Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.05.1981 - 

Technisch-wissenschaftliche Dokumentation auf COM zum Selbstsuchen:

Duplikate für jede interessierte Abteilung

MÜNCHEN (gr) - Nicht immer laufen des Schusters Kinder barfuß. Die Siemens AG, München/Berlin, setzt seit über fünf Jahren In ihrer technisch-wissenschaftlichen Dokumentation das "Computer Output on Microfilm" -Verfahren ein. Datenträger sind Mikrofilm-Karten, sogenannte "Mikrofiches".

22 Siemensianer sind in der Abteilung technisch-wissenschaftliche Dokumentation damit beschäftigt, die Anfragen ihrer Kollegen nach Fachliteratur zu beantworten. Die Anzahl der Anfragen nach Literatur steigt pro Jahr um 15 Prozent. In einem Datenspeicher aufgezeichnet sind Hinweise auf 600 000 Dateneinheiten wie Zeitschriften, Aufsätze, Bücher. Angeschlossen an die 7.531 aus dem eigenen Haus sind Online-Bildschirme in den verschiedenen Vermittlungsstellen. Taucht bei einem Fachproblem eine Informationslücke auf, so richtet der Suchende seine Anfrage mit den entsprechenden Stichworten über Terminal an den Rechner. Auf dem Bildschirm erscheinen die "Abstracts" der Literatur über das betreffende Thema.

Sichten am Lesegerät

Die Abstracts enthalten zwar mehr Informationen als das Stichwort, das in ihnen enthalten ist. Ihr Informationsgehalt, steht aber hinter dem gesamten Aufsatz zurück. Der Recherchierende muß entscheiden, ob er den entsprechenden Aufsatz ganz lesen will oder ob er von der Lektüre Abstand nehmen kann, weil der Inhalt für sein Problem nichts hergibt.

Würde der Forscher alle ausgegebenen Hinweise und Zusammenfassungen direkt am Terminal querlesen fielen sehr hohe Leitungsgebühren an. Günstiger ist für Siemens, der Anfrage-Kunde schreibt sich die entsprechenden Archivnummern heraus, geht zur Mikrofiche-Kartei und liest die Zusammenfassungen der ihm anempfohlenen Artikel am Lesegerät. Damit gibt er das Terminal für einen anderen Forscher frei. Siemens braucht mit dieser COM-Hilfe weniger Terminals zu installieren, um das Informationsbedürfnis der Mitarbeiter zu befriedigen.

Wegen der geringen Kosten, die beim Erstellen einer zusätzlichen Kopie des Mikrofiches anfallen, kann Siemens es sich leisten, nicht nur zentrale Informationsstellen und Bibliotheken mit Kopien der Mikrofiches zu versorgen. Auch die Fachabteilungen erhalten Duplikate der für sie relevanten Abstracts und Register. Von Hand legt der Informationswütige seine Fiches in das Lesegerät. Bei Bedarf beispielsweise wenn er einen Aufsatz anfordern will- erstellt er per Knopfdruck eine Hardcopy. Ohne den Rechner zu belasten, kommt er zu seinem Schwarz-auf-weiß-Besitz.

Register auf COM

Nicht immer müssen die Anfragen online an den Rechner gerichtet werden. Für manche Probleme reicht ein Verzeichnis, das dem Telefonbuch ähnelt. Die Frage "Welche Werke hat der Autor X geschrieben" läßt sich an Hand eines periodisch aktualisierten Registers beantworten. Autorenregister werden auf Fiche aufgenommen und für Bibliotheken und Zweigstellen vervielfältigt. Das Updaten besorgt der Rechner.

Durch diese zusätzliche Dienstleistung der zentralen Dokumentationsstelle, die über COM wirtschaftlich zu bewältigen ist, wird nicht nur der Rechner entlastet. Erforderlich sind auch dabei weniger Bildschirme und die Leitungskosten sinken. Bereichsweise ersetzt der COM-Auszug samt Lesegerät die Online-Anfrage in dieser Anwendung, die Siemens mit den Apparaten ihrer Tochtergesellschaft Hell GmbH, Kiel, realisiert. Allerdings - bis zum nächsten Updaten bleibt das Bild stehen. Doch nicht immer ist eine Tagesaktualität, die teuer erkauft wird, notwendig.

_AU: