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21.11.1975 - 

Computer entläßt die Lehrer nicht

DV im Bildungswesen nüchtern gesehen

21.11.1975

HEIDELBERG - Noch Anfang der siebziger Jahre ging Euphorie um: Mit dem DV-Einsatz im Schulunterricht sei der "Nürnberger Trichter" nun endlich erfunden. Mehr noch - der Computer werde den Lehrer nicht nur entlasten, sondern vielleicht sogar aus der Pflicht entlassen. Die großen Pläne scheiterten schlicht am Geld: die knappen Budgets der deutschen Schulträger verwehrten dem Computer den allgemeinen Einzug ins Klassenzimmer. Widerstand der Pädagogen andererseits kam hinzu.

53 Millionen Mark für DV im Bildungswesen

Die tatsächliche Ökonomie des DV-Einsatzes im Bildungswesen zu prüfen, zu erforschen, was sinnvoll und didaktisch machbar ist und wo der Computer-Unfug anfängt, ist Sache der FEoLL (Forschung- und Entwicklungszentrum für objektivierte Lehr-und Lernverfahren GmbH). Die Paderborner Gesellschaft ist im Auftrage der Bundesforschungsministers auch zuständig für das im 2. DV-Programm geförderte Projekt "DV im Bildungswesen". Dafür wurden aus Bundesmitteln für insgesamt 34 verschiedene Aufgaben rund 53 Millionen Mark ausgegeben (1971 - 1975).

Die Euphorie ist weg

Das Gesamtprojekt kommt jetzt zum Abschluß: Grund genug für die FEoLL, Ende November (27. 11. 75 in der Stiftung Rehabilitation) auf einem Symposion in Heidelberg Bilanz zu ziehen und zusammenfassend Bericht zu erstatten. Das Ergebnis kann vorweggenommen werden: die Euphorie ist weg, Computer-Nüchternheit ist eingekehrt. Sie heißt:

- Computer sind als Werkzeug wie als Lehrgegenstand im modernen Unterricht unverzichtbar;

- sie können Lehrer nicht ersetzen, aber die Kommunikation Lehrer-Schülerwirksam unterstützen;

- Ihm Bereich der Schulverwaltung sollten sie verstärkt eingesetzt werden, um Lehrer vom "Bürokram" zu entlasten und für mehr "Lehre" freizusetzen.

Kollege Computer

Freilich: Ehe die Computer voll in das Verbundsystem Schule-Lehrer-Schüler einbezogen werden können, sind zwei ganz andere Probleme zu lösen:

- Die Bereitschaft der Schulträger, mehr Geld für DV im Bildungswesen auszugeben;

- die Bereitschaft der Lehrer selbst sich mit der DV auseinanderzusetzen zu lernen, was ein Computer ist und kann, den Kollegen Computer auch ins Kollegium aufzunehmen.

Wenn diese Probleme heute nach objektiveren Maßstäben und mit sachgerechteren Vorgaben gelöst werden könnten, ist das die Frucht der FEoLL-Arbeit der letzten Jahre.