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01.03.1991 - 

Neue Anwendungspalette innerhalb der nächsten fünf Jahre

Dun & Bradstreet läßt beide Produktfamilien einschlafen

MÜNCHEN (CW) - Seit die ehemaligen Erzrivalen MSA und McCormick & Dodge (M & D) gemeinsam als Dun & Bradstreet Software (DBS) firmieren, fragt sich die Branche, wie das Unternehmen sein redundantes Produktangebot bereinigen wird. Jetzt gab das DBS-Management nicht nur die Zahlen seines ersten Geschäftsjahres, sondern auch seine künftige Produktstrategie bekannt.

Die Ende 1989 durch Fusion entstandene Dun & Bradstreet Software Division ist eingebunden in die Dun & Bradstreet Software Services Corp" ihrerseits wiederum eine Tochter der Dun & Bradstreet Corp, New York. Die Einnahmen der Software Services Corp. beliefen sich im vergangenen Jahr auf knapp 538,6 Millionen- Dollar, von denen mehr als 470 Millionen auf das Konto der Software Division gingen. Rein rechnerisch bedeutet das eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent gegenüber 1989, als MSA und McCormick & Dodge zusammen Einnahmen von 430 Millionen Dollar verbuchen konnten.

Wie Herbert Steinbach, Geschäftsführer der Kölner Dun & Bradstreet Software Services GmbH, jetzt mitteilte, wird das Software-Unternehmen seine konkurrierenden Anwendungssoftware-Pakete - die M-Linie von McCormick & Dodge und die E-Linie von MSA - innerhalb der kommenden fünfjahre sukzessive durch eine neue Produktserie ersetzen, mit deren Entwicklung vor einem halben Jahr begonnen worden sei. Bis dahin würden die existierenden Softwareprodukte nicht nur weiter angeboten, sondern auch ergänzt.

Allerdings, so räumte Steinbach ein, nehmen die Investitionen in die Weiterentwicklung der an jeweils 6000 Kunden ausgelieferten Softwaresysteme in dem Maße ab, wie die Fertigstellung der neuen Produkte fort, schreitet. Nicht jedes der vorhandenen Systeme werde alle neuen Hard- und Software-Umgebungen unterstützen; so sei beispielsweise nur für die M-Linie eine Schnittstelle zum IBM-Datenbanksystem DB2 geplant. Auf diese Weise ließen sich die neuen Produkte mit dem vorhandenen Entwicklerpotential fertigstellen.

Nach der Fusion war die zum damaligen Zeitpunkt 4000 Köpfe zählende Belegschaft des neuen Unternehmens um 7,5 Prozent oder 300 Mitarbeiter verringert worden - laut Steinbach vor allem deshalb, weil ein großer Teil der mittleren und oberen Führungsebene doppelt besetzt war. In den USA setzte sich die ehemalige MSA-Führung durch, in den internationalen Niederlassungen zumeist das M & D-Management.

Die deutsche Niederlassung bildet hier keine Ausnahme, auch wenn aufgrund steuerlicher Vorteile die Düsseldorfer MSA-Tochter juristisch als Käuferin der Kölner M & D GmbH auftrat. Die Fusion der beiden deutschen Unternehmen kostete einem Drittel der insgesamt 33 Mitarbeiter den Arbeitsplatz, so daß die 70 deutschen DBS-Kunden derzeit von 22 Beschäftigten betreut werden.

Während die Konzernmutter den US-Markt für integrierte Anwendungspakete fest in der Hand hat, wird dieses Marktsegment hierzulande von der SAP AG, Walldorf, dominiert. Außerdem dürften die deutschen Anwender skeptisch darauf reagieren, wenn sie mit zwei sich überschneidenden Produktfamilien konfrontiert werden, die noch dazu in absehbarer Zeit durch eine dritte ersetzt werden sollen.

Steinbach bezieht sowohl die Marktdominanz der Walldorfer

als auch die zu erwartende Skepsis der heimischen Anwender in sein Marketing-Kalkül ein: Beispielsweise soll in Deutschland nur die M-Linie "aktiv" vermarktet werden; darüber hinaus will der DBS-Vertrieb dem direkten Wettbewerb mit SAP aus dem Weg gehen, indem er sich auf erfolgversprechende Zielgruppen konzentriert. Dazu zählen deutsche Niederlassungen amerikanischer Konzerne sowie Anwender von Hard- und Software-Umgebungen, die SAP nicht unterstützt.

So wird der Anbieter voraussichtlich zur Hannover-Messe CeBIT eine deutsche Version der M-Linie für DEC-VMS vorstellen. Außerdem bietet er eine Anwendungslösung für das Fujitsu-eigene Mainframe-Betriebssystem an, das in Deutschland allerdings nur achtmal installiert ist. Zusätzlichen Umsatz soll das "Factory Control and Management System" (FCMS) bringen, das in Zusammenarbeit mit dem Hardwarehersteller Tandem entwickelt wurde und nur auf dessen proprietärem Betriebssystem läuft. Diese Marketing-Strategie der deutschen Niederlassung fällt insofern aus dem DBS-Rahmen, als die US-Zentrale drei Viertel ihrer Einnahmen Aus IBM-Installationen bezieht.