Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

10.10.1980 - 

IBM 3750 soll dem Informationsaustausch zwischen Mensch und Maschine dienen:

DV Anlage Wird direkter Kommunikationspartner

STUTTGART (rs) - Das innerbetriebliche Informationswesen befindet sich im Umbruch. Zu den Menschen, die bisher Informationen austauschten, ist als weiterer Partner die Datenverarbeitungsanlage (DVA) hinzugekommen. Sie verfügt über Datenspeicher, deren aufbereiteter Inhalt in zunehmendem Maße als Entscheidungshilfe eingesetzt wird. Bisher ist es noch selten, daß Menschen direkt mit der DVA kommunizieren. Meistens bedienen sie sich der Umwege über Belege, Datenträger oder Listen. Diese Umwege verursachen Zeitverlust, Verlust an Aktualität und an Informationswert. Einer IBM-Information entnehmen wir dazu die folgenden Ausführungen.

Mit dem Ausbau der Datenverarbeitungsanlagen zum Datenbanksystem stellt sich nicht so sehr das Problem, daß wenige Menschen viele Daten etwa über Datensichtgeräte eingeben oder abfragen, sondern daß alle im Arbeitsprozeß befindlichen Mitarbeiter entsprechend ihrer Aufgabenstellung Zugang zur zentralen DVA haben sollen, um aktuell Daten einzugeben oder abzufragen.

Es war naheliegend, die DVA als zusätzlichen "Gesprächspartner" mit in das Informationssystem Nebenstellenanlage, das im Unternehmen zur Sprachkommunikation bereits benutzt wird, einzubeziehen.

Das setzte voraus, daß ein System geschaffen wurde, das eine direkte Verbindung zur DVA besitzt und den Informationsaustausch zwischen Menschen einerseits und Menschen und der DVA andererseits mit einfachen Geräten in gleichermaßen einfacher und zuverlässiger Weise ermöglicht.

IBM begann Anfang der sechziger Jahre mit der Entwicklung vollelektronischer Kommunikationssysteme, die inzwischen als integrierte Sprach- und Datensysteme im Einsatz sind. Das System IBM 3750 N ist ein Kommunikationssystem für Fernsprech- und Datenverkehr und entspricht den Bestimmungen der Deutschen Bundespost. Es enthält ein Konzept, das ihm folgende Eigenschaften verleiht:

þAnpassungsfähigkeit an die organisatorischen Bedürfnisse des Benutzers durch Speicherprogrammsteuerung.

þBetriebssicherheit durch Duplizierung der wesentlichen Bauteile.

þZuverlässigkeit durch ständig laufende Prüfprogramme und durch Verzicht auf elektromechanische Kontakte zugunsten von verschleißfreien Halbleiter-Schaltelementen.

þZukunftssicherheit durch Verwendung modernster Technologien. Die in den achtziger Jahren geplanten öffentlichen Netze für den Fernprech- und den Datenverkehr der Deutschen Bundespost, von denen einige Ämter bereits in Betrieb genommen wurden,

sind ebenfalls rechnergesteuert und speicherprogrammiert.

þVerwendung des Tastenwahl-Fernsprechapparates als Datenstation. Erweiterung dieses Gerätes um alphanumerische Tastaturen, Bildschirmgeräte sowie Ausweisleser.

An das System IBM 3750 N angeschlossene Nebenstellen (Fernsprechapparate, Datenstationen) werden untereinander oder mit externen Gesprächsteilnehmern über Amtsleitungen beziehungsweise Querverbindungsleitungen durch ein vollelektronisches Koppelnetz (Raumvielfach) verbunden. Das Koppelelement ist ein Thyristor, ein in der Elektronik wegen seiner Zuverlässigkeit und seiner langen Lebensdauer immer mehr eingesetztes Halbleiter-Bauelement.

Thyristoren sind aufgrund ihrer hohen Schaltgeschwindigkeit besonders gut für die Steuerung durch einen Rechner geeignet.

Wünsche des Benutzers

Die Fernsprech- und Datenfunktionen des Telefoncomputers werden durch ein Speicherprogramm im zentralen Steuerrechner bestimmt. Dieses Programm ist Bestandteil des Systems IBM 3750 N und unterliegt damit gemäß der Fernmeldeordnung (FO) ebenfalls der Zulassung durch die Deutsche Bundespost. Entsprechend der in der FO festgelegten Zulassungsbestimmungen ist die Programmierung nur durch den Hersteller erlaubt. Um ein Steuerprogramm für eine bestimmte Installation anzupassen, wird es nach den Wünschen des Benutzers aus einer Anzahl von Funktions-Programmteilen im Herstellungswerk zusammengefügt (generiert) und mittels Magnetplatte in das System IBM 3750 N des Benutzers geladen.

Die Programmierung hat wesentliche Vorteile:

þÄnderungen und Erweiterungen der Leistungsmerkmale werden vom Außendienst der IBM durch Laden eines neuen Programmes im allgemeinen ohne Betriebsunterbrechung. Verdrahtungs- oder anderen Montageaufwand im Vermittlungssystem durchgeführt.

þTabellen für Rufnummern oder Berechtigungen können jederzeit einer veränderten Organisation angepaßt und ohne Betriebsunterbrechung geladen werden. Bestimmte Tabellen kann der Benutzer selbst über die Kontrollschreibmaschine ändern. So

kann beispielsweise ein Teilnehmer der von einem Büro in ein anderes umzieht, seine Rufnummer durch Programmtabellenänderung mitnehmen. Der zur Tabellenänderung berechtigte Beauftragte des Kunden gibt dazu einige Steuerbefehle über die Kontrollschreibmaschine in das System ein. In der gleichen Art und Weise können Rufnummern gelöscht oder einer Rufnummer zugeordnete Funktionen verändert werden.

þSie ermöglicht schon in der Planungsphase Zuordnung von Berechtigungsklassen. Hier werden bis zu 32 beziehungsweise 64 Berechtigungsklassen geschaffen, von denen jede eine bestimmte einmalige Kombination einzelner Fernsprech- und Datenberechtigungen enthält.

þDiagnostikprogramme erleichtern die vorbeugende Wartung und ermöglichen das schnelle Auffinden von Störungsursachen .

þVerkehrsmeßprogramme erlauben eine genaue Analyse der Systembelastung zu einer bestimmten Zeit oder über einen bestimmten Zeitraum.

þEs wird eine höhere Verfügbarkeit des Koppelnetzwerkes und der Verbindungssätze erreicht, weil bei einem Verbindungsaufbau der Sprechweg nur dann belegt wird, wenn die gewünschte Nebenstelle frei ist.

þDurch die Diagnostikprogramme als gestört erkannte Verbindungselemente werden im Steuerrechner als nicht verfügbar gekennzeichnet und von diesem bis zur nächsten Wartung des Systems nicht mehr benutzt. Sie werden so als potentielle Störungsquelle ausgeschaltet.

Das System IBM 37'50 N ist modular aufgebaut. Diese Modularität bietet zwei Vorteile:

Zum Zeitpunkt der Installation hat das System IBM 3750 N genau die Ausstattung, die den Anforderungen des Benutzers entspricht.

Während der Lebenszeit des Systems können alle Möglichkeiten des Systems IBM 3750 N den wachsenden Anforderungen des Benutzers ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs angepaßt werden.

Das in der Abbildung gezeigte System IBM 3750 N besteht aus folgenden Funktionseinheiten:

þDie Zentraleinheit IBM 37'51 enthält die duplizierten Steuerwerke und das Steuerprogramm. Die Speicherkapazität dieser Einrichtung kann ebenfalls erweitert werden, um zusätzliche Systemfunktionen aufzunehmen.

þDie Netzwerkeinheit IBM 3752 führt alle Vermittlungsfunktionen aus. Ihre Anschlußkapazität kann ebenfalls erweitert werden.

þDie Leistungseinheit IBM 3753 (Modelle 1 und 2) enthält die Anschaltungseinrichtungen der Leitungen zur Netzwerkeinheit. Entweder eines oder beide Modelle werden benötigt abhängig von der Anschlußkapazität. Bis zu 1004 Nebenanschlußleitungen ist das Modell 1 ausreichend.' Bis zu maximal 2516 Nebenanschlußleitungen wird dann das Modell 2 zusätzlich benötigt.

þDie Vermittlungsplätze IBM 3755 ermöglichen die manuelle Vermittlungstätigkeit durch Vermittlungskräfte. Bis zu 18 Vermittlungsplätze sind abhängig vom Verkehrsaufkommen bzw. der Ausbaugröße des Gesamtsystems anschließbar.

þDie Kontrollschreibmaschine IBM 3757 wird durch den Beauftragten des Benutzers zur Systemüberwachung und Tabellenänderung benötigt Eine zweite Kontrollschreibmaschine IBM 3757 kann angeschlossen werden.