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06.03.1981 - 

ADR-Prokurist Mudter über die SQLDS-Ankündigung:

Durchhalte-Parole für DL/1- müde Kunden

MÜNCHEN (CW) -"Der Codd-Artikel", mutmaßt der Prokurist der Applied Data Research (ADR) Deutschland GmbH, Wolfgang Mudter, über die "SQL/DS" -ankündigung, "stammt gar nicht von Codd selbst, sondern von irgendeinem Marketing-Menschen der IBM in White Plains." Der Datenbank-Spezialist - ADR vertreibt das DB-System "Datacom" - nimmt zu der SOL/DS-Ankündigung (CW Nr. 9) Stellung:

Wenn IBM Edgar F. Codd von SQL/DS schwärmen läßt,

erweist sich diese pompöse Ankündigung bei näherem Hinsehen kaum mehr als, eine Durchhalte-Parole an die Adresse der DL/1-müden Kunden und Datenbank-Aspiranten.

Mündige Anwender dürften - im Gegensatz zur geplanten Absicht der Ankündigung - verstärkt auf Distanz gegenüber IBMs Datenbank-Software gehen. Soweit die äußerst dürftigen Ankündigungen dies zulassen, kann über SQL folgendes als gesichert ausgesagt werden:

SQL ist kein Datenbanksystem, sondern lediglich eine Querysprache zu DL/1 mit relationalen Sprachelementen.

SQL ist sicherlich kein praktikabler Weg für einen mittelgroßen DOS-Shop, da Hardware-Erfordernisse und Laufzeiten sich gegenüber dem "nackten" DL/1 vervielfachen werden.

SQL stellt eine Query-Ergänzung zu DL/ 1 dar. Zur Abgrenzung des Einsatzbereiches meint Codd in humorvoller Weise, daß DL/1 ohne SQL sich besonders für Umgebungen mit hohem Performance-Anspruch eigne. Zu Deutsch: SQL/DS stellt eine extrem leistungsschwache Query dar und wird von Codd für die üblichen Anwendungsgebiete als völlig ungeeignet eingestuft.

Der Hardware-Bedarf wird charakterisiert mit der Aussage, daß SQL/DS. sich mit CICS und DL/1 eine CPU teilen kann - mit der gedanklichen Erweiterung, aber nur theoretisch.

Die Problematik des IMS- und DL/ 1-Anwenders zeigt, auch SQL/DS weist keinen Weg aus dieser Sackgasse. Die Anwendungsprogrammierung war nie das Problem des IMS/DL/1, sondern das Design der komplexen Datenbank. Beides aber wird von SQL nicht berührt. Da SQL selbst auf dem gleichen DL/1 basiert, wird sich hieran überhaupt nichts ändern. Demzufolge kann der Ankündigung weiterhin entnommen werden, daß IBM nach wie vor das Problem des Übergangs von DL/1 zu einem späteren relationalen System noch nicht geschafft hat. Konzeptionell wird also auf ein restlos veraltetes, ohnehin überladenes Datenbanksystem ein immenser Overhead mit fragwürdigem Anwendernutzen gesetzt. Die notwendige Einbettung Data- Dictionery-Steuerung wurde in der Eile offensichtlich völlig vergessen.