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26.02.1988 - 

Arbeitslosenstatistik der Bundesanstalt für Arbeit weist auf Auslese nach Qualifikation hin:

DV-Fachidioten zunehmend ohne Job-Garantie

NÜRNBERG - Die Job-Chancen in der Informationstechnik gelten auch künftig als "gut". Allerdings: Die immer stärkere Auslese der vergangenen Jahre nach fundierter Qualifikation setzt sich fort. Dies scheint die Statistik der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit (BA) zu belegen. Die Zahl arbeitsloser DV-Fachkräfte ist im vergangenen Jahr nämlich um ein Drittel gestiegen.

Die Werte aus Nürnberg überraschen selbst Personalexperten: Um über 36 Prozent mehr Arbeitslose bei der Parade-Einheit der DV-Fachkräfte im Vergleich zu 1986 melden die Jobverwalter der Bundesanstalt. Damals hatten 5284 Datenverarbeiter bei den Arbeitsvermittlungen um eine Stelle nachgefragt. Zum Stichtag Ende September vergangenen Jahres waren es immerhin 7167.

Der Trend erfaßt dabei alle Qualifikationssparten gleichermaßen im technischen wie kaufmännischen Sektor: von Fachkräften ohne Berufsausbildung über Fachhochschulabgänger bis hin zu Universitätsabsolventen.

Die Zahl der stellensuchenden Informationstechniker steigt, auch wenn die Chancen für diese Berufsgruppe noch durchaus mit "gut" zu bezeichnen ist. Dennoch scheint der Markt, vermutet Werner Dostal Marktanalytiker des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (LAB), nicht mehr im gleichen Maß aufnahmefähig zu sein wie zu Beginn

der 80er Jahre. Die Auslese nach Qualifikation setzt sich fort.

Ein Anstieg um 67 Prozent läßt sich etwa bei arbeitslosen DV-Kräften mit akademischem Abschluß bemerken. Hier könne, mutmaßt der IAB-Experte, auch der Faktor "Umschulung" eine Rolle spielen. Zwar fände der auf DV spezialisierte Lehrer oder Soziologe zunächst eine Beschäftigung, langfristig sei aber die Akzeptanz dieser Absolventen in den Unternehmen nicht gesichert. Dies treffe besonders dann zu, wenn sie sich bei dem ersten Arbeitgeber nur schlecht bewährt hätten.

Diesem Urteil schließt sich Alexander Steuernagel, Berater bei der Diebold Deutschland GmbH, vorbehaltlos an: "Dieses Announcement strategisch zu nennen, ist meiner Meinung nach Nonsens; MVS/ESA ist nichts weiter als eine logische Fortsetzung des bisherigen MVS. Die IBM macht jedoch immer viel Wind um ihre Ankündigungen."

"Comparex wird ESA nachvollziehen, denn die Umkehrung hieße, das Geschäft dichtzumachen. So lautet die Essenz des offiziellen Statements aus der Mannheimer Comparex Informationssysteme GmbH. Konkretes wollte der Sprecher des Unternehmens nicht mitteilen, solange die Details der angekündigten Produkte noch nicht veröffentlicht seien. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könne noch "niemand außer IBM" wissen, wie ESA im einzelnen aussehen werde - es sei denn, er habe es auf nichtoffiziellem Wege erfahren.

Den Marktbeobachtern, die einmal mehr das Ende der PCMer voraussagen, hält der Comparex-Sprecher entgegen, daß die IBM-Klientel, für die ESA überhaupt in Frage komme, im Normalfall keine IBM-kompatiblen Mainframes einsetze. Insofern bedeute ein Gewinn der IBM hier keinen Verlust für Comparex.

Der Marktführer selber sieht das anders: Die Anwender hätten lediglich gelernt, mit der Speicherplatzbeschränkung unter MVS/XA zu leben, indem sie einfach auf zusätzliche Applikationen verzichtet. Daß ein entsprechender Bedarf nachträglich geschaffen werden könne, meint auch Amdahl-Sprecher Wolter:" Jetzt sind die Anbieter von Anwendungs-Software aufgerufen. "

Mitbewerber, Analysten und Anwender vermuten denn auch gleichermaßen, daß Big Blue über die Software-Schiene den Hardware

Vertrieb, speziell den der 3090-Rechner, ankurbeln will (siehe auch CW Nr. 7 vom 12. Februar 1988, Seite 7:" Thema der Woche"). Ein Branchenkenner: "IBM löst mit dieser Ankündigung ein hausinternes Probem - das der 3090-Maschinen, die auf Halde liegen." Offiziell bestätigt hat der Branchenriese, daß der Vertrieb für die 308X-Serie bereits eingestellt wurde. "Durch die neue Ankündigung", so ein Unternehmenssprecher, "ist diese Rechnerfamilie obsolet geworden."