Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.05.1982 - 

IDC-"Briefing Session" diskutiert Zukunftsaspekte der DV-Branche:

DV-Markt weiterhin auf Wachstum programmiert

FRANKFURT (ha) - Von 48 Milliarden Dollar in 1980 auf 145 Milliarden Dollar im Jahre 1986 werden sich die Gesamtausgaben der informationsverarbeitenden Industrie Europas erhöhen. Diese Prognose stellte jetzt die International Data Corporation (IDC) auf ihrem jüngsten Symposium zum Thema "Brennpunkt DV Markt '82" in Frankfurt. Somit könnten die DV-Anbieter mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von zwanzig Prozent rechnen. An der "Briefing Session" der US-Markforscher nahmen mehr als hundert Vertreter aus der bundesdeutschen DV-Szene teil.

Aus sechs Komponenten setzen sich IDC-Angaben zufolge die DV-Gesamtausgaben in Höhe von 48 Milliarden Dollar des Jahres 1980 zusammen. Mit 35 Prozent (17 Milliarden Dollar) machten die Personalausgaben den Löwenanteil aus. Erst an zweiter Stelle folgten mit 14,5 Milliarden Dollar oder 30 Prozent die Hardwarekosten. Für "externe" Software, die sowohl von unabhängigen Softwarefirmen als auch von den Hardwareherstellern angeboten wurde, seien knapp acht Milliarden Mark ausgegeben worden. Diese Summe enthalte jedoch gleichzeitig Ausgaben für Beratung, externe Schulung und Remote Processing.

Auffallend bei den Personalkosten erschien den IDC-Marktforschern, daß trotz besserer Programmierhilfen, höherer Programmiersprachen, Datenbank-Facilities und "vorgefertigter" Applikationssoftware die Benutzer offenkundig nicht in der Lage waren, das Verhältnis der Manpower-Kosten zu den Gesamt-DV-Ausgaben zu reduzieren.

Zweiter auffallender Aspekt sei die immer noch relativ unbedeutende Position der Softwareaufwendungen. Obwohl zahlreiche Marktbeobachter schon vor längerer Zeit den Tag vorhergesagt hätten, an dem die Software das dominierende Element der DV-Ausgaben darstellen würde, nehme sie mit 16 Prozent nach wie vor einen der hinteren Ränge im Spiel der DV-Kräfte ein. Die IDC-Auguren meinen, daß die prophezeite Situation - bei der man die Hardware lediglich als "billiges Mittel zur Softwareerstellung" sehe - auch bis Ende des nächsten Jahrzehnts nicht erwartet werden könne. Dennoch sei das Wachstum im Softwarebereich wesentlich ausgeprägter als bei der Hardware.

Obwohl heute nahezu jeder Hersteller das Thema Kommunikation an seine Fahne geheftet habe, stehe dieser Branchenzweig mit nur drei Prozent Gesamtanteil noch immer auf einem der hinteren Plätze. Zwar komme in den nächsten Jahren insbesondere den Kommunikationsnetzen eine wachsende Bedeutung zu; dennoch wachse dieser Markt bis 1986, dies prognostizieren die IDC-Mannen, nur um ein Prozent in Relation zu den Gesamtaufwendungen.

Durch die Diskussion über die Bürokommunikation und vor allem über die Inhouse-Netze sei die Verunsicherung auf seiten der Benutzer nur noch größer geworden. Dies konstatierte Klaus Luft, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Nixdorf AG und Hauptredner auf der Frankfurter IDC-Veranstaltung. Erst die Sprache als das verbreitetste Kommunikationsmedium, meint der Paderborner Unternehmenslenker, werde den Herstellern letztendlich helfen, das Büro der Zukunft zu erschließen.

Das größte Potential für DV-Umsätze liegt nach IDC-Angaben heute vor allem im Bereich der Unternehmen mit unter 200 Beschäftigten - insbesondere bei Firmen mit weniger als fünfzig Angestellten. Diese These untermauern die Markforscher durch die hier noch geringe Verbreitung der Datenverarbeitung: Von den 615 000 Firmen, die derzeit in Europa mit mehr als zwanzig Beschäftigten tätig sind, hätten nur etwa 173 000 einen Computer im Einsatz. Dies entspreche einer Marktdurchdringung von lediglich 28 Prozent, womit zu begründen sei, daß in diesem Bereich in absoluten Zahlen gesehen die größten Wachstumschancen lägen.

Einen bedeutenden Umschwung prognostizieren IDC-Spezialisten denn auch zugunsten kleinerer DV-Anlagen. Während mit dem Vertrieb von Tischrechnern, Small-Business-Systemen und Minicomputern noch 1980 ein Umsatz von knapp vier Milliarden Dollar erwirtschaftet worden sei, würden die Einnahmen bis 1986 auf über 14 Milliarden Dollar ansteigen. Am schnellsten wachse hierbei der Tischcomputermarkt mit durchschnittlich 33 Prozent pro Jahr.

Als schwächstes Glied in dieser Wachstumskette bezeichnet IDC mit durchschnittlich sieben Prozent den "traditionellen" Minicomputer-Sektor. Zwar würden sich die Anbieter immer mehr an kommerziellen Systemen orientieren, weil mit technisch-wissenschaftlichen Anlagen das Wachstumsziel nicht erreicht werden könne, aber die Profiterfolge der 70er Jahre gingen ihrem Ende entgegen. Dennoch könnten die Mini-Hersteller - absolut gesehen mit einer positiven Umsatzentwicklung rechnen. Insbesondere im Distributed Data Processing-Markt steige der Anteil der Minis bis 1986 wesentlich stärker als bei den übrigen DV-Systemen.