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04.04.1975

DV-Führungskräfte ins Top-Management:Wenige sind auserwählt

Sicherlich, das allgemeingültige Anforderungsprofil des idealen EDV-Chefs, der hundertprozentig in jedem Anwender-Unternehmen seinen Mann steht, wird es auch zukünftig nicht geben. Dafür sind die individuellen Vorstellungen der einzelnen Arbeitgeber, die Gegebenheiten von Betrieb zu Betrieb zu unterschiedlich. Allerdings haben sich in Zusammenarbeit von EDV-Anwendern und seriösen, eingeführten EDV-Beratungs- und Ausbildungsunternehmen ernstzunehmende Erfahrungswerte bei der Besetzung einer solchen Führungsposition herauskristallisiert.

Die IRS Deutschland - International Research Services GmbH, Frankfurt, seit 1969 spezialisiert auf Führungs- und EDV-Personalberatung, auf DV-Aus- und Fortbildungsfragen sowie auf DV-Management-Training, hat beispielsweise bei der Besetzung von EDV Führungspositionen ein Auswahlverfahren entwickelt: Die "Management Selection by Objectives".

Nach diesem Auswahlverfahren sind in den vergangenen sechs Jahren über 80 DV-Führungspositionen besetzt worden. Die prozentuale Aufteilung in die einzelnen Berufssparten sieht wie folgt aus: 25 Prozent EDV-ORG-Chefs, 20 Prozent Leiter der System-Analyse oder der EDV-Organisation, 10 Prozent RZ-Leiter, 5 Prozent Leiter der allgemeinen Organisation, 5 Prozent Leiter der Systemprogrammierung. 35 Prozent der Führungspositionen lagen außerhalb des EDV-ORG-Bereichs, aber innerhalb der EDV-Branche - bei Herstellern und EDV-Beratern - und umfaßten die Sektionen Marketing, Vertriebs und Finanzwesen.

Unter den Auftraggebern befanden sich bekannte Unternehmen wie: Datev, Nürnberg, MAI International GmbH, Frankfurt, Rank Xerox, München, Chevron. Deutsche Bau- und Bodenbank, Frankfurt, McCormick (Gewürze).

Die Jahres-Brutto-Gehälter der aufgezählten Positionen, so IRS-Geschäftsführer und Teilhaber Paul G. Dolan, hätten je nach Region, Branche und Unternehmen stark differiert. Dolan: "Deshalb und mit Rücksicht auf unsere Kunden, können wir nur minimale und maximale Ausgangswerte angeben." Die lägen bei mindestens 50 000 und höchstens 130 000 Mark brutto.

Das nebenstehende, von Dolan ausgearbeitete Anforderungsprofil eines EDV/ORG-Chefs basiere auf der Management Selection by Objectives und spiegele "die durch den engen Kontakt mit den Anwendern gewonnenen allgemeinen Qualifikations-Anforderungen" wider, habe jedoch keinen Individual-Charakter. Um dem Grundgedanken dieses Verfahrens Rechnung zu tragen, nämlich durch eine gezielte Personalauswahl den Vorstellungen des Auftraggebers und damit den individuell verschiedenen Unternehmensstrukturen weitgehend entgegen zu kommen, werde jeweils vor der Besetzung der entsprechenden Führungsposition ein maßgeschneidertes Anforderungsprofil entwickelt.

Ein Gesichtspunkt erscheint in diesem Zusammenhang für die bundesdeutsche EDV-Szene symptomatisch: Nach einer Untersuchung der Allgemeinen Frankfurter Zeitung wurden nur zwei von tausend EDV-Führungskräften in das Top-Management aufsteigen Laut IRS-Geschäftsführer Paul G. Dolan seien für diese Sachlage in erster Linie folgende Gründe bestimmend:

Die EDV-Branche sei noch sehr jung - die meisten Anwender hätten ihre Anlagen erst nach 1968 installiert. Daher würde die Bedeutung der EDV im allgemeinen noch nicht voll anerkannt. Im besonderen ergebe sich die Gewichtung der Datenverarbeitung innerhalb eines Unternehmens aus der graduellen Abhängigkeit des betreffenden Betriebes vom Einsatz der EDV. Dolan: "Versandhäuser beispielsweise könnten ohne die DV gar nicht existieren. Aber auch in Großunternehmen, wie beispielsweise bei der Deutschen BP, zähle ein EDV/ORG-Boß zur Führungsspitze.

Daß es auch manchmal an den EDV'lern selbst liegen könne, wenn sie noch zum Mittel- anstatt zum Top-Management gehörten, erläutert Dolan mit sichtlicher Zurückhaltung: "Das einseitige Spezialisten-Denken im vielzitierten Elfenbeinturm wird langsam abgebaut zugunsten eines unternehmerischen Bewußtseins."