehrspindeldrehautomaten ein führender Hersteller. Der Mehrspindeldrehautomat ist eine Produktionseinheit zur Herstellung von Massendrehteilen, wie sie in allen denkbaren Formen und Ausgestaltungen als Verschraubungen aller Art, Kugellagerringe, Zündkerzenkörper, Armaturen und Getriebeteile, Ventile, Kurbelwellen etc. im täglichen Leben eine Rolle spielen.

Innerbetriebliche Situation

Die Maschinen werden in der Regel für die Fertigung eines vom Kunden festgelegten Einzelteils bestellt und sind unter diesem Gesichtspunkt letzten Endes auch dann das Ergebnis einer Einzelfertigung, wenn ein Teil der Grundmaschinen und Grundausstattungen im Hinblick auf eine gewisse Wiederholwahrscheinlichkeit in Kleinserien hergestellt werden kann. Die ungeheure Vielfalt der möglichen Enderzeugnisse erfordert eine umfangreiche Datenbestandsverwaltung. Die für Einzelfertigung typische kurze Reaktionszeit für dispositive Aufgaben verlangt praktisch eine ständige Verfügbarkeit der relevanten Daten am Arbeitsplatz der betreffenden Entscheidungsträger und Sachbearbeiter.

ln dieser Situation ist seitens der EDV ein hoher Aktualitätsgrad der Datenbestände und eine möglichst unterbrechungsfreie Verfügbarkeit der TP-Programme während der gesamten Arbeitszeit der Verwaltungsabteilungen zu garantieren. Dies schließt selbstverständlich zumutbare Response-Zeiten an den "vor Ort " installierten Bildschirm- und Druckerterminals ein.

Betriebssystem voll nutzen

Die EDV-Anlage ist zur Zeit mit einer IBM /370-125 II mit 384 K (DOS/ VS) und der notwendigen Peripherie ausgestattet. Im Batch-Betrieb sind zwei Partitions ständig mit Produktionsaufgaben belegt; die übrigen Partitions sind wie üblich mit dem Spooling-System Power, Testprogrammen und Umwandlungen sowie dem TP-Monitor belegt. Die hohe Ausnutzung der CPU-Ressourcen kann unter diesen Umständen nur erreicht werden, wenn die Möglichkeiten des Betriebssystems voll "ausgereizt" werden und gegebenenfalls durch Einsatz geeigneter Fremdsoftware auch im Systembereich unterstützend eingegriffen wird.

Die erste wichtige Entscheidung in dieser Richtung war der Einsatz des TP-Monitors Shadow II, der auf Grund seiner gesamten Auslegung sowohl in der Hauptspeicherbelastung als auch im Antwortzeitverhalten bei zur Zeit 24 installierten Terminals noch hervorragende Ergebnisse liefert.

Eine durchaus bemerkenswerte Verbesserung der Response-Zeiten hat sich dadurch ergeben, daß der TP-Monitor nicht - wie in vielen Fällen üblich - unter der Steuerung von Power läuft, sondern in der Partition mit der höchsten Priorität eingesetzt wird.

Dies hatte bisher allerdings den Nachteil, daß alle Ausgaben auf SYSLST die der TP-Monitor selbst oder das Betriebssystem beim Absturz der Partition erzeugen, auf einen Platten-SYSLST-File geschrieben werden mußten, da dann die SYSLST-Ausgabe nicht mehr gespoolt werden kann.

Dump zu zeitintensiv

Insbesondere die Dump-Ausgabe wie sie bei noch so sorgfältiger Systemwartung und Anwendungsprogrammierung auch im TP-Bereich von Zeit zu Zeit unvermeidlich ist, ist in dieser Form ein bedeutsames Handicap für den gesamten Systemdurchsatz und für den Wiederanlaufzeitpunkt. Die vom Standard-DOS/VS-Dump erzeugte SYSLST-Ausgabe ist nämlich durch ihr unvorteilhaftes Format (ungeblockte Verarbeitung, zusätzliche Aufbereitung im Character-Format), und die Ausgabe der gesamten virtuellen Partition extrem schwerfällig und blockiert durch die Abwicklung in der Logic-Transient-Area (LTA) den Durchsatz der übrigen Partitions fast völlig. Vor diesem Hintergrund hat der Absturz der TP-Partition in ungünstigen Fällen, in denen der SYSLST-File wegen der Gefahr des Überschreibens vor dem Restart noch kopiert oder ausgedruckt werden mußte, praktisch einen Ausfall des Gesamtsystems von mehr als 30 Minuten verursacht.

Nur zwei Minuten

In dieser Situation hat das von der Dialogika GmbH, München, angebotene Programmprodukt Dumpmaster einen entscheidenden Vorteil gebracht. Dumpmaster ist ein Systemprogramm, das in der SVA (Shared Virtual Area) läuft, an der Abnormal-Termination-Routine des Supervisors ansetzt und in der Lage ist, die Dump-Informationen in verschiedenen Druckformaten entweder auf SYSLST und/oder in einem speziell definierten Dump-File abzusetzen. Bei der Ausgabe in den Dump-File, der in der Art einer Bibliothek geführt wird, kann dabei durch eine geeignete Aufbereitungs- und Speicherungsmethode ein hoher Rationalisierungseffekt gegenüber dem Standard-DOS/VS-Dump mit der SYSLST-Ausgabe erreicht werden. Konkret werden für einen Dump der TP-Partition in der gleichen Partitiongröße statt 30 nur noch weniger als zwei Minuten benötigt - und zwar ohne Beeinträchtigung der übrigen Partitions, da die LTA nicht benutzt wird.

Verschiedene Dump-Möglichkeiten

Die Art der Ausgabe und des Druckformates kann durch Parameter-Angabe im Prinzip für jede Partition unabhängig voneinander gewählt werden. Als Format ist ein Full-Dump, ein Mini-Dump und ein Dump im Screen-Format möglich.

Der Full-Dump enthält in Analogie zum DOS/VS-Dump eine komplette Kopie des Hauptspeichers. Es wird jedoch nicht die gesamte virtuelle Partition ausgegeben, sondern nur der vom Programm belegte Bereich. Der Mini-Dump ist eine Kurzfassung des Pull-Dump und enthält zunächst nur die von den Registern adressierten Speicherbereiche ( jeweils in einer Länge von zirka 100 Bytes} und relevante Teile des Supervisors, der LTA und der SVA. Neben dem üblichen SYSLST-Format können die Dumps in einem Screen-Format aufbereitet werden, das es erlaubt, die Dump-Ausgabe ohne das lästige Hin- und Herschieben des Druckbildes am Bildschirm einzusehen.

Alle Dumps enthalten als zusätzlichen Komfort zu Beginn wichtige Statistik- und Diagnostik-Informationen welche die Ursache des Programmabbruchs näher beschreiben. Beim Ausdruck der Speicherbereiche werden zusätzlich zu den realen Adressen die zugehörigen Programm-Adressen mitgeliefert, wodurch aufwendige Adreßumrechnungen entfallen.

Kein vorzeitiges Löschen möglich

Alle Dumps werden mit einem Verfalldatum versehen im Dump-File abgelegt. Bis zum Erreichen dieses Zeitpunktes sind die Dumps durch einige Verwaltungsfunktionen von Dumpmaster auswertbar. Alle Funktionen können als Batch-Job ausgeführt werden oder direkt von der Systemkonsole aus initiiert werden. Dazu gehört außer diversen Auswertungsfunktionen eine Auflistung der Dump-File-Directory.

Eine Delete-Funktion wäre wünschenswert, ist jedoch nicht vorhanden. Es wäre dadurch möglich, bereits bearbeitete Programmabdrücke aus dem Dump-File zu löschen. Nach der vorgegebenen Verwaltungsmethode verschwinden die Dump-Moduln erst dann aus dem Dump-File, wenn ihre Verfallzeit abgelaufen ist und der Speicherplatz wieder benötigt wird. Auf der anderen Seite hat aber das Vorhalten der Dump-File-Directory über längere Zeit auch den Vorteil, daß die Häufigkeit bestimmter Programmabbrüche sicher beurteilt werden kann und damit einen Ansatzpunkt für notwendige Schwachstellenanalysen bietet.

Zeit und Papier ist Geld

Das zusätzliche Speichern der Dumps in einem Dump-File bietet eine Reihe von Vorteilen. Der Mini-Dump ist so ausgelegt, daß viele Probleme schon ohne einen weiteren vollständig ausgedruckten Dump gelöst werden können. In den übrigen Fällen ermöglicht die Einspeicherung eine stufenweise gesteigerte Diagnostik bis zum Full-Dump. Das spart Druckzeit und Papier. Kein Dump oder Teile davon kommen abhanden, auch wenn mehrere Programme gleichzeitig abstürzen. Aufgrund der Geschwindigkeit von Dumpmaster, der Entlastung der LTA und der Eintragung in den Dump-File brauchen Dumps nicht mehr vorzeitig abgebrochen zu werden. Ebenso werden Wiederholungsläufe überflüssig, die nötig waren, wenn Dumps vom Operating abgebrochen wurden. Darüber hinaus ermöglicht ein periodischer Ausdruck der Dump-File-Directory eine zusätzliche Kontrolle von Programmabbrüchen, die vom Operating im laufenden Betrieb nicht erkannt worden sind.

Die Installation von Dumpmaster ist unproblematisch. Es sind lediglich einige Moduln in der System-Core-lmage-Library zu katalogisieren und teilweise in die SVA zu laden. Dumpmaster kann danach sofort mit einer Start-Prozedur, die nur aus wenigen Steuerkarten besteht, in einer beliebigen Partition gestartet werden. Für den routinemäßigen Ablauf hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Start-Prozedur bei Schichtbeginn mit dem Hochfahren des Systems abzuwickeln.