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28.11.1986 - 

Auch die neue PC-Generation hat ihre Grenzen:

Durchsatz für CAD-Aufgaben nicht ausreichend

MÜNCHEN - Mit der Einführung des 32-Bit-CPU-Chips 80386 von Intel ist die Rechnertechnik einen Schritt vorangekommen. Rechenleistung und Adreßbereich sprengen die bisher bei Personal Computern üblichen Grenzen. Ein wichtiger Markt für diese "Super-PCs" wird der bisher von wesentlich teureren Systemen beanspruchte CAD-Sektor sein. Aber auch die neue PC-Generation hat ihre Grenzen.

Nicht unbedingt, weil dieses Chip an sich spektakuläre Leistungsvorteile gegenüber den bisherigen 32-Bit-Mikroprozessoren böte, sondern weil damit eine Verbindung hergestellt ist zwischen der MS-DOS-Welt und der Unix-(Xenix)-Welt, ist die neue PC-Generation bemerkenswert. Steht erstere stellvertretend für preiswerte Massenprodukte für Bürozwecke, aufbauend auf der Popularität des von IBM ins Leben gerufenen "Industriestandards", so repräsentiert jene vorläufig noch das Gebiet der anspruchsvollen und teuren Ingenieur-Software, die vorwiegend von Technik-Insidern mit entsprechenden Vorkenntnissen genutzt wird. Unix und die Unix-Derivate können hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit als Mindestanforderung für anspruchsvolles Computer Aided Design gelten.

Vorteile des 80386 sind noch nicht nutzbar

Mit der Einführung eines uneingeschränkt Unix-(oder Xenix)-fähigen PC ist die Leistungslücke zwischen der PC-Welt und der Welt der Workstations beziehungsweise Superminis etwas kleiner geworden, ganz geschlossen ist sie allerdings noch nicht. Dafür gibt es einige Gründe: Zum einen ist gegenwärtig noch zuwenig CAD-Software verfügbar, die die Vorteile des 80386 voll nutzt; die angebotenen Programme sind allesamt für Maschinen der AT-Klasse konzipiert. Immerhin ergibt sich theoretisch ein gewisser Geschwindigkeitsvorteil beim Einsatz dieser Programme auf 80386-Maschinen. Aber auch daran, müssen Zweifel erlaubt sein. Der COMPUTERWOCHE liegen Berichte von Systemhäusern vor, nach denen von einem solchen Vorteil bei einem Systemvergleich nicht die Rede sein kann.

Die Grafikleistung ist bei CAD maßgebend

Eines ist klar: Software für den AT, erstellt für den Einsatz unter MS-DOS, nutzt jedenfalls das Leistungspotential des 80386 nicht annähernd aus; sie ist den diesem Betriebssystem inhärenten Beschränkungen unterworfen. So gibt es in den bisherigen MS-DOS-Versionen weder virtuelle Speicherverwaltung noch ohne Verrenkungen adressierbare Hauptspeicherkapazitäten von mehr als 640 Kilobyte. Beides stellt für ernsthafte CAD-Arbeit ein nicht zu unterschätzendes Hindernis dar. Unix-Software für derartige "Super-PCs" ist zwar mit einiger Sicherheit für die Zukunft zu erwarten, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es sie praktisch noch nicht. Die Tatsache, daß Compaq mit seinem Deskpro 386 eine lediglich für den 80286 entwickelte Xenix-Version mitliefert, unterstützt die Entwicklung auch nicht gerade.

Auch die Hardware ist noch nicht ausgereift. CAD steht und fällt mit der Leistungsfähigkeit der Grafikausgabe auf dem Bildschirm. Auf diesem Gebiet repräsentieren die angebotenen Geräte der neuen Generation hinsichtlich des Auflösungsvermögens einen Standard, der noch nicht weit über denjenigen der AT-Klasse hinausgeht. Ein Beispiel: Als Add-Ons angebotene Hochleistungs-Grafikkarten kommen mit der Rechnergeschwindigkeit einfach nicht mit, es gibt "Löcher in der Grafik", wie sich ein enttäuschter Anwender äußerte. Es ist allerdings anzunehmen, daß derartige Kinderkrankheiten binnen kurzer Zeit ausgemerzt sein werden. In Zukunft werden wir es also mit wesentlich leistungsfähigerer Software zu tun haben, und auch das Zusammenspiel zwischen Rechenleistung und Grafikausgabe wird sich optimieren lassen.