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27.08.1982

DV-Filz im Dachauer Moos

27.08.1982

Der Siegeszug der DV ist tatsächlich nicht mehr aufzuhalten. Wie der Fall Dachau zeigt, liefert sie jetzt sogar schon den Themenstoff für eine Provinzposse allerersten Ranges. Wenngleich sich die Affäre in Bayern zutrug, kann sich das Spektakel so oder ähnlich auch auf anderen städtischen Bühnen im Westen oder Norden der Republik wiederholen. Die Ingredienzen für modernes (DV-) Theater: Man nehme erstens eine junge, aufstrebende Beratungsfirma, an der rein zufällig zwei Stadträte der Mehrheitspartei die alleinigen Gesellschafter sind. Um auch nur dem leisesten Anschein von Interessenkollision vorzubeugen, werden die beiden Ehefrauen zu Geschäftsführerinnen ernannt (hoch lebe die Emanzipation der Frau auch im Bereich der DV). Die kleine Firma schafft sogar durch die Anstellung eines Teilzeitprogrammierers Arbeitsplätze und sorgt dafür, daß ein anderes Unternehmen mit freier Rechenkapazität besser ausgelastet ist. Zweitens braucht man einen Oberbürgermeister und einen Stadtrat, deren vornehmstes Ziel es ist, den ortsansässigen Mittelstand zu fördern und die eine günstige Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen, nicht einfach ungenutzt lassen wollen. Als dramaturgischen Höhepunkt der Posse wähle man zwei Fachleute: Einen, der es zwar mit der Typenbezeichnung von DV-Anlagen nicht so genau nimmt, sich aber dafür zutraut, eine Programmänderung so mir nichts, dir nichts aus dem Ärmel zu schütteln. Der andere Fachmann, in unserem Fall der Chef der Stadtwerke, spielt die Rolle des Bösewichts und will mit fadenscheinigen Argumenten das ortsansässige honorige Unternehmen nicht zum Zuge kommen lassen. Mit genügend Phantasie male man sich dann einige Irrungen und Wirrungen und Schach- und Winkelzüge für das kommunale Ensemble aus - und schon hat man einen Bühnen-Dauerbrenner geschrieben. Titel des Stückes: "Wie im richtigen Leben". cmd