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12.12.1986 - 

Die DAG renoviert Berufsbild mit DV-Anwendungswissen

DV-Kaufleute: Immer noch eine unbekannte Größe

MÜNCHEN (lo) - Die DAG-Schule in München ist überzeugt: Mit unserem DV-Kaufmann sind wir auf dem richtigen Weg. Denn die IHK werde künftig besonders anwendungsorientierte Ausbildung honorieren. Diese haben sich die Münchner aufs Panier geschrieben.

Besondere Hürden, so die Erfahrung der DAG-Schule, haben die Prüflinge vor der Münchner Industrie- und Handelskammer, die Deutschlands "Hochburg neuer Techniken" betreut, anscheinend schon zu überwinden. Nur wenig über 20 Prozent der Schüler haben bei der DAG die Prüfung im Mai dieses Jahres nicht bestanden; an anderen süddeutschen Instituten seien es sogar über 50 Prozent gewesen. Gerade deshalb fährt die Münchner DAG-Schule nun ein flexibles und bedarfsgerechtes Konzept: einen kombinierten Unterricht aus Kaufmanns- und anwendungsbezogenem Technikwissen.

Schlüssel zu dem renovierungsbedürftigen Tätigkeitsfeld von DV-Kaufmann/Kauffrau - die IHK zeige in Prüfungen bereits ein gewandeltes Technik- und Berufsverständnis sind die 420 Stunden Anwendungen bei einer Gesamtstundenzahl von 920, so die DAG-Instruktoren. Gefragt sei vom "Mittler zwischen Fachabteilung und DV-Sektor", Standardsoftware wie Word, Multiplan oder dBase neben DV-Theorie, Programmierung und DV-Organisation zu beherrschen.

"Davon ist in der Prüfungsordnung aus dem Jahr 1969 wenig zu lesen", bemängelt die DAG, "statt dessen wird das Operating herausgehoben, ein Bereich, in dem kaum ein DV-Kaufmann tätig werden wird." Demnächst wird eine Neuordnung des Berufsbildes erwartet.

Ihr Berufsweg führt sie - nach der "verkürzten Lehre von eineinhalb Jahren" - entweder bis hin zum Org.-Programmierer; hier ergänzen kaufmännische Kenntnisse die fachbezogene Programmierung. Oder sie übernehmen anspruchsvolle Aufgaben als Kaufmann bis hin zum Controlling-Bereich, unterstützt durch DV-Praxis und -Theorie. Auch als

Vertriebsbeauftragte finden sie ihr Einsatzfeld ebenso wie als DV-Dozenten in der Aus- und Weiterbildung.

Daß es auch Aussteiger gibt, liegt in der individuellen Neigung ebenso begründet wie in der mangelnden Vorauswahl und Information des Arbeitsamtes, das die Teilnehmer kommen sie nicht über Mundpropaganda zur Gewerkschaftsschule Vermittelt. Es fehlt, so die DAG über die Verpflichtung des Arbeitsamtes, dort ein Test zur Selektion, der Fähigkeiten feststellt und zugleich Illusionen über den neuen "Modeberuf" nimmt.

Auch wünschen sich die Münchner mehr Kontakt und Erfahrungsaustausch mit Unternehmen. Hierzu zählt die Bereitschaft, Plätze für das fünfmonatige Praktikum - um die sich fast die Hälfte aller Teilnehmer selbst bemüht - zur Verfügung zu stellen, fast nur am Rande. Das Berufsbild DV-Kaufmann hat nämlich hierzulande bei Personalentscheidern noch nicht die Runde gemacht. Die Münchner DAG-Lehrkräfte sind Überzeugt: Qualifikationen, die häufig über Anzeigen der überregionalen Tageszeitungen nur bei Trägern des "Diploms" vermutet werden, erbringen ihre Kandidaten angemessen sachbezogener, können sie doch bereits Berufspraxis aufweisen.

Informationen: Bildungswerk der DAG, DAG-Schule München, Sonnenstraße 25, 8000 München 2, Telefon 089/596641.