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06.04.1984 - 

Wachstum findet bei Daten und Kommunikationsindustrie fruchtbaren Boden:

DV-Branche sonnt sich in ungebrochenem Erfolg

MÜNCHEN (CW) - Während sich die konjunkturelle Erholung in der Bundesrepublik Deutschland in mehr oder weniger verhaltenem Optimismus widerspiegelt, kann sich zumindest eine Branche mit sattsamer Zufriedenheit in ihrem anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg sonnen. Gemeint ist die DV-Industrie. Das Geschäft mit dieser modernen Technologie ist zum Wachstumspfad schlechthin geworden. Wenn auch die Konkurrenz härter wird, ist ein Ende des Aufwärtstrends nicht abzusehen. Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung, die sich unübersehbar längst zum Motor künftiger Prosperität entwickelt hat.

Dies mögen folgende Daten verdeutlichen, die wir uns noch einmal in Erinnerung rufen. Der Umsatz der rein deutschen DV-Industrie überschritt 1983 die Zehn-Milliarden-Mark-Schwelle. Die Produktion dieses Industriezweiges wies im abgelaufenen Rechnungsjahr weitaus höhere Zuwachsraten auf als andere dem Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) angeschlossene Branchen erzielen konnten. IBM Deutschland gab für 1983 einen Gruppenumsatz von gut zehn Milliarden Mark bekannt. Amdahl bejubelte ein Rekordjahr. Bei der deutschen Tochter stieg der Umsatz um gut 90 Prozent von 58 auf 112 Millionen Mark.

Daß deutsche Technologieschmieden die Zukunft durch die rosarote Brille sehen, beweist der wachsende Mut zum Gang an die Börse. Nixdorf, und die eigentlich bis vor kurzem eher unbekannte Kölner BCT brachten sich jetzt als frischgebackene Aktiengesellschaften ins Gespräch. Mit Sicherheit werden weitere DV-Unternehmen diesem Sog folgen. Bei der Liebäugelei mit dem Aktienmarkt steht die relativ risikolose Beschaffung größerer Kapitalmengen für Expansion im Vordergrund. Nicht zuletzt aber dürfte bei diesem Schritt die Verminderung des mitunter nicht geringen Fremdkapitalanteils ins Kalkül gezogen werden.

Nach den im vergangenen Jahr erzielten Zuwächsen steht Amdahl (30. 12.), sowohl die amerikanische Muttergesellschaft wie die deutsche GmbH, fast an einsamer Spitze. Das Umsatzplus in Prozent wird nur knapp von Apple mit 69 Punkten übertroffen. Und während die Amdahl Corporation 1982 gegenüber dem Vorjahr einen Gewinnzuwachs von 6,8 Prozent auswies, erzielte sie im Berichtsjahr einen Anstieg von 46,5 Prozent.

Auch mit den Ausgaben für Forschung und Entwicklung bezogen auf den Umsatz ließ Amdahl 1983 die Mitbewerber weit hinter sich. Ein gutes Beispiel, wie wachstumsintensiv die Kommunikationstechnologien sind, bietet Siemens. Während der Gesamtussatz des deutschen Elektroriesen 1982/83 (30. 09.) um 1,6 Prozent abnahm, konnte der DV-Bereich des Unternehmens in diesem Geschäftsjahr 17 Prozent mehr umsetzen. Insgesamt fällt auf, daß die Umsätze 1983 zwar gegenüber dem Vorjahr absolut angestiegen, jedoch in relativen Zahlen gesehen, geringer geworden sind. Ähnlich kann dies auf die Gewinne abgeleitet werden.

Bollwerk gegen amerikanische Konkurrenz

Allgemein mehr investiert wurde in 1983 im Bereich Forschung und Entwicklung. Dies zeigen die absoluten Ausgaben, wie die Prozentzahlen der F + E-Aufwendungen bezogen auf den Umsatz. Nicht verschwiegen werden sollte, daß sich die deutschen DV-Hersteller recht erfolgreich gegen die amerikanische Konkurrenz behaupten konnten. Wie die jüngsten Jahresabschlüsse beispielsweise von CTM, Nixdorf oder auch die zurückhaltenden Angaben von Kienzle zeigen, haben diese Unternehmen ihre Stellung gesichert. Allerdings verlangt das Überleben auf dem heiß umkämpften Markt eine konsequente, und vorausschauende Unternehmenspolitik. Die jüngste Mannesmann-Tochter Kienzle kehrte 1983 wieder in die Gewinnzone zurück, nachdem das Unternehmen umstrukturiert und Personal, wie es im Unternehmensjargon heißt, freigesetzt hat.

Mit einem Managementwechsel der neuen Produktpolitik und Entlassung von Arbeitskräften erwirtschaftete auch die deutsche Tochter der britischen ICL wieder einen "nennenswerten Gewinn". Jedoch sind Entlassungen keineswegs kennzeichnend für diese Branche. Für die Großzahl der Unternehmen ist die Expansion mit der Erweiterung des Personalbestandes verbunden. So stockte Apple seinen Mitarbeiterstand 1983 um 25,5 Prozent auf.

Bei aller Euphorie, die die Industrie der Daten- und Kommunikationstechnik immer auszustrahlen bemüht ist, darf nicht übersehen werden, daß auch Unternehmen am unteren Rande der Erfolgsskala rangieren. So hat die Perkin-Elmer Corporation im vergangenen Jahr (30. 7.) noch einmal eine Umsatzeinbuße von zwei Prozent auf 1,015 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Und der Gewinn sank um gut zwölf auf 50,2 Millionen Dollar.

Am unteren Rande der Erfolgsskala

Ebenfalls im Minusbereich bewegt sich durch die Unternehmensumstrukturierung Cii-Honeywell Bull. Doch konnten die Franzosen bei kräftigen Investitionen in die Forschung und Entwicklung ihren Verlust von 1983 gegenüber den vorangegangenen zwölf Monaten um mehr als die Hälfte verringern. Für 1986 ist die Rückkehr in die Gewinnzone anvisiert.