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28.05.1982

DV-Ferkeleien

Eine weitere Oase der Romantik scheint zu fallen - auch beim Landwirt geht nichts mehr ohne Bit und Byte. Wo sich vor kurzem noch Vierbeiner tummelten, riecht es zwar noch wie gewohnt, doch haben die DV-Anbieter auf der 57. Internationalen Landwirtschaftsschau in Bayerns Hauptstadt den neuen Trend aufgezeigt: Da wird mit "Bildschirmtext im Stall" der "Jungvieh-Erzeuger" per Update bestimmt - nach Kriterien, die bei der Wahl des Mister Universum freilich wider die guten Sitten wären.

Ein Produkt aus der "Versprechungsehe" - früher noch Ferkel oder Kalb genannt - erblickt nun auch das Licht der Welt gleich zweimal: als Viech und als fleischgewordene DV-Anzeige.

Aufzucht? Klar - via Bildschirm und Futteroptimierungsprogramm mit Gewichtsparametern und Berücksichtigung des Wetterberichts . . . Kurz: Des Ferkels Lust und Frust, digital gesteuert aus des Bauern guter Stube.

Die Frage stellt sich, wer denn wen für dies Geschäft entdeckt hat: die DV-Anbieter den Landwirt, oder umgekehrt? Gewiß, vom Leistungsdruck bleibt auch der Bauer nicht verschont. Doch hat der Rechner-Boom wohl andere Gründe. Denn schließlich hat der clevere Nachbar auch schon so'nen neuen Hobel - behaupten böse Zungen jedenfalls. Flexibel jetzt die Industrie: Wittert man ein Geschäft, programmiert sich's - scheint es - gut in Gummistiefeln. Dem Stadt-Romantiker bleibt hoffentlich Schlimmeres erspart: Was wäre, wenn die softgesteuerten, Millijoule-exakten Ferkelnahrungsvorschlagslisten als Output in der bäuerlichen Küche landen? Als prozeßgesteuerte Feriengastverköstigung - persönlich zugeschnitten. Dazu dann noch die Tonbildschau vom wilden Schwein? Damit's auch ganz natürlich bleibt.

Dem DV-interessierten Landurlauber bleibt ein Trost, kann er doch endlich Kommunikation in seinen Ferien auf dem Hof betreiben. Am sonntäglichen Bauernstammtisch läßt sich's bei Bier und Schweinernem so herrlich über RAMs und ROMs palavern - man steure hier den Eß-Prozeß beliebig.