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14.08.1981

Durch Übernahme des PCM-Anbieters soll Plattenspeicher-Know-how erweitert werden:Fusion Burroughs - Memorex fast perfekt

DETROlT/SANTA CLARA (nw) - Eine Änderung ihrer Geschäftspolitik hat die in Detroit ansässige Burroughs Corp. mit der beabsichtigten Übernahme des Speichersystem-Herstellers Memorex Corp., Santa Clara, eingeleitet: Statt wie früher alle Produkte in Eigenregie zu entwickeln und herzustellen, will man durch Aufkauf von Unternehmen fremdes Know-how erwerben.

Insgesamt will der Detroiter Computer-Hersteller nach eigenen Angaben für den in Schwierigkeiten befindlichen Dünnfilm-Plattenspezialisten Memorex 105,2 Millionen Dollar bezahlen. Burroughs würde damit eine Gesellschaft kaufen, die laut VWD in den vergangenen fünf Monaten nur rote Zahlen schreiben konnte. Mit diesem Deal verließe die Gesellschaft einem Bericht der Financial Times zufolge ihren bislang eingeschlagenen Weg, verlustbringende Geschäftszweige abzustoßen und sich Mittel zur Schuldentilgung zu beschaffen.

Die neue Strategie sei dem ehemaligen US-Finanzminister und jetzigem Chairman und Chief Executive Michael Blumenthal zuzuschreiben. Der Burroughs-Boß glaube, daß das Plattenspeicher-Geschäft künftig hohe Zuwachsraten ausweisen werde und sei deshalb überzeugt davon, daß sich der Zusammenschluß in den kommenden Jahren als besonders lohnend entpuppe.

Die Konkurrenz stimmt mit Burroughs in diesem Punkt überein: Auch bei der Storage Technology Corp. (STC), Louisville, die eine zeitlang als Memorex-lnteressent auftrat, ist man der Meinung, daß STC mit Plattenspeichern künftig einiges an Umsätzen zulegen werde. Grund: IBM habe zweimal die 3380-Lieferzeit aufgeschoben und zudem die 3350-Fertigungskapazität gesenkt. Den nun im Laufe der Zeit angesammelten Kundenwünschen könne der Branchenriese allein gar, nicht mehr nachkommen. Damit werde der Weg frei für PCMs, freut sich der Leiter Vertriebsunterstützung bei STC, Bernd Grosser. Daher habe STC seine Produktionskapazität von 3350-kompatiblen Plattenspeichern innerhalb eines Jahres vervierfacht. Bis Ende 1981 sei STC in der Lage, täglich 60 Platten zu produzieren.

Konkurrent STC ausgestochen

Anfang August sah es sogar so aus, als ob die STC Corp. ihre Aktivitäten diesem Gebiet noch weiter ausbauen wollte: 85,2 Millionen Dollar boten die Louisviller für den Konkurrenten Memorex. Um so überraschter war man deshalb laut Financial Times in der Wall Street, als Blumenthal bekanntgab, daß Burroughs mit Memorex schon mehrere Monate Gespräche geführt habe. Nachdem nun Burroughs mit 14,50 Dollar pro Aktie um 2,50 Dollar mehr als STC zu zahlen bereit war, sei STC ausgestochen worden. Die Übernahme soll nun nach Burroughs-Angaben in Form einer Bar-Fusion erfolgen. Memorex werde dann eine 100prozentige Burvoughs-Tochtergesellschaft,

Allerdings ist die grundsätzliche Übereinkunft nach Angaben des Geschäftsführers der deutschen Memorex GmbH, Frankfurt, Dr. E. Schütz, noch an einige Bedingungen geknüpft. Dazu gehöre die Neustrukturierung der langfristigen Verbindlichkeiten von Memorex. Blumenthal ist, wie die Financial Times berichtet, jedoch zuversichtlich, daß die Kredit-Verhandlungen schnell zu einem Abschluß kommen können.

Im ersten Halbjahr 1981 war Memorex mit 31,5 Millionen Dollar in den roten Zahlen, nach 20,6 Millionen Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Gesamtverschuldung hat laut VWD am Ende des zweiten Quartals rund 223 Millionen Dollar erreicht. Grund der Verluste sind nach Memorex-Angaben die hohen Herstellungskosten bei den Speichern, ein schleppendes Geschäft bei Plattenspeichern mit niedriger Speicherdichte und hohe Zinsbelastungen.

Burroughs berichtet für das erste Halbjahr 1981 über Umsätze von 1,6 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1,4) und einen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunkenen Nettogewinn von 53,6 Millionen (108,5 Millionen) Dollar. Für diese Entwicklung sei vor allem die anhaltend feste Tendenz für den US-Dollar ausschlaggebend.