Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

07.11.1980 - 

Trotz steigendem Lohn sinkende Lohnstückkosten:

DV Industrie mit größtem Produktivitätswachstum

07.11.1980

MÜNCHEN (gr) - Die Vermutung, daß eine innovative Branche wie die Datenverarbeitungsindustrie ein hohes Wachstum der Arbeitsproduktivität sowie ein relativ hohes Lohnniveau aufweist, zeigt das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, München, in einer jüngst vorgelegten Studie. Zwischen 1970 und 1979 stieg die Arbeitsproduktivität von 100 auf 218 Prozent. Obwohl die Lohn- und Gehaltssumme je Beschäftigtenstunde um 165 Punkte zulegte, erhöhten sich deshalb die Lohnstückkosten nur um 22 Prozentpunkte.

1979 wurde in der DV-Industrie wesentlich besser verdient als in fast allen anderen Zweigen des verarbeitenden Gewerbes in der Bundesrepublik. Die Lohn- und Gehaltssumme je Beschäftigten lag ein Viertel über dem Durchschnitt, die Bezüge je Beschäftigtenstunde nahezu ein Drittel über dem, was im verarbeitenden Gewerbe als Durchschnitt galt. Nur eine Ausnahme gibt es nach den Berechnungen des Institutes: die Mineralölverarbeitung.

Sie führt mit einer Lohn- und Gehaltssumme je Beschäftigten die mit 55 Prozent mehr als die Hälfte über dem Schnitt lag. Am unteren Ende liegt des Bekleidungsgewerbe, dem 39 Punkte zum Durchschnitt fehlen. Während die Arbeitsproduktivität bei den Herstellern von Büromaschinen, ADV-Geräten und Einrichtungen von 90 Prozent des verarbeitenden Gewerbes im Jahre 1970 auf 124 Prozent 1979 wuchs, fielen die Lohnstückkosten von 133 Prozent auf 105 Prozent. In der Mineralölverarbeitung dagegen betrug die Arbeitsproduktivität das mehr als Achtfache des industriellen Durchschnittes, in der chemischen Industrie wuchs sie von 143 auf 156 Prozent.

Die Verbreitung der Datenverarbeitung mag zwar bei den Anwendern neue Positionen und Stellen geschaffen haben, die Beschäftigungszahlen bei den Herstellern jedoch entwickelten sich in den siebziger Jahren rückläufig. Setzt man 1970 gleich 100, so fehlten 1979 ganze 16 Prozent. Pro Jahr wurde der Beschäftigtenstamm damit um 1,6 Prozent abgebaut, wobei des Nettoproduktionsvolumen in Preisen von 1970 jährlich um 2,2 Prozent wuchs. Die Arbeitszeit der Beschäftigten verminderte sich um fünf Prozent. Lediglich die Kfz-Industrie, der Luft- und Raumfahrzeugbau und die Hersteller von Kunststoffwaren schufen neue Stellen. Hier sank auch die Zahl der geleisteten Stunden je Beschäftigten deutlicher als in der DV-Industrie.

Die überdurchschnittliche Steigerung der Arbeitsproduktivität, die die Hersteller von DV-Geräten in den siebziger Jahren zu verzeichnen hatten, machte die Branche fast immun gegenüber den gestiegenen Lohnkosten. Sie konnte, laut Ifo vom dämpfenden Einfluß der Arbeitsproduktivität auf die Entwicklung ihrer Lohnstückkosten "profitieren ".