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Der Produktionsfaktor Information


08.11.1991 - 

Durch Informations-Management Wettbewerbsvorteile erlangen

Die Welt bekommt ein neues Gesicht: Politische Veränderungen lassen Grenzen fallen, wirtschaftliche Impulse öffnen neue Märkte, moderne Kommunikationsmittel und Logistik bringen Kontinente näher. Mitten im Wandel von der Produktions- zur Informations- und Kommunikationsgesellschaft ist das "Think global, act local" aktueller denn je. Nur mit ganzheitlichen Informations-Management-Lösungen können Unternehmen nach Meinung von Joachim Haessler* in diesen Zeiten bestehen.

Marktchancen in wirtschaftlichen Erfolg umwandeln können langfristig nur Unternehmen, die in der Lage sind, Marktbedürfnisse und Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und in leistungsstarke, konkurrenzfähige Produkte oder Dienstleistungen umzusetzen.

Richtige Informationen waren schon immer die Wegbereiter guter Entscheidungen. So erzählt man sich von Bankier Rothschild, daß er sein Vermögen im 18. Jahrhundert an der Börse verdienen konnte, weil sein privater Kurierdienst ihn schneller als andere mit wichtigen Nachrichten versorgte, die ihn seine Finanzentscheidungen schneller und fundierter treffen ließen.

Wirtschaftsprozesse und Kommunikationstechnologien sind seither zwar komplexer geworden, doch die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben führt immer noch zu optimierten Entscheidungen. Statt privater Kuriere als Nachrichtenübermittler speichert heute Datenbanken Informationen und halten sie auf Abruf bereit. War es früher noch schwierig, Informationen überhaupt zu bekommen, so ist jetzt das Gegenteil der Fall. In einer Gesellschaft, die von Daten und Fakten überschwemmt wird, ist Informationsbesitz allein kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg.

Der Kampf um wichtige Marktanteile wird immer stärker durch die Verfügbarkeit, den Zugriff und strategischen Einsatz der Informationen entschieden. Das setzt voraus, daß sie zeit- und anforderungsgerecht verarbeitet werden. Es gilt, Strategien und Konzepte zu entwickeln, um aus der Gesamtheit der Fakten die jeweils richtigen zu selektieren und aufzubereiten.

Entscheidungen haben Folgen, und je gravierender diese sein können, desto umsichtiger müssen im Vorfeld alle Fakten recherchiert, selektiert, aufbereitet und gewichtet werden. Erst dann sind Informationen strategisch überschaubar und als Entscheidungsbasis unselektierten Daten überlegen. Erfolg oder Nichterfolg - in diesem Spannungsfeld treffen Führungskräfte Entscheidungen, von deren Richtigkeit wirtschaftliches Wachstum und Unternehmenserfolg abhängen. Die Grundlage der auf Rechnerbasis getroffenen Entscheidung sind Daten, die als Zahlenmaterial zur Verfügung stehen und durch die DV in großen Mengen gespeichert werden können.

Zunehmend gewinnen jedoch faktenorientierte Daten an Bedeutung, die als Entscheidungshilfe weit wertvoller sind.

Diese nichtnumerischen Informationen finden sich in verschiedensten Formen und müssen wie das Zahlenmaterial zugänglich und "benutzbar" gemacht werden, um den ganzen Informationsgehalt nutzen zu können.

Gerade an den Informations-Umschlagplätzen der Unternehmen (Marketing-, Patent- und Rechtsabteilung, Vorstandssekretariat, Archiv oder Dokumentation) kommt es darauf an, durch systematische Informationsgewinnung und schnellen Zugriff auf relevante Fakten Argumentationshilfen zu erarbeiten, die die Qualität der Entscheidungsbasis optimieren.

Informationsflut wirksam eingedämmt

Mit leistungsstarker Retrieval-Software bekommt man Zugang zu Informationen, erhält bessere Entscheidungsgrundlagen, erschließt dadurch Wettbewerbsvorteile und dämmt die Informationsflut wirksam ein.

Beispielsweise bewahren Patentrecherchen in internationalen Datenbanken vor Fehl- oder Doppelentwicklungen, für die teure FuE-Investitionen notwendig wären. Recherchierte, ausgewertete Markt, und Brancheninformationen optimieren die eigenen Absatzstrategien.

Effiziente Vorgangsbearbeitung führt zu höherer Produktivität in Sachbearbeitung und Verwaltung. Informationslogistische Archivlösungen optimieren den internen Kommunikationsfluß.

Führungskräfte haben die Bedeutung der Information als Produktionsfaktor erkannt. Aus der Vielzahl extern beschaffbarer Daten und technischer Auswertungsmöglichkeiten ergibt sich der logische Schluß: Informationen zu beschaffen, zu erschließen und richtig zu verteilen ist eine unternehmerische Aufgabe. Manager erhalten noch viel zu häufig entscheidungsunterstützende Fakten nach dem Push-Prinzip: Vor Entscheidungen ordern sie Informationen zu einem Thema. Die Suche der Sachbearbeiter fördert eine Vielzahl unstrukturierter Daten zutage, die ohne Berücksichtigung von Redundanz und Relevanz nach individueller Einschätzung zusammengetragen wurden. Informationen nach dem Push-Prinzip sind subjektiviert und quantifiziert statt objektiviert und qualitativ minimiert.

Völlig anders das Pull-Prinzip: Der Entscheider kann seine benötigten Informationen selbst beschaffen - ohne Umwege, Doppelinformationen und Verfälschungen durch Zwischenträger. Möglich wird das durch leistungsfähige Hard- und Software, die den Gesamtvorgang beschleunigt. Weitaus wichtiger als die Hardwarekomponente sind informationslogistische Konzepte und Softwarelösungen, mit deren Hilfe der Produktionsfaktor Information erkannt, gepflegt und so eingesetzt wird, daß im Hinblick auf bessere Informations- und damit Entscheidungsbasis strategisch-operative Ressourcen im Unternehmen entstehen.