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26.06.1987 - 

Universität Fribours will Informatik als Hauptfach einführen:

DV-Forschung wird mit Privatgeld gefördert

FRIBOURG (CWS) - Die Universität Fribourg will ihre Informatikabteilung kräftig ausbauen. Bis 1991 soll sich das Institut für Automation und Betriebsforschung unter der finanziellen Mithilfe des Bundes und einer privaten Förderungsgesellschaft zu einer ausgewachsenen Informatik-Fakultät gemausert haben.

Die Universität Fribourg hat die Informatik erst 1984 in ihr Entwicklungsprogramm aufgenommen. Im Bereich Lehre ist nach einem Dreistufenplan zuerst die Informatik-Grundausbildung für Studenten aller Fakultäten ausgebaut worden. Dabei handelt es sich um einen dreifach - in Deutsch und Französisch - geführten Jahreskurs für Informatik-Anwender, den 500 bis 600 Studenten besuchen.

In einer zweiten Stufe wurde die Informatik als vertieftes Nebenfach weiter ausgebaut. Das ermöglicht beispielsweise den Wirtschaftsstudenten eine Spezialisierung in Wirtschaftsinformatik und den Studenten der Mathematik, der Geographie und der Philosophischen Fakultät eine Basis-lnformatikausbildung als Ergänzung zu ihrem Hauptfach.

Hauptfachstudium Informatik bis spätestens 1991

Die dritte Ausbaustufe, die zwischen 1987 und 1991 realisiert werden soll, ist die Einführung eines Hauptfachstudiums Informatik. Im Gegensatz zu den Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) biete die Universität eine breite Wahlmöglichkeit für das Nebenfach zur Informatik an. Neben Wirtschaftswissenschaften oder naturwissenschaftlichen Nebenfächern seien auch Psychologie oder Linguistik möglich, sagte Professor A. Macheret, der Rektor der Universität.

Ging es der Universität bisher fast ausschließlich um die Lehre, so soll nach dem Ausbauplan künftig auch die Forschung gefördert werden. Die heute bestehenden Forschungsgruppen befaßten sich mit Systemen zur Entscheidungshilfe, Künstlicher Intelligenz (KI) und mit computergestützten Lehrsystemen. Dabei sollen vom Bund bereitgestellte Sondermittel ausländische Gastprofessuren ermöglichen. Was die Infrastruktur anbelange, sei die Informatik-Forschung "noch sehr viel billiger als andere Forschuhg", sagte Jürg Kohlas, Direktor des Instituts für Automation und Operations Research. Für den Ausbau des Hardwareparks stünden rund eine Million Franken aus der Bundeskasse zur Verfügung. Ferner hätten zwei der größten Hersteller gratis Rechner zur Verfügung gestellt.

Die Kommunikation innerhalb und zwischen den einzelnen Fakultäten mit den ETHs und den ausländischen Universitäten solle vermehrt gepflegt werden, sagte Kohlas. Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum des Kantons Fribourg werde beibehalten, und zwei zusätzliche Anlagen von mittlerer Leistung sollen angeschafft werden. Innerhalb der zukünftigen Informatik-Fakultät sowie der anderen Abteilungen sei ein Decnet im Einsatz. Bis 1991 sollen die PTT die einzelnen Abteilungen mit einem Glasfasernetz verbinden. Für den Anschluß der Universität ans schweizerische Hochschulnetz stehen 12 Millionen Franken, für die Mitbenutzung der Cray-Rechner in Zürich und Lausanne 40 Millionen Franken an Bundesgeldern zur Verfügung.

Die Finauzierung der fribourgischen Informatik-Fakultät scheint - neben den Berner Millionen - vor allem von der "Gesellschaft zur Förderung des Instituts für Automation und Unternehmensforschung an der Universität Fribourg" zu kommen. Die Förderungsgesellschaft vereint, nebst sämtlichen Großbanken und der Nationalbank, unter dem Vorsitz von SBG-Generaldirektor Heinrich Steinmann illustre Namen aus der Computerbranche, dem Handel und den verschiedensten Industriezweigen. Der Kanton hingegen glänzt bei der finanziellen Unterstützung durch vornehme Zurückhaltung.

"Die Information ist ein Gut wie Geld geworden", sagte Steinmann. Es würden deshalb dringend höchstqualifizierte Leute für die Entwicklung künftiger Technologien - KI, Verbesserung der Schnittstelle Mensch/ Maschine - gebraucht.