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05.01.1984

DV-Management-Karussell drehte sich 1983 langsamer

Nicht mehr ganz so schnell wie in den Vorjahren drehte sich 1983 das Managerkarussell In der DV-Branche. Diese ruhigere Gangart dürfte vor allem die Folge einer generell stabilisierten Marktlage sein. Dennoch: Der harte Verdrängungswettbewerb Im Personal-Computer-Geschäft führte bei einigen Herstellern zu deutlichen Ertragseinbrüchen oder gar zu Unternehmenspleiten. So mancher deutsche Geschäftsführer nahm mehr oder weniger freiwillig seinen Hut.

Die Redaktion der COMPUTERWOCHE ruft hier noch einmal einige der diesjährigen Management-Veränderungen in Erinnerung. Die Hauptmitwirkenden waren: kul

Heinz Schuma

Nach dem Weggang von Bernhard Sauer (jetzt Amdahl), Wilhelm Jägers (Kienzle) und Dr. Ernst Georg Lotz (Tandem) wechselte ein weiterer hochkarätiger IBM-Manager zur Konkurrenz: Heinz Schuma, Leiter des Direktionsbereichs Vertriebsunterstützung trat am 1. Juli in das Hamburger Softwarehaus GMO ein. Werteten Beobachter der Stuttgarter Szene das Ausscheiden Schumas als Folge der neuen Politik" des Bösenberg-Nachfolgers Lothar Sparberg, so lehnte der Vertriebsmanager eine solche Begründung ab: "Der einizige Grund für meinen Wechsel zur GMO liegt darin, daß ich unternehmerisch tätig sein will."

Dr. Michael Hoffmann

Ebenfalls im Mai wurde bekannt, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Philips Kommunikations Industrie AG, Dr. Michael Hoffmann, werde das Unternehmen zum 30. Juni nach eineinhalbjähriger Tätigkeit verlassen. "Ich habe mich im freundschaftlichen und gegenseitigen Einvernehmen von Philips getrennt", sagte Hoffmann über sein kurzes Gastspiel beim Nürnberger Elektronikkonzern. Aus Philips-Kreisen war indes zu hören, daß Hoffmann die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Er habe bei Eintritt in das Unternehmen zu hoch gepokert" und sei obendrein "überall angeeckt". Offensichtlich habe Hoffmann seine Blitzkarriere nicht ganz verkraften können, vermuten Kenner der Nürnberger DV-Szene.

Wilhelm Jägers

Den Reigen eröffnete zum ersten Januar Wilhelm Jägers. Der Leiter des IBM-Vertriebs Informationssysteme im Bereich Anwendungen wechselte als Nachfolger von Vertriebschef Dr. Gerd Bindels zur Kienzle Apparate GmbH, Wie von IBM-Insidern zu erfahren war, gehörte Jägers nicht zu den Befürwortern der von der US-Mutter verordneten neuen Organisation, die die Divisionalisierung des Vertriebs aufgab. Dies habe schließlich zu Unstimmigkeiten geführt. Querelen mit seinen Vorgesetzten dementierte der Ex-IBM-Manager jedoch. Ausschlaggebend für seinen Wechsel sei das attraktive Angebot der Mannesmann AG gewesen.

Klaus O. Schmidt

Überraschend verließ der Geschäftsführer der Münchner Apple Computer GmbH, Klaus O. Schmidt, das Unternehmen im November nach eineinhalbjähriger Tätigkeit. Nach Angaben des süddeutschen PC-Anbieters will Schmidt in eine neu zu gründende Gesellschaft im Personal-Computer-Markt einsteigen. "Nach der langen Zeit im DV-Vertrieb ist dies eine neue Herausforderung, der ich mich gerne stellen möchte", begründete der Apple-Manager seine Entscheidung. Wie von Insidern in der Isarmetropole jedoch zu erfahren war, sei Schmidt ein Ausscheiden "unter beiderseitigem Einvernehmen" von seinen Vorgesetzten nahegelegt worden.

Dr. Gert Bindels

Nach fast fünf Jahren wechselte Dr. Gert Bindels, Geschäftsführer der Kienzle Apparate GmbH aus Villingen, zu Philips ins niederländische Appeldoorn. Mit Wirkung zum 1. Juli wurde Bindels als weltweit verantwortlicher Marketing-Direktor im Bereich Datensysteme für den niederländischen Elektronikkonzern tätig. Die Position, die Bindels gegen seinen Kienzle-Posten eintauschte, wurde, so hieß es aus Appeldoorn, erst kreiert. Als Direktor wurde Bindels Mitglied des Philips-Direktoriums, das sich aus vier Personen zusammensetzt. Der Wechsel vollzog sich nach Aussage des scheidenden Geschäftsführers in gegenseitigem Einvernehmen mit den Kienzle-Verantwortlichen.

Peter David

Lieferprobleme des amerikanischen Chip-Produzenten Fairchild führten bei der David Computer GmbH, Stuttgart, im April zu einem Liquiditätsengpaß. Zusätzliche Managementfehler, so David-Kenner, führten das Unternehmen schließlich in eine Absatzkrise. Die Händler lehnten dem Vernehmen nach eine weitere - Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Management ab, da das Vertrauen in die bisherigen Geschäftsführer, hier insbesondere Peter David, nicht mehr gegeben sei. David Computer wurde von Ericsson übernommen, Firmengründer Peter David stieg aus dem Unternehmen aus. Wie Anfang Dezember verlautete, verließ nun auch Geschäftsführer Michael Lanik das einstige David-Schiff.

Gerhard Jörg

Die aus der Hermes Precisa Ruf GmbH hervorgegangene HPR Computer GmbH beantragte im Juli beim Frankfurter Amtsgericht einen Liquidationsvergleich. Eine drastische Verschlechterung der Auftragslage, so der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Gerhard Jörg, habe diesen Schritt erforderlich gemacht. Der Eschborner Bürocomputeranbieter war dem Vernehmen nach vor allem durch die zunehmende Verbreitung kommerzieller Mikros in Schwierigkeiten geraten. Hinzu kamen Kompatibilitätsprobleme bei dem von US-Hersteller Mercator gelieferten System "Ruf 3000". Gerhard Jörg wählte den Weg in die Selbständigkeit.

Dr. Ernst Georg Lotz

Dr. Ernst Georg Lotz, Leiter des gesamten Produktmanagements der IBM in Stuttgart, führte im April den Exodus renommierter Führungskräfte fort und wechselte in die Geschäftsführung des Frankfurter Minicomputerproduzenten Tandem. Die Gründe, warum Lotz den Weg zu einem relativ kleinen Unternehmen wählte, blieben bislang verborgen.

Roland Henssler

Zu neuen Ufern jenseits der EDV, aber doch in Verbindung damit, machte sich schließlich auch Roland Henssler (43), bisheriger Direktor des Frankfurter Control Data Instituts nach fast zehn Jahren bei der Control Data Corp. auf: Er wurde geschäftsführender Gesellschafter der Wilson Learning GmbH mit Sitz in Stuttgart. Das Unternehmen ist eine Tochter der Wilson Learning Corporation, Minneapolis, USA. Wilson bietet eigenen Angaben zufolge ein in sich geschlossenes Konzept des Verhaltenstrainings für Manager aller Ebenen, Verkäufer und Personal mit Kundenkontakt an.

Hans-Peter Blomeyer-Bartenstein

Hans-Peter Blomeyer-Bartenstein, Geschäftsführer der Kontron Mikrocomputer GmbH, verließ das Unternehmen nach fast siebenjähriger Zusammenarbeit. Seit Juli ist er als Unternehmensberater auf den Gebieten Mikrocomputer, Personal Computer und Datenkommunikation in Eching bei München tätig.

Hans D. Holler

Ein Wechsel in der Chefetage der Harris GmbH war im März zu melden: Hans D. Holler, der zwei Jahre die Geschäfte des Mini-Anbieters geleitet hatte, ging als Geschäftsführer zur neugegründeten Convergent Technologies in Wiesbaden. Hollers Nachfolger Alex Sozonoff, seit 1981 bei Harris in Diensten, übernahm vorerst in Personalunion die Geschäftsführerfunktion.

Dr. Manfred Wittler

Das Management-Karussell drehte weiter Dr. Manfred Wittler. Der 41jährige stand zehn Jahre in Diensten des General Electric Informations-Service und zeichnete zuletzt für die Regionen Belgien, Niederlande, Schweiz, Österreich und Deutschland verantwortlich. Zum ersten Februar 1983 wechselte er zur Data General GmbH, wo er neuer Geschäftsführer wurde. Der bisherige Deutschland-Chef von DG, Albert Leyenaar, hat sich in seinem Heimatland Holland selbständig gemacht.