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19.06.1981 - 

Spring Technical Meeting 1981 der SEAS, Share European Association in Bari:

Durch "Functional Split" zu überschaubaren Einheiten

BARI/ITALIEN - Eine vollständig zentrale Rechnerstruktur kann die Aufgaben der Zukunft nicht lösen. Auf der Frühjahrstagung der IBM-Benutzervereinigung SEAS, Share European Association im italienischen Bari wurde die Komplexitätsthematik unter anderen auch am Beispiel des neuen IBM-Großrechners 3081 diskutiert Ergebnis: Die dyadische Struktur des IBM-Flaggschiffes stelle möglicherweise sogar einen erhöhten Komplexitätsfaktor dar. Über das Meeting in Bari (7. bis 10 April 1981) berichtet SEAS-Programm-Koordinator Hagen Hultzsch*:

Das macht SEAS

Als Benutzerorganisation mit Zielsetzungen sowohl in der wissenschaftlich-technischen als auch in der administrativen Datenverarbeitung hat sich SEAS, Share European Association die Aufgabe gestellt, eine intensive, anwendungsnahe Kommunikation, sowohl zwischen den Rechenzentren und deren Benutzern als auch zum Computerhersteller IBM zu etablieren. Dazu veranstaltet SEAS regelmäßig Tagungen, die neben Vorträgen über aktuelle Themen der Datenverarbeitung durch Workshops und Projektarbeit gekennzeichnet sind.

Während des Kick-off-Vortrages am Abend des Anreisetages sprach F. Hoßfeld aus Jülich über "Multi Computer Systems: A Pretentious Response to a Challenging Demand". Mit dem wachsenden Bedarf nach Rechenkapazität und der zunehmenden Vielfältigkeit der DV-Anwendungen wird die Komplexität der Systeme, die die Anforderungen erfüllen, immer schwerer überschaubar. F. Hoßfeld forderte den "Functional Split" in Vielrechner-Installationen, die den Anforderungen entsprechend zugeschnitten sein müssen, und verglich die komplexen Rechnersysteme mit anderen Strukturen hoher Komplexität, so wie sie sich bei der Komposition oder in der Architektur entwickelt haben.

Mit dem Vortrag "Strategic Aspects of Multiple Computer Installations" von A. Guido, Yorktown Heights, begann das eigentliche Konferenzprogramm. Dabei wurden die Wechselwirkung zwischen kurzen Anwortzeiten und Benutzerproduktivität, sowie die Erfordernisse nach einem breiten Angebotsspektrum von Anwendungsfunktionen herausgearbeitet. Die funktionsgerechte Strukturierung der Rechnerelemente, verbunden mit einer Integration der einzelnen Komponenten zu überschaubaren Einheiten, wurde als erfolgversprechende Konzeption dargestellt. Ausgehend von der jüngsten Entwicklung und von den Durchsatz-Charakteristiken bei Pipeline-Computern zeigte W. Giloi, Berlin, daß die Rechner für allgemeine Anwendungen in absehbarer Zukunft keinesfalls von Parallelrechnern ersetzt werden können. Wegen der internen Kommunikationsproblematik werden sich Parallelrechner zunächst auf spezielle Anwendungen konzentrieren. Eher denkbar sind jedoch Parallelrechner als "Dataflow Computers" bei Anwendungen, die für die Datenbankproblematik zugeschnitten sind. F. Hertweck, München, der von R. Pocock vertreten wurde, erläuterte die jüngeren Entwicklungen bei der Systemkommunikation. Dabei hat er mit besonderer Aufmerksamkeit die heutigen und zukünftigen Protokoll-Standards ebenso wie die Forderung nach "Virtual Files" und nach global gültigen Kommando- und Erläuterungssprachen herausgearbeitet.

In einer Reihe von Vorträgen haben P. Rogers, Greenford, A. Shaphard, Poughkeepsie und R. Obermarck, San Jose, die Themenkreise "Job Entry and Task Distribution", "Multi System Communications" und "Interface to Data Bases" behandelt und dabei zu intensiven Diskussionen zwischen den Spezialisten angeregt. F. Roux, Paris, und D.Wiegand, Genf, erläuterten die Techniken, mit denen in Vielrechner-Installationen funktionsgerechte, überschaubare Einheiten geschaffen werden. Beide Vorträge machten deutlich, daß es gegenwärtig vollständig in dem Verantwortungsbereich der Rechenzentren liegt, individuell geeignete Strategien zu finden, mit denen das spezifische Spektrum an Servicefunktionen erfüllt werden kann. Daß die Komplexitätsproblematik in einem Rechenzentrum auch mit der Verfügbarkeit des Rechners IBM 3081 nicht verbessert wird, ging aus dem Vortrag von R. James, Poughkeepsie, über "Advanced Hardware, Software and Microcode Techniques within the 3081 Processor" und den anschließenden Diskussionen hervor. Die dyadische Struktur stelle möglicherweise sogar einen erhöhten

Komplexitätsfaktor dar, obwohl wesentliche Veränderungen in dieser Computer-Architektur nur erahnt werden können.

In der Panel-Diskussion "How to Cover the Growing Demand for Computing Resource in Multiple Computer Installations" unter der Leitung von K. Bauknecht, Zürich, wurde die Verbindung der Aspekte "Data Processing", "Communications" und "Information Presentation" zu einem integrierten Funktionsverbund diskutiert. Aus den einzelnen Beiträgen ging hervor, daß eine vollständig zentrale Rechnerstruktur die Aufgaben in der Zukunft nicht lösen können wird. Verknappung und Mobilität des DV-Personals sind neben anderem die Ursachen. Andererseits kann die Verdoppelung der Rechnerleistung alle zwei Jahr auf Dauer den Anforderungen nicht gerecht werden. Ebenso kann die Dezentralisierung ein neues Komplexitätsniveau erzeugen, das neben den Rechenzentren auch den Endbenutzer trifft. Vehement vorgebrachte Bemerkungen gegen die Strukturen historisch gewachsener Systeme mit begeistertem Engagement für Betriebssysteme mit Hypervisor-Konzeption bildeten den Abschluß des langen Konferenztages.

Am nächsten Tag eröffnete J. Egger, Zürich, das Vortragsprogramm und konzentrierte sich auf den Managementaspekt komplexer Installationen. Er zeigte, wie seine Installation die äußerst hohen Verfügbarkeitskriterien erfüllt und dabei ein weites Spektrum von Serviceleistungen, bei günstigen ökonomischen Bedingungen anbieten kann. B. Buco, Yorktown Heights, behandelte die Bedienungsproblematik komplexer Systeme. Er berichtete über ein gerade angelaufenes Projekt, das zum Ziele hat, unterschiedliche Systeme von einem gemeinsamen Leitrechner aus zu steuern. Wenn dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann, wird es einen signifikanten Beitrag zum Komplexitätsaspekt zukünftiger Computer-lnstallationen darstellen. In zwei Vorträgen über "Back-up and Recovery Techniques" und "Disaster Control" von J. Donovan, Dublin, und F. Perriquet, Paris, die von J. Anis vertreten war, wurde gezeigt, welche ökonomischen und technischen Überlegungen eine erfolgreiche Basis für effiziente Strategien im Falle von schwerwiegenden Fehlfunktionen oder bei Katastrophen angestellt werden müssen. In seinem Bericht der SEAS Interactive Task Force forderte A. Hagborg, Göteborg, anstelle des gemischten Spektrums unterschiedlicher Systeme, die den Benutzer verwirren, einen Satz einheitlich strukturierter Anwendungssysteme. Eine Analyse der computer-relevanten Charakteristika verschiedener Benutzergruppierungen wie System-Programmierer, Datenverarbeitungsspezialisten, Endbenutzer und "Noch-Nicht-Benutzer" zeigt die Dringlichkeit von Verbesserungen sowohl bei der System-Benutzer- als auch bei der Benutzer-Benutzer-Kommunikation.

Der letzte Konferenztag war speziellen Themen gewidmet, die mit der Komplexität von Mehr-Rechner-Systemen korreliert sind. K. Wiegand, Oberpfaffenhofen erläuterte generelle Aspekte des Front-End-Computing und beschrieb Netzwerktechniken in einer experimentorientierten Umgebung. Er zeigte, wie Rechner unterschiedlicher Architektur regional verteilt mittels eines leistungsfähigen Kommunikationssystems mit einem zentralen Großsystem integriert werden können und wie die DV-Ziele mit einem breiten Spektrum von Funktionskomponenten innerhalb gegebener ökonomischer Grenzen erfüllt werden können. J. Lustig, Darmstadt beschrieb die Einsatz- und Nutzungscharakteristika von Array-Processoren, die an General-Purpose-Computern eingesetzt werden können. Dabei sind extrem günstige Leistungsbedingungen zu erreichen, wenn eine höhere Komplexität sowohl in der Systemsteuerung als auch beim Anwender in Kauf genommen wird. Generell kann man schließen, daß sich der Einsatz solcher ökonomisch günstiger Spezialprocessoren nur dann lohnt, wenn die Kenntnisse über Aufbau und Struktur des Rechners bei den Anwendern den hohe Anforderungen gerecht werden. Einen faszinierenden Überblick über zukünftige Techniken und Arbeitsmöglichkeiten gab P. Stucki, Rüschlikon, in seinem Vortrag "Image Processing and Document Reproduction". Er erwartet eine lntegration von Text- und Bilddatenverarbeitung in ein Datenverarbeitungskonzept. Obwohl die beschriebenen Entwicklungen noch experimenteller Natur sind, sollte man hoffen, daß die integrierten Funktionen zum Nutzen für die DV-Anwendungen bald verfügbar sind. Ein vollständig funktionsfähiges "Electronic Mail System" stellte T. O'Leary, New York, vor. Innerhalb einer Umgebung, in der die Mitarbeiter zu mehr als 50 Prozent ihrer Zeit unterwegs sind, ist die Effizienz eines schnellen Informationsaustausches eng verknüpft mit der Effizienz der gesamten Umgebung. Datensicherung und Zugriffskontrolle sind garantiert durch die Techniken heute üblicher Systeme, die allerdings gegenwärtig in bestimmten Fällen den Anforderungen nicht vollständig gerecht werden können.

* Leiter des Rechenzentrums der GSI Gesellschaft für Schwerionenforschung mbH, Darmstadt.

HP 1000 dreidimensional

BÖBLINGEN (rs) - Dreidimensionale Darstellungen ermöglicht laut Anbieter Hewlett-Packard die neue Grafik-Software Graphics/1000-II. Die Böblinger entwickelten das Paket für die HP-1000-Familie.

Graphics/1000-II bestehe aus der geräteunabhängigen Grafikbibliothek DGL und dem Softwarepaket AGP-3 für dreidimensionale Darstellungen. Das Paket DGL sei für zweidimensionale Abbildungen bestimmt und biete die Möglichkeit, ohne Programmänderungen unterschiedliche Grafik-Peripheriegeräte mit einem gemeinsamen Befehlsvorrat zu benutzen .

Das Paket AGP-3 ist nach HP-Angaben eine Erweiterung des DGL-Paketes und unterstütze den Dialogverkehr mit Grafik-Peripherie. Das Graphics-Gesamtpaket wird knapp 15000 Mark kosten und eine Lieferzeit von rund drei Monaten haben.