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Diebold-Marktforscher sehen konjunkturelle Trendwende:

DV-Industrie kann mit Aufwind rechnen

23.04.1982

FRANKFURT (ha/rs) - Einen konjunkturellen Aufwind innerhalb der informationstechnischen Branche will die Diebold Deutschland GmbH ausgemacht haben. In ihrem neuesten Management Report berichten die Frankfurter Marktforscher, daß bereits im vierten Quartal des letzen Jahres erste Ansätze einer Trendwende erkennbar gewesen seien. Das DV-Geschäft habe sich inzwischen vor allem auch im Inland belebt; die größeren Impulse kämen jedoch offensichtlich von der gestiegenen Auslandsnachfrage.

Den stärksten Konjunktureinbruch hatte die DV-Industrie nach Aussagen der Frankfurter im dritten Quartal des vergangenen Jahres zu verzeichnen. Das Statistische Bundesamt habe zu diesem Zeitpunkt Rückgänge im Auftragseingang von 22,1 Prozent registriert. Inzwischen sei aber die Zahl der "Zuversichtlichen" deutlich größer geworden.

In der Betrachtung einzelner Teilmärkte verzeichneten die Diebold-Analysten eine Stagnation im Universalrechnermarkt (Kaufpreis über 250 000 Mark), wo sich insbesondere im oberen Preisbereich "nicht allzuviel bewegt" habe. Lediglich im IBM-4300-Markt seien "einige Aktivitäten" zu beobachten gewesen.

Die Bürocomputer-Anbieter meldeten indessen Diebold-Angaben zufolge ein gutes Geschäft mit Großanwendern, die zur Zeit im Begriff seien, den dezentralen Ausbau ihrer Datenverarbeitung voranzutreiben. Aktivitäten nähmen hier immer mehr an Bedeutung zu, weil wegen des Multiplikatoreffektes im Folgegeschäft eine größere Vertriebsproduktivität erzielbar sei.

Gemischte Wetterlage diagnostizieren die Hessen im DV-Geschäft mit dem Mittelstand. Während manche Anbieter in der Investitionsbereitschaft dieser Anwendergruppe die Talsohle bereits durchschritten sähen, erwarteten andere den Tiefpunkt erst im kommenden Herbst.

Auf der Sonnenseite der Konjunktur bewegen sich unverändert die Anbieter von Tischcomputern, obwohl die Zuwachsraten im Auftragseingang nicht mehr ganz so spektakulär waren wie vor etwa zwei Jahren, heißt es im Diebold Management Report. Das Wettbewerbsklima werde sich jedoch weiter verschärfen, je mehr Anbieter (vor allem IBM und Olivetti) ihre Ansprüche anmeldeten.

Belebung sehen die Frankfurter im Textverarbeitungsmarkt, wo inzwischen auch preislich die Akzeptanz-Schallmauer durchbrochen sei. Eine Rolle spiele dabei die anhaltende Knappheit von Schreibkräften und ihre steigenden Ansprüche an computerunterstützten Bedienungskomfort. Hinzu komme die Erkenntnis vieler Organisatoren, daß sich die Produktivität in der Textverarbeitung tatsächlich spürbar steigern lasse.

Die Kunst richtig zu liegen

Da einige Computerhersteller die Fremdvergabe von Softwareentwicklungsaufträgen vermindert hätten, sei laut Diebold eine Bereinigung innerhalb der Softwarebranche spürbar. Programmierteams ließen sich augenblicklich für individuelle Entwicklungsaufgaben nur mit beträchtlichen Preisabschlägen unterbringen. Gut gehe es jedoch Softwarehäusern, die praxisfertige Programmpakete anzubieten hätten, die dem Kunden ein rasches Erfolgserlebnis brächten.

Anlaß zur Mutlosigkeit ist nach Meinung der Frankfurter Marktforscher in der weiterhin innovationsträchtigen DV-Branche nicht gegeben. Die Bedeutung des Wettbewerbsfaktors Information werde zunehmend erkannt. Für die Beteiligten sei es eben nur eine Kunst, richtig im Markt zu liegen.

Den Trend zu einem Strukturwandel auf der Anbieterseite bestätigt die im Diebold Management Report veröffentlichte Rechnerstatistik für die Bundesrepublik Deutschland zum 1.1.1982. Während die traditionellen Mainframer - bezogen auf ihren Marktanteil - abbauten, legten die beiden Minicomputeranbieter Hewlett-Packard (HP) und Digital Equipment (DEC) sowie Büro-Profi Wang wertmäßig kräftig zu (Tabelle). Insgesamt konnten die Computerhersteller 1981 den installierten Bestand bei deutschen Anwendern um 12,6 Prozent auf an die 50 Milliarden Mark ausweiten.

Mit 71 Prozent Zuwachs lag HP einsam an der Wachstumsspitze, gefolgt von Wang (40,3 Prozent) und DEC (30,2 Prozent). Verlierer nach Marktanteilen waren IBM und Siemens, trotz Zuwachsraten von 4,8 Prozent (IBM) und 5,8 Prozent (Siemens). Immerhin konnte der Münchner Elektrokonzern 1,6 Marktanteilspunkte auf "Big Blue" gutmachen.

Außenseiter Sieger

Trendsetter HP, Wang und DEC besserten ihr Punktekonto um maximal 0,5 auf. Dabei gelang es allen drei Unternehmen, sich jeweils um einen Ranglistenplatz zu verbessern: Digital überholte Kienzle und rückte auf Platz sieben vor; Hewlett-Packard zog an CDC vorbei, was Platz 12 brachte, Wang zeigte ICL die Hacken und rangiert nunmehr an sechzehnter Stelle.

Sieger im Zuwachsrennen blieben Hersteller, die hinter den " Top Twenty" rangieren. Sie konnten ihren installierten Wert um 73,5 Prozent aufbessern und erreichten einen Marktanteil von knapp zehn Prozent. Dies bedeutet einen Zuwachs von 3,5 Punkten innerhalb des vergangenen Jahres.

Die Spitzengruppe - IBM, Siemens und Nixdorf - rückte wieder etwas näher zusammen, der Abstand zum Hauptfeld hat sich - trotz erheblicher Zuwächse der mittleren Anbieter - jedoch noch vergrößert.