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01.04.1994

DV-Manager verlangen mehr Initiative von Jobsuchenden Die Problemloeser der Anwender haben zukuenftig die Nase vorn

HANNOVER (hk) - Nur eine breit angelegte Ausbildung und die Bereitschaft, sich staendig fortzubilden - auch auf eigene Kosten - , bewahren den DV-Spezialisten vor Arbeitslosigkeit. Der klassische Programmierer wird die zukuenftigen DV-Aufgaben nicht mehr loesen koennen, so das Ergebnis einer CW-Podiumsdiskussion auf der CeBIT.

Junginformatiker und aeltere Datenverarbeiter sind irritiert angesichts der schlechten Meldungen zum DV-Arbeitsmarkt (siehe auch CW Nr. 12 vom 25. Maerz 1994, Seite 55: "Die Zahl der arbeitslosen DV-Profis um rund die Haelfte gestiegen"). Die Absolventen wissen nicht, wie sie den Fuss in die Tuer der Unternehmen bekommen, die Aelteren dagegen fuerchten, dass ihr Know- how nicht mehr ausreicht, dass aber auch die Arbeitgeber nicht bereit sind, in Mitarbeiterschulung zu investieren.

Fuer Joerg Pommeranz, DV-Leiter der Dr. Oetker Gruppe in Bielefeld, ist Eigeninitiative die wichtigste Voraussetzung, um am Markt zu bestehen. So habe er einem Studienabbrecher die Chance gegeben, an einem Projekt teilzunehmen. Diese mehrmonatige Berufserfahrung trug dazu bei, dass der Mitarbeiter einen neuen Job fand. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage muessten junge Leute bereit sein, so Pommeranz' Forderung, fuer eine Uebergangszeit auch ohne Gehalt zu arbeiten, um Praxis zu erwerben.

Von den aelteren Experten verlangt er mehr Initiative bezueglich Weiterbildung, diese sei "nicht nur eine Bringschuld des Unternehmens, sondern auch eine Holschuld des Beschaeftigten". Als Fortbildung zaehlt der Oetker-Manager auch seinen Messebesuch, um sich darueber zu informieren, was er in fuenf Jahren einsetzen muss, aber auch ein permanentes Studium der Fachpresse.

Der Programmierer von heute mit seinem technikorientierten Know- how koenne die DV-Aufgaben von morgen nicht loesen. Sozialkompetenz, so die Auffassung von Bruno Ruecker, werde zum Schluesselkriterium. Der Ploenzke-Geschaeftsfuehrer empfiehlt eine nicht zu einseitige Spezialisierung: "Wer weiss, ob es in fuenf Jahren noch Datenbankspezialisten gibt." Fuer ihn zaehlen Kriterien wie Flexibilitaet und Engagement.

Auch Peter Ernst raet von einer zu starken Fixierung auf ein Berufsbild ab. Der Personalleiter bei Hewlett-Packard in Boeblingen beobachtet, dass die klassischen DV-Taetigkeiten zurueckgehen, dass aber die DV-Profis um so mehr in den Fachabteilungen gebraucht werden.

Stefan Rohr, Geschaeftsfuehrer der r & p management consulting, Hamburg, bestaetigt diesen Trend. Er geht davon aus, dass die Chancen besonders fuer diejenigen DV-Profis gut sind, die anwendungsnah arbeiten, also die Probleme der Benutzer kennen und in Loesungen umsetzen koennen.

Schliesslich erinnern Ernst und Ruecker daran, dass sich der Begriff "Karriere" veraendert hat. Ihre Unternehmen setzen nicht erst seit der Diskussion um Lean Management auf flache Hierarchien und Projektarbeit.

In diesem Kontext bedeutet die Karriere einen Zugewinn an Kompetenz, der letztlich am besten vor Arbeitslosigkeit schuetzt.