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21.06.2002 - 

Streaming Media/Giga bewertet Markt für Streaming Media

Durchbruch in den nächsten zwei Jahren

MÜNCHEN (CW) - In den nächsten 24 Monaten wird der Bedarf an Intranet-basierenden Streaming-Medien für den Unternehmenseinsatz deutlich steigen. Dieser Ansicht ist man bei der Giga Information Group, die davon ausgeht, dass Firmen zunehmend das Potenzial dieser Technik für Informationsverteilung, E-Learning, Unternehmens-Events und als Reiseersatz nutzen werden.

Die IT-Abteilungen stehen laut Giga-Analyst Thomas Mendel immer stärker unter Druck: Anwender erwarten, dass ihnen eine innovative Technik, die sie von der privaten Nutzung des Internet kennen, auch in ihrem beruflichen Umfeld zur Verfügung steht. Dies gilt auch für Streaming-Medien. Der Marktbeobachter sieht zudem zwei weitere Faktoren, die den Trend zu Streaming-Media unterstützen. Inzwischen sei es einfach und vergleichsweise billig, Content in ein Streaming-fähiges Format zu übertragen, außerdem erwarte man im Geschäftsleben einen zeitgerechten Zugriff auf Informationen.

Den Giga-Untersuchungen zufolge nutzen derzeit etwa 15 Prozent der 2000 weltgrößten Unternehmen Intranet-basierende Streaming-Medien. Doch dies soll sich rasch ändern. Bereits im nächsten Jahr, so schätzen die Analysten, wird der Anteil auf 40 Prozent steigen, im Jahr 2004 gar auf 75 Prozent. Grund dafür sei neben den genannten Faktoren auch die wieder in Schwung kommende Wirtschaft.

Zwei Alternativen bietet der Markt für Streaming-Medien den Unternehmen. Mendel unterscheidet zwischen hardwaregestütztem MPEG-Encoder und softwarebasierendem Encoder in Kombination mit Streaming-Servern. Während Software-Encoder bei niedrigen Bandbreiten klar einen Vorsprung hätten, eigneten sich die Hardwarelösungen eher für anspruchsvolle Aufgaben wie Vertriebs-Meetings oder Vorstandssitzungen, da sie qualitativ besser und als schlüsselfertige Systeme aus einer Hand verfügbar seien. Hinzu kommt, dass die reinen Softwareanwendungen hinsichtlich der Gesamtkosten normalerweise billiger sind, da die Programme oft im Paket mit anderen Applikationen (Microsoft) angeboten werden oder wie bei Apple kostenlos zur Verfügung stehen. Eine Ausnahme ist Real Networks, für dessen Produkt gezahlt werden muss.

Auch auf die Frage, wie sich die drei genannten Anbieter den Markt teilen werden, hat Giga eine Antwort. Den Schätzungen zufolge sollen im Jahr 2004 rund 50 Prozent der Unternehmen das Microsoft-Produkt als Standardlösung einsetzen. Den Rest teilen sich Real Networks, das den Vorteil des Erstanbieters genießt, sowie Apple mit einer als abgerundet, bedienerfreundlich und gut skalierbar eingestuften Lösung. Hardwaresysteme würden dagegen keine signifikante Rolle spielen. Lediglich Cisco könne seine Position für Content-Verteilung nutzen und den Unternehmenskunden eine überzeugende Paketlösung anbieten - eine Entwicklung, für die es bislang jedoch keine Anzeichen gebe.

Die Marktbeobachter runden ihre Prognose mit einigen Ratschlägen für Anwender und Hersteller ab. So sollten sich IT-Abteilungen darüber im Klaren sein, dass wahrscheinlich in den nächsten 24 Monaten die Geschäftsseite an sie herantritt und mit dem Einsatz von Intranet-Streaming-Medien beauftragt. Giga empfiehlt deshalb der IT, dieses Thema proaktiv anzugehen und zunächst einen Standard für die Plattform festzulegen. Die Wahl des Systems sollte natürlich davon abhängen, ob und welche Player bereits installiert sind, wie diese aktuell im Internet genutzt werden und welcher Bedarf für die Zukunft prognostiziert wird. Für Microsoft-zentrierte Umgebungen sei die Entscheidung eindeutig, in heterogenen Landschaften dagegen nicht ganz so einfach.

Netze proaktiv ausrüsten

IT-Manager sollten außerdem dafür sorgen, dass die Unternehmensnetze bereits jetzt für die geplanten Medien fit gemacht werden. Giga-Experte Mendel zufolge müssen dazu Hubs stufenweise zugunsten von Switches abgebaut werden. Außerdem sei sicherzustellen, dass alle Switches IP-Multicasting unterstützen. Eventuell noch vorhandene Token-Ring-Netze sind auf Ethernet zu migrieren, damit sich Streaming-Medien effizienter angehen lassen. Ferner sei eine Analyse der Netztopologie ratsam, um die Sprünge zwischen Streaming-Media-Servern und den Nutzern gering zu halten. Schließlich sollte man sich auch noch um die Einführung von Technologien zur Traffic-Aufteilung und zum Bandwidth-Shaping kümmern.

Den Anbietern von softwarebasierenden Streaming-Plattformen empfiehlt Giga, die Unternehmens-IT in den Projektphasen Entwicklung und Betrieb besser zu unterstützen. Derzeit könne keiner der drei führenden Anbieter mit einer wirklich überzeugenden Paketlösung aufwarten, die alle Aspekte eines Intranet-Einsatzes abdeckt. Dies gelte insbesondere für die Themen Inhaltserzeugung und Kontrolle des Netzverkehrs. An die Adresse der hardwareorientierten Anbieter von Streaming-Lösungen richtet Giga den Rat, geschäftliche Belange in Nischenmärkten zu adressieren, wenn sie auch weiterhin als zukunftsfähige Alternativen im Markt eine Rolle spielen wollen. (ue)

Software- kontra Komplettlösungen

Softwareplattformen / Hardwareplattformen

Vorteile : Gesamtkosten für die Nutzung günstiger; basiert auf De-facto Internet- Standards; gute Skalierbarkeit./ Höhere Qualität; schlüsselfertige Lösung; leichterer Einstieg.

Nachteile : Schlechtere Qualität; höhere Konfigurationsanforderungen. / Höhere Bandbreiten erforderlich; weniger flexibel; höhere Gesamtkosten.

Wichtige Anbieter : Apple, Microsoft, Real Networks. / Amnis Systems, Cisco, Minerva Networks, Optibase, Path 1 Network Technologies, VBrick Systems.

Abb: Marktverteilung

Bei Intranet-gestützten Streaming-Medien führen Real Networks und Microsoft. Quelle: Giga Information Group