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27.03.1992 - 

Mainframe-Softwarehaus schwenkt um

Dun & Bradstreet vertraut auf Unix und Client-Server

HANNOVER (hv) - Das Image eines reinen Mainframe-Softwarehauses will Dun & Bradstreet Software (D&B) loswerden. Sämtliche Mainframe- und Midrange-Produkte sollen demnächst 1:1 auf das Betriebssystem Unix übertragen werden. Ergänzend zu den verfügbaren Produkten plant das US-Softwarehaus zudem, Client-Server-basierte Produkte auf den Markt zu bringen.

Die Finanz- und Fertigungssoftware für Mainframes sei erst in den 80er Jahren entwickelt worden und daher noch längst nicht am Ende ihres Life-Cycles angekommen, meinte Herbert Steinbach, Geschäftsführer der deutschen D&B-Niederlassung, anläßlich einer Pressekonferenz auf der CeBIT. Deshalb mache die 1:1 -Portierung der Großrechner-Software auf Unix-Rechner durchaus Sinn.

Für Mainframe-Kunden "evolutionärer Übergang"

Dun & Bradstreet bietet unter anderem Finanz- und PPS-Software für IBM-, DEC-, Fujitsu- und ICL-Rechner sowie einen Leitstand für Tandem-Rechner an. Im Laufe des Jahres, so Steinbach, werde sein Unternehmen die Partnerschaften mit den jeweils aktuellen Unix-Partnern bekanntgeben. Als Plattform, die zuerst unterstützt werde, nannten die Softwerker ICL-Rechner.

Ergänzend zu den vorhandenen Produkten will das Softwarehaus außerdem noch in diesem Jahr neue Client-Serverbasierte Anwendungen für den Finanzbereich unter OS/2 und Unix herausbringen. Dabei soll traditionellen Mainframe-Kunden ein "evolutionärer Übergang" ermöglicht werden .

So könnten Host-und Client-Server-basierte Programme dieselben Datenbestände nutzen. Zunächst will das Softwarehaus die Anwendungen "Powerre-porting" und "Budgetary Control" ausliefern.

Klares Commitment für den Hardware-Bereich

Dun & Bradstreet arbeitet bei der Client-Server-Entwicklung mit einer Reihe von Kooperationspartnern zusammen, deren Auswahl für Branchenkenner durchaus überraschend ist. So wurde als strategisches Datenbanksystem der SQL-Server von Sybase auserkoren.

Das Datenbanksystem unterstütze Trigger-Techniken sowie Stored Procedures und gewährleiste so eine höhere Datenintegrität als andere Systeme, erläuterte Robert Cameron, Direktor für langfristige Technologiekonzepte und Entwicklungen .

Kenner der Softwareszene munkeln jedoch, Marktführer Oracle sei nicht in Frage gekommen, weil das Unternehmen selbst Finanzsoftware anbiete und somit als Mitbewerber von D&B gelten müsse.

Ein klares Commitment gab Cameron auch für den Hardwarebereich ab:

Die Client-Server-Produkte werden demnach zunächst für die Unix-Rechner HP 9000, Serie 800, von Hewlett-Packard und dann für Aviion-Workstations von Data General herausgebracht.

Als Begründung gab der Manager an, Hewlett-Packard sei weltweit Marktführer im Bereich kommerzieller Unix-Systeme und Data General verzeichne hier das größte Wachstum .

Die Client-Server-Anwendungen werden mit dem 4GL-Tool "Powerbuilder" vom US-Anbieter Powersoft entwickelt. Als grafische Benutzeroberflächen sollen zunächst Windows von Microsoft und später auch andere Benutzer-Schnittstellen unterstützt werden.

Für die Koordination nutze die Software das Groupware-Produkt "Wijit" von der Firma Agility Systems.