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30.07.1982

DV - Industrie im deutschen Konjunkturbild Außenseiter:Exportboom gleicht Inlandsschwäche aus

MÜLHEIM / RUHR (nw) - Einzig die hohe Investitionsneigung in der EDV verhindert, daß die deutsche Industrie nicht noch "knausriger" ist, als es ohnehin schon erscheint. So malt die jüngste Umfrage der Mietfinanz GmbH, Mülheim / Ruhr, ein trauriges Konjunkturbild: Im Durchschnitt der befragten 13 Branchen rechnen die Betriebe im laufenden Jahr mit einer realen Drosselung der Investitionen um vier Prozent.

Demgegenüber verhält sich die DV - Industrie wie ein Außenseiter. Sie will nämlich, so Mietfinanz, weiterhin ihre Investitionen um zwölf Prozent erhöhen. Diese Zuversicht in ihre Geschäftsaussichten für 1982 gründe die Branche vor allem auf den nach wie vor gut laufenden Export.

Insgesamt sagen die Marktforscher für 1982 einen Umsatzzuwachs von 8,3 auf 9,5 Milliarden Mark voraus. Dabei gebe es allerdings auch Wermutstropfen zu schlucken, denn für die meisten Produktsparten sollen die Preise "absacken" . Zudem sei es durchaus möglich, daß ganze Systemarten innerhalb kürzester Zeit durch bisher für dieses Einsatzgebiet unbekannte Geräte vom Markt verdrängt werden. Dieses erhöhte Risiko betreffe dabei sowohl Käufer beziehungsweise Mieter wie die Hersteller.

Besonders der Teilmarkt Textsysteme scheint von einem Umbruch betroffen zu sein: Wie das Beratungsunternehmen Diebold Deutschland GmbH in einer Studie über diesen Markt feststellt, versuchen Anbieter aus allen Gebieten der Informationstechnik das im Feld befindliche Potential von elektrischen und elektronischen Schreibmaschinen durch moderne Speicherschreibmaschinen sowie Einplatz - und Mehrplatzverarbeitungssysteme abzulösen. Zur Zeit seien in der Bundesrepublik Deutschland 77 600 Textsysteme mit einem

Gesamtwert von 1,76 Milliarden Mark installiert. Allein im vergangenen Jahr wurden auf diesem Markt, wie die DV - Analysten feststellen, 450 Millionen Mark umgesetzt. Daß es sich auch künftig lohnen wird, hier aktiv zu sein, darin sind sich die Experten einig (siehe auch CW 30 / 82 vom 23. 7. Seite 2). So erwartet Diebold 1986 ein Absatzvolumen von 1,5 Milliarden Mark, wobei allerdings die Palette der Wettbewerber dezimiert sein dürfte und sich nur noch eine geringere Zahl von Anbietern den Markt teilen werden.

Bislang jedoch gehe aus dem Gerangel um den Textsystemmarkt wieder einmal IBM mit einem Anteil von 25,3 Prozent (wertbezogen) als Erster hervor. Danach folgten Olivetti mit 23,8 Prozent in der Stückzahl und 15,3 Prozent dem Wert nach sowie Triumph -Adler mit 9,1 Prozent der Stückzahl nach und 7,9 Prozent wertmäßig. Die vierte Position nehme Olympia (7,5 Prozent Stückzahl und 4,8 Prozent Wert) vor Redactron (6,2 Prozent Stückzahl und 5,7 Prozent Wert) sowie Siemens (3,7 Prozent Stückzahl und 6,6 Prozent Wert) ein.

Im Teilmarkt für Einplatzsysteme sei dagegen eins, mit einem Anteil von 14.1 Prozent. Aber auch hier präsentiert sich IBM immerhin als Vize (12,2 Prozent Marktanteil). Bei den Mehrplatzsystemen ist Big Blue dann wieder Spitzenreiter (31,6 Prozent). Hier folgen erst mit weitem Abstand die nächsten, Wang (16,0) und Nixdorf (13,1).

Die reinen Textsysteme werden auch künftig, so prophezeien die Informationstechnikspezialisten, nicht von den integrierten Systemen aus dem Tisch - und Bürocomputerbereich verdrängt werden. Sie würden aber um zusätzliche DV - Funktionen angereichert.