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06.03.1992 - 

DVZ Leipzig bildet Sehgeschädigte aus

DV-Ausbildung erleichtert die Integration ins Berufsleben

LEIPZIG (CW) - Die langjährigen Erfahrungen mit blinden Programmierern nutzend, vermittelt das Datenverarbeitungszentrum (DVZ) Leipzig sehbehinderten Menschen mit kaufmännischen Kenntnissen Fertigkeiten im Umgang mit elektronischen Hilfen. Nach dem Bestehen einer Prüfung vor der IHK können die Teilnehmer in der Verwaltung von Behörden eingesetzt werden.

An sechs mit moderner Technik ausgerüsteten Arbeitsplätzen lernen Teilnehmer den Umgang mit Textverarbeitungen kennen. Darüber hinaus erteilt das DVZ Unterricht zu Themen wie Datenbanken, Tabellenkalkulation und Grundprinzipien der Programmierung, damit die Sehbehinderten später zum Beispiel als Bürokaufmann, Verwaltungs- und Sozialfachangestellter etwa in der Krankenversicherung als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt werden können.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Folgende Zugangsvoraussetzungen müssen die Teilnehmer

mitbringen:

1. Kenntnis der Schreibmaschinentastatur und für Blinde Brailleschrift,

2. eine mit Erfolg abgelegte Abschlußprüfung in einem anerkannten kaufmännischen beziehungsweise verwaltenden Ausbildungsberuf und eine Berufspraxis von mindestens einem Jahr oder eine mindestens vierjährige Berufspraxis in einem kaufmännischen Beruf.

Das DVZ läßt zur Prüfung auch Kandidaten zu, die durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise nachweisen, daß sie Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben haben, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Die Blinden arbeiten mit Braille-Zeilen a 80 Spalten. An zwei Geräten ist eine Sprachausgabe vorhandene die den erfaßten Text in verschiedenen Arten vorsprechen kann. Für die Sehschwachen haben zwei Arbeitsplätze Großbildschirme mit dem Bildvergrößerungssystem "Vista", und ein weiterer Arbeitsplatz ist mit dem System der Firma Frank Audiodata ausgestattet.

An den Plätzen der sehschwachen Teilnehmer ist sowohl die Vergrößerung als auch der Bildausschnitt sowie die Farbe von Vorder- und Hintergrund des Bildschirms frei wählbar. Zusätzlich läßt sich bei Vista-Systemen in den aktuellen Bildschirm eine Textvorlage in beliebiger Vergrößerung an beliebiger Stelle einblenden, und beim System von Frank Audio-data kann der Text akustisch kontrolliert werden (Sprachausgabe).

Auch die Geräte für Sehschwache sind mit 40-spaltigen Braille-Zeilen versehen. Druckausgaben erfolgen in Schwarzoder Punktschrift. Neu ist die Einbeziehung von Lehrmaterial in Braille-Schrift auf Diskette.

Der nächste Lehrgang beginnt im Mai und wird voraussichtlich sechs Monate dauern. Die derzeitigen Kosten für die Teilnehmer liegen bei etwa 1000 Mark pro Woche.

Die gesetzlichen Rentenversicherungen, die Bundesanstalt für Arbeit, die gesetzlichen Unfallversicherungen, die Versorgungsämter und nicht zuletzt die Fürsorgestellen regeln auch die finanziellen Probleme der Umschulung sowie der notwendigen Technik.

Ihr Interesse an einer solchen Ausbildung können Blinde und Sehschwache beim Arbeitsamt Leipzig, Abteilung Rehabilitation, Fleischergasse 13,O-7013 Leipzig, bei ihrem Heimatarbeitsamt oder direkt beim Datenverarbeitungszentrum Leipzig GmbH, Herr Hain, Dittrichring 17, PSF 627, O-7010 Leipzig, Telefon 00 37 41/797 03 33 anmelden.