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11.05.1990 - 

Geva stellt Studie über berufliche Weiterentwicklung vor

DV-Fachleute sind kooperativ - es fehlt jedoch an Eigeninitiative

11.05.1990

München (CW) - EDV-Fachleute sind keine verbohrten Techniker. Auf dem Weg nach oben müssen sie jedoch Management-Fähigkeiten trainieren. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung der Gesellschaft für verhaltenswissenschaftliche Anwendung und Evaluation (Geva) in München zum Thema "Berufliche Weiterentwicklung".

Über 500 CW-Leser beteiligten sich am Computertest "Berufliche Weiterentwicklung", der von der Geva entwickelt und ausgewertet wurde. Als Vergleichsgrundlage standen den Geva-Forschern die Daten von rund 8000 Wirtschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Verfügung.

Die größte Gruppe der Testteilnehmer stellten die Anwendungsentwickler mit rund 14 Prozent, ihnen folgten DV-Organisatoren und EDV-Berater mit jeweils zwölf Prozent sowie die Organisationsprogrammierer mit rund elf Prozent. Die Teilnehmerstruktur war breit gefächert: Es beteiligten sich Angehörige aller Positionen. Besonders interessiert waren die Angestellten in nichtleitenden Positionen (47 Prozent) und die Angehörigen des unteren Managements (21 Prozent).

Zunächst das positive Ergebnis der Untersuchung: EDV-Spezialisten sind weder trockene Techniker noch sozial unsicher, sondern kooperativ und sozial kompetent (siehe Abbildung 1).

In einigen Bereichen müssen sie noch an sich arbeiten, wenn sie ins Management aufrücken wollen, so die Schlußfolgerung der Münchener Psychologen. Wirtschaftler halten nämlich noch die Spitze auf den Gebieten Initiative, Kooperation, Fingerspitzengefühl und Kommunikation. Diese Eigenschaften werden in jedem Fall benötigt, so die Geva-Forscher, will man sich erfolgreich in Führungspositionen behaupten.

Es stellte sich heraus, daß Wirtschaftswissenschaftler schneller aus den Startlöchern kommen: Betriebspsychologie, Personalführung und moderne Management-Techniken seien bereits Bestandteile ihrer Ausbildung, während EDV-Fachleute erst viel später zum Management-Marathon antreten. Sie müßten lernen umzudenken, um die von der Industrie geforderten Aufgaben anzupacken.

Die meisten EDV-Spezialisten, so die Geva, beginnen ihr Berufsleben als Fachleute mit einem scharf abgegrenzten Aufgabengebiet. Im Laufe ihres Lebens wechseln sie jedoch ihre Positionen mehrmals und steigen mit zunehmendem Lebensalter und Berufserfahrung immer häufiger zum Manager auf. In dieser Situation müßten sie sich im Konkurrenzkampf mit "gelernten" Managern, Betriebswirten und Juristen, behaupten.

Die Geva-Leute haben auch untersucht, welchen Vorsprung Manager mit EDV-Ausbildung vor ihren nachgeordneten Mitarbeitern haben.

Erfolgreiche Manager unter den EDV-Fachleuten zeigen sich durchsetzungsfähig und diszipliniert (siehe Abbildung 2). Hohes Fachimage, Initiative und Arbeitsdisziplin wiesen darauf hin, daß die fachliche Seite stimme. Wenig soziale Unsicherheit und geringe Streßreaktion runden das Bild des belastbaren Machers ab.

Selbständige zeichnen sich laut Geva in erster Linie durch ihre Arbeitsdisziplin aus (siehe Abbildung 3). Initiative präge ihren Arbeitsalltag, und ihr Führungsstil sei eher dominant. Selbständige beschäftigten sich weniger als andere mit Angelegenheiten ihrer Mitarbeiter, denn viele Probleme würden sich von selbst erledigen.

Beim Vergleich der DV-Fachrichtungen stellten die Geva-Psychologen Unterschiede zwischen EDV-Organisatoren und EDV-Beratern einerseits sowie den Anwendungsentwicklern andererseits fest: In Fachimage und Arbeitsdisziplin sind die EDV-Organisatoren den Anwendungsentwicklern überlegen. Jene stehen dagegen ihren Kollegen und Mitarbeitern weniger distanziert gegenüber als EDV-Organisatoren.