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27.03.1987

DV bei VW: Hauptdarsteller oder Statistik

Zweifel an der gravierenden Rolle der EDV im Falle der verschwundenen VW-Millionen werden laut. Die Tagespresse war mit ihrer Ursachenforschung möglicherweise allzu rasch beim Computer und seinem menschlichen Interface fündig geworden. Natürlich ist nicht auszuschließen, daß DV-Anlagen mit im Spiel waren. Im Bankreich ist beispielsweise überhaupt kein Betrug mehr ohne Computer möglich, sagen Kriminologen. Doch sei es sehr fraglich, ob das den klassischen Begriff der Computerkriminalität noch erfüllt. Stellt sich also die Frage, wie weit das EDV-Fachpersonal bereits instrumentalisiert beziehungsweise in Befehlsstrukturen eingebunden ist, daß es Vorgänge, die es mittels Rechner bearbeite, überhaupt noch im Hinblick auf Schädlichkeit auf das Unternehmen beurteilen kann.

Ein schlechtes Licht zumindest ist mal wieder auf die Datenverarbeitung gefallen. Aber institutionalisierte Verantwortungslosigkeit holt schließlich doch diejenigen ein, die dieses "Prinzip"dulden. Fragt sich, inwieweit die riesige Rechenmaschinerie der Finanzabteilung eines Großunternehmens oder einer Bank nur einem Vorstand Finanzen darf. "Controller - ja oder nein" allein ist nicht das Problem. Wichtig ist doch wohl, von welcher Stelle im Unternehmen aus er den Hebel ansetzen kann. Und dieses hat sich jetzt bei VW gezeigt: Er muß in den Vorstand, und zwar an oder neben die Position des Finanzchefs, quasi als "Alter ego" oder "Feindlicher Bruder" - je nach Temperament und Motivation.

Und in dieser Ebene sollte dann auch ausgehandelt werden, was dem Unternehmen die Sicherheit, ihre Finanzwesens - spricht: EDV-Wesens - gegen Mißbrauch, Manipulation, Sabotage, Betrug, Veruntreuung etc. wert ist. Bei VW sollen kurz vor Bekanntwerden gewaltigen Verlustes in Höhe eines ganzen Jahresgewinns einschlägige Versicherungen noch vorstellig geworden sein. Policen in Höhen zwischen 10 und 50 Millionen Mark hätten die Versicherungs-VBs gerne verkauft. Sie bekamen zu hören, "so etwas" passiert bei VW nicht. Und solche Versicherungssummen hätten ja auch einen derartigen Schaden nicht reparieren können. Nebenbei: Es werden Versicherungssummen zwischen 200 000 Mark und 1,5 Millionen Mark als VW-Engagement in Sachen Computer-Mißbrauch/-Manipulation etc. gehandelt. Aber hätten denn die Versicherungen ohne Kenntnis des/der wirklich Schuldigen überhaupt gezahlt? Die Rechercheure von Amts wegen und aus Passion sind am Werk. Die große Enthüllung steht noch bevor.