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19.06.1987 - 

CW-Anwenderumfrage zum Thema "Terminal contra PC"

DV-Leiter wollen Mehr PCs an die Großanlage anbinden

MÜNCHEN (dar) - Beim Thema "Terminal oder PC am Host" scheiden sich die Geister bei den DV-Profis. Während die einen darangehen, jeden Bildschirm nach und nach durch einen PC zu ersetzen, lehnen andere dies kategorisch ab. Dies ist das Resultat einer Anwenderumfrage der COMPUTERWOCHE. Als Trend kristallisierte sich dennoch heraus, daß die PC-Host-Anbindung verstärkt in der Zukunft realisiert werden soll.

Die -Idee des PC-Anschlusses an den Großrechner kam mit dem verstärkten Einsatz von Spreadsheets, zu deren Vertreter Lotus und Symphony gehören. Inzwischen sind in den meisten Fällen jedoch Grafiken auf dem PC auf der Basis von Host-Daten hinzugekommen. Dies entspricht ungefähr dem augenblicklichen Level, den die DV-Landschaft in der Bundesrepublik erreicht hat. Inzwischen läßt sich ferner ein Trend hin zu Datenbankanwendungen feststellen. Parallel dazu gibt es Überlegungen, die in Richtung Vernetzung gehen.

"Bei uns werden kaum noch PCs stand-alone eingesetzt, erklärt Horst Anlauf, Leiter des Benutzerservice im zentralen Rechenzentrum eines großen Unternehmens der Kfz-Zulieferer-Branche. "In der Regel ist es bereits so, daß die Anbindung im kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Bereich erfolgt ist. Ähnlich sieht es natürlich auch in der Entwicklungsabteilung aus." Wobei hier wie in vielen anderen Unternehmen gilt: Den bestausgestatteten PC erhalten die Entwickler, während sich die Verwaltung, in der eine restriktive Kostenpolitik betrieben wird, mit einfacherer Ausrüstung begnügen muß.

Ein Teil der Geräte nicht optimal genutzt

Die Kostenfrage ist auch dafür verantwortlich, daß der PC-Einsatz zunehmend kritisch beäugt wird. "Wir können bereits heute davon ausgehen, daß ein großer Teil der Geräte, die draußen stehen, nicht optimal genutzt werden", meint Uwe Zimmath, DV/Org.-Leiter bei AEG-Hausgeräte in Nürnberg. "Wir achten deshalb verstärkt auf die Wirtschaftlichkeit." In diesem Zusammenhang spiele es dann nicht nur eine Rolle, welche Arbeit dem Mitarbeiter durch den PC erleichtert werde, sondern man untersuche auch die Frage, was es dem Unternehmen bringe. Zimmath dazu: "Die Bewertung der Wirtschaftlichkeit des PC-Einsatzes fällt uns nicht leicht." Mit berücksichtigt werden müsse nämlich, daß nicht nur Hard- und Basis-Softwarekosten anfallen, sondern in ebenso hohem Maße Personalschulungs- und Informationsveranstaltungs-Ausgaben in der Folgezeit."

Ähnlich verfährt auch Walter Hofmann, RZ-Leiter bei Adidas, Herzogenaurach: "Bei uns erhält noch lange nicht jeder einen PC, der ihn beantragt. Es muß schon eine sinnvolle Anwendung nachgewiesen werden, zum Beispiel für Grafiken, CAD oder Planungsaufgaben." Angst davor, daß Hardware und Personal verschwendet werden könnten, hat auch Jörk Spranger, DV/Org.-Leiter bei der Fiat-Automobil AG in Heilbronn. "Wir haben sehr genau untersucht, für welche Anwendungen ein PC erforderlich ist."

Natürlich gibt es auch viele Gründe, die für einen PC-Einsatz speziell mit Hostanbindung sprechen. "In unserem Unternehmen sind die Arbeitsplätze im Sachbearbeitungsbereich angeschlossen, die zum Beispiel mit Lotus arbeiten, die aber gleichzeitig auch statistische Auswertungen machen sowie die Stammdatenpflege vornehmen und Informationen von anderen Bereichen erhalten müssen", konstatiert ein DV-Spezialist der Langnese-Iglo GmbH in Hamburg.

Uwe Zimmath von AEG Hausgeräte sieht den Grund für den PC am Host darin, daß die Mitarbeiter beim ersten Mal beim stand-alone PC zwar noch bereit seien, Daten redundant einzugeben, doch nach dem zweiten oder dritten Mal würden sie streiken. Deshalb werde man bei AEG in absehbarer Zukunft mehr PCs an den Host anschließen.

Klaus Groth, DV/Org.-Leiter bei der Hanomag Baumaschinen Produktion und Vertrieb GmbH, Hannover, hält die PC-Host-Anbindung für eine schnelle Lösung. Denn großangelegte Projekte für bestimmte Probleme dauerten drei bis vier Jahre, bis auch der letzte im Unternehmen bedient worden sei. Deshalb böten sich PC-Lösungen, die ad hoc umgesetzt werden könnten, an, wenn abteilungsspezifische und individuelle Schwierigkeiten zu lösen seien.

Laut Thomas Seibert, DV-Spezialist bei der Volvo Deutschland GmbH in Dietzenbach, lohne sich der PC-Anschluß an den Host immer dann, wenn mehr als der reine Dialog gepflegt werden solle. Dies trifft in seinen Augen für die Textverarbeitung, die Kalkulation und für Grafiken zu. Für Alfons Groß, RZ-Leiter bei der Dyckerhoff & Widmann AG in München, spricht der momentane Preis für den PC. Groß: "Die Preise sind schließlich für ein Terminal und einen einfachen PC fast gleich. Solange ich also keinen Sondernutzen vom Terminal habe, werde ich immer einen PC anschließen. Deshalb wechseln wir jetzt auch nach und nach jeden Bildschirm gegen einen PC aus. Schließlich kann ich dabei zusätzlich die Tabellenkalkulation grafisch aufbereiten."

Walter Hofmann, RZ-Leiter bei Adidas, dazu: "Der Preis spielt heute bei der Entscheidung PC- oder Terminal-Anbindung an den Host zwar fast keine Rolle mehr. Vor knapp fünf Jahren sah das jedoch noch anders aus. Deshalb entschieden wir damals unter anderem, daß die Textverarbeitung über den einfachen Bildschirm via Zentralrechner erfolgen solle. Bei unserer nächsten Auswahl sieht der Fall unter Umständen anders aus. Das liegt in erster Linie daran, daß das Preis/Leistungs-Verhältnis günstiger und das Leistungsspektrum der angebotenen Software wesentlich größer geworden ist."

Trotz all dieser genannten Vorteile gibt es auch Gegner von PCs am Host. Ein DV-Spezialist eines großen Reifenherstellers meint dazu: "Mir ist das zu gefährlich, denn immer wieder hört man, daß dies aus Datensicherheitsgründen ein riskantes Unterfangen ist. Die Daten vom Host wollen wir unbedingt geschätzt halten und Einbrüche in jeglicher Form vermeiden. Auch für eine 3270-Emulation trifft dies zu, denn ein PC kann eben mehr als ein Bildschirm. Mit dem Personal Computer ist es schließlich möglich, die Daten zu speichern und retransferieren. Für unsere Entscheidung spielt es natürlich eine Rolle, daß wir auf ein Zentralsystem hinarbeiten. Das heißt, wir wollen auch künftig noch mehr zentralisieren." Andere DV-Leiter in der Industrie stufen das Risiko wesentlich geringer ein, da sie den Datenaustausch vom PC zurück an den Host unterbinden. Walter Hofmann, RZ-Leiter bei Adidas: "Der User erhält bei uns die für ihn bestimmten Daten über Nacht. Auf diese Art und Weise ist eine zentrale Datenbasis gewährleistet." Horst Anlauf, DV-Mitarbeiter bei einem großen Kfz.-Zuliefererkonzern, merkt ferner dazu an, daß sich der PC für die Großanlage auch nur wie ein Terminal verhalte, und diese müßten durch eine Abteilungs- und Personenkennzeichnung sowie Terminalnummer ausgewiesen werden. "Vor Ort hängt dann die Behandlung der Daten von deren Sensibilität ab."

Weitere Resultate der Umfrage sind, daß IBM-Host-Anwender überwiegend PCs des Marktführers einsetzen, während die Terminals in erster Linie von Kompatiblen-Herstellern sind. Jedoch auch hier läßt sich ein zarter Trend hin zu IBM feststellen. Ein DV-Spezialist bei Langnese-Iglo kommentiert dies so: "Bei den neueren Maschinen werden wir verstärkt IBM-Terminals einsetzen. Sie sind inzwischen ja auch so gut geworden, daß man sie benutzen kann." Völlig abgekommen sind die DV-Leiter dagegen von Wartungsverträgen für PCs oder Terminals.

PC-Host-Schiene soll verstärkt werden

In der DV-Landschaft der Zukunft wird der PC mit Anbindung an den Host jedenfalls nicht mehr wegzudenken sein. Die Unternehmen haben sich daher einiges vorgenommen. Die Mehrzahl der Befragten will auf jeden Fall die PC-Host-Schiene verstärken. Horst Anlauf ist sich jedoch noch nicht darüber im klaren, welchen Weg er einschlagen soll. "Da wir eine Anbindung an den IBM-Host haben, stehen wir jetzt vor der Situation, daß wir nicht wissen, wo der Marktführer hin möchte. Ich nehme jedoch an, daß wir künftig mit dem æEnhanced Connectivity FacilityÆ von der IBM einige Aufgaben der Datensicherung über den Großrechner abdecken. Das heißt, daß auch Großrechnerplatten zur Datensicherung verwendet werden und sensible Informationen Oberhaupt nicht auf den PC transferiert werden." Allerdings sei diese Lösung noch nicht hundertprozentig, da parallel dazu überlegt werde, wie der Bürokommunikationsbereich generell künftig im Unternehmen aussehen solle.

Eine weitere Tendenz sieht Anlauf darin, daß in Zukunft verstärkt die PC-Host-Anbindung gebraucht würde, allein schon aus der Notwendigkeit heraus, daß der Enduser sich direkt in mehrere Großrechner-Umgebungen einschalten können sollte. Als Beispiel nennt er hierzu die operative DV und Electronic Mail. Ein schnelles Hin- und Herschalten sei dann mit dummen Terminals nicht mehr so effizient zu gestalten wie mit PCs. Vernetzung der PCs ist in der Industrie ein angestrebtes Ziel, so das Resümee der Umfrage.

Thesen und Trends im Bereich des Software-Engineering stehen im Mittelpunkt einer Vortrags- und Ausstellungsveranstaltung, die die AFCEA Bonn e.V. am 7. und 8. Juli 1987 in Bonn-Bad Godesberg organisiert. Auf dem Programm stehen Themen wie "Grundsätze einer ingenieurmäßigen Softwareentwicklung", "Software-Recycling", "Information Engineering - die Vorgehensweise von James Martin zur Entwicklung zukunftsorientierter Anwendungssysteme" sowie "Softwaremanagement in einer Mehrmaschinenumgebung". AFCEA-Bonn ist die deutsche Sektion des internationalen Fachverbandes für Elektronik, Datenverarbeitung und Kommunikationssysteme.

Ihre Kostenrechnungs- und Controlling-Software "Orbkos" für das System IBM /38 hat die Orba Software GmbH, Hannover, jetzt auf RPG III umgestellt. Auf diese Weise will der Hersteller den Systemdurchsatz steigern. Das Softwaresystem ist modular aufgebaut und umfaßt unter anderem eine Komponente, mit der Anwender unter Angabe von Veränderungsfaktoren vorhandene Datenbestände für Planungen hochrechnen kann. Die Kostenstellenrechnung ist laut Orba voll dialogisiert; eine flexible Schnittstellenübernahme aus Vorsystemen ermögliche es, die Daten "tagfertig" zu verarbeiten und für weitere Abfragen bereitzustellen.

Um einen Datenbankanschluß hat das Münchner Ingenieur-Büro Jansen die Programmiersprache "Turbo-Prolog" erweitert. Realisiert wurde diese Verbindungsmöglichkeit in Form von Prolog-Prädikaten, die bei der Programmentwicklung mit eingebunden werden können; die Datenbank läßt sich mit einem Hilfsprogramm definieren. Die Toolbox ist als Objekt-File oder im Source-Code erhältlich.