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13.03.1981 - 

Kolumne

DV-Berater ohne Feeling

Wenn man die Leserbriefe zum Thema "Externe Programmierer . . ." liest (siehe Seite 3) - erstaunlich, wie sich einige Software-Unternehmer durch die Anwender-Vorwürfe aus der Reserve locken lassen. Dieses Echo gäb's ja nicht, wenn sich die DV-Berater nicht angesprochen fühlten.

Es steht dahin, ob DV-Chef Chilian (CW Nr. 8, Thema der Woche) ganz besonderes Pech bei der Auswahl seines Fremdprogrammierers hatte. Doch die Reaktion des Marktes überrascht.

Es ist keineswegs selbstverständlich, daß sich in der Software-Branche so etwas wie ein kollektives schlechtes Gewissen rührt oder zumindest die Einsicht hochkommt, in puncto "Öffentlichkeitsarbeit" bisher zu wenig getan zu haben.

Dabei fehlt es den Software-Profis sicher nicht an Selbstvertrauen. In Sachen "Geschäftsmoral" sind sich alle einig: Schwarze Schafe gibt's überall - insgesamt ist diese Zunft in Ordnung.

Nur ging man das Problem der Selbstdarstellung bisher allzu blauäugig und leger an. Von einer gemeinsamen Aktion "Sauberer Werkvertrag" etwa keine Spur - wenn man einmal von entsprechenden Aktivitäten des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) absieht, dem freilich die wenigsten kleineren und mittleren Softwarehäuser angehören.

Zwar leisten gerade kleinere Büros oft hervorragende Programmierarbeit - doch fehlt den meisten das Feeling für das richtige Marketing, wozu auch gehört, erforderliche Aufklärungsmaßnahmen untereinander abzustimmen.

Gewiß: Der Wettbewerb im Software-Markt ist hart. Noch dazu praktizieren die Computer-Hersteller immer konsequenter das Unbundling, was die Aufgabe der unabhängigen Software-Produzenten nicht leichter macht.

Verkehrt wäre es, sich in dieser Situation in den Schmollwinkel zurückzuziehen. Einige Softwarehäuser haben das erkannt (siehe oben). Ihr Beispiel sollte Schule machen.

Heftiges Dementi der IBM Deutschland GmbH: Daß IBM erwäge, Kleincomputer von einem japanischen Hersteller zu kaufen - wie in der Tagespresse berichtet wurde -, entspräche nicht den Tatsachen. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Tatsache ist, daß Klein- und Kleinstsysteme bei keiner Überlegung eines Mainframers fehlen dürfen, wie denn der Marktanteil auf dem Rechnersektor zu verbessern sei.

Die "Mickymäuse" sind nun mal ausgezeichnete Vehikel, tausendfach Einnahmen aus Hardware-, Software-, Wartungs- und Beratungsleistungen zu realisieren.

IBM als OEM?

Außerdem: Die Basis-Datenverarbeiter von heute sind die Kundenbasis für das Großrechnergeschäft von übermorgen. Wenn man bedenkt, daß IBM mit dem Tischcomputer 5100 und der Serie /1 in den Wachstumsmärkten "Minicomputer und Personal Computer" mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat, dann erscheint eine Japan-Liaison des Universalrechner-Giganten durchaus standesgemäß.

Es ist nicht einzusehen, warum sich IBM etwas vergeben sollte, bestimmte Systeme und Komponenten fremd einzukaufen. Auf dem Bauelemente-Sektor geschieht dies ja bereits.

Für die Kunden hieße dies Abschied zu nehmen von der Vorstellung, der Tausendfüßler IBM könne auf allen Hochzeiten tanzen: IBM ein OEM wie...? Branchen-lnsider nehmen Wetten darauf an, daß es so kommt.

Das Marketing-Glück wird den Marktführer schon nicht verlassen.