Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.06.1995

DV-Schulung/Auf den Anwender zugeschnittene Rundumbetreuung Erst beim Coaching laesst sich der Wissenstransfer feststellen Von Juergen Schmidtke*

Training beim Endanwender statt Seminar von der Stange ist zu einem Muss fuer die Anbieter geworden. Ein medizinischer Verlag in Muenchen probierte es nun mit einer auf die Mitarbeiter zugeschnittenen Schulung inklusive der Nachbetreuung, die den Wissenstransfer sicherstellen sollte. Dabei sollten 50 Mitarbeiter maximal halbtaegige Kurse besuchen.

In den letzten Jahren ist der PC in nahezu allen wirtschaftlichen Bereichen zum bestimmenden Element am Arbeitsplatz geworden. Es entstanden sogenannte intelligente Arbeitsplaetze, die einen qualifizierten Anwender erfordern. Dieser soll einen Rechner nicht nur bedienen, sondern die Moeglichkeiten der Informationstechnik nutzen koennen. Fuer viele Unternehmen entstand so ein grosser Schulungsbedarf, der zugleich von einem immer knapperen Bildungsbudget begleitet wurde.

Der traditionelle Schulungsweg, naemlich die offenen Seminare, bietet fuer diese Ausgangssituation wenig Loesungsansaetze. In diesen Kursen lassen sich die meist sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer nicht beruecksichtigen, und die Heterogenitaet der Gruppe fuehrt zu unausgewogenen Lernerfolgen.

Der Dozent kann die verschiedenen Beduerfnisse der Teilnehmer nicht im Detail behandeln. Deshalb sind die Trainingsinhalte oft auch nicht direkt am Arbeitsplatz umsetzbar, die gewuenschte Effizienzsteigerung tritt, wenn ueberhaupt, nur sehr langsam ein.

Just learn what you need

Viele Lernende fuehlen sich zudem nach der Schulung im Stich gelassen, resignieren vor den in der Praxis auftretenden Problemen und versuchen haeufig nicht einmal die Lerninhalte umzusetzen. Fuer die Vorgesetzten stellt sich angesichts der Tatsache, dass trotz teurer Schulung keine sichtbare Verbesserung der Arbeitsablaeufe zu spueren ist, die Frage, ob Trainings ueberhaupt eine lohnende Investition darstellen.

Im folgenden Beispiel entstand bei einem Verlagshaus ein akuter Schulungsbedarf infolge der Aufruestung und Vernetzung der DV. Geloest wurde das Problem von der Muenchner Firma Alup, Alexander Lang und Partner GmbH, die das gesamte Projekt unter dem Motto "Just learn what you need" durchfuehrte.

Reed Elsevier, ein britisch-niederlaendischer Konzern, ist mit einem weltweiten Umsatz von zirka 8,5 Milliarden US-Dollar und etwa 25 000 Mitarbeitern eines der groessten internationalen Verlagshaeuser. Die Schwerpunkte liegen auf wissenschaftlichem Gebiet, insbesondere im medizinischen und juristischen Bereich.

Erster Schritt: detaillierter Fragebogen

Die deutsche Konzerntochter von Reed Elsevier, der Reed Elsevier Medical Verlag, entschloss sich Ende 1993, ihre vorhandenen PCs durch ein verlagsweites PC-Netz mit einer umfassenden IT- Infrastruktur zu ersetzen.

Der Verlag beabsichtigte, in einem ersten Schritt 50 Mitarbeiter zu schulen, so dass diese in kurzer Zeit mit dem neuen System vertraut wuerden und alle Moeglichkeiten wie Drucken im Netz, interne und externe E-Mail-Anbindung sowie Fax-Gateways nutzen koennten. Die Schulungen sollten im Verlag durchgefuehrt und die Teilnehmer auf Wunsch des Kunden in maximal halbtaegigen Veranstaltungen unterrichtet werden.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelte die Alup GmbH zunaechst einen detaillierten Fragebogen fuer die Mitarbeiter des Verlags. So konnte der Auftraggeber den allgemeinen Kenntnisstand und den aktuellen Bedarf jedes einzelnen ermitteln. Arbeitsplatzanalysen, die der Dozent selbst durchfuehrte, ergaenzten diese Untersuchungen. Anhand dieser Ergebnisse stellte Alup spezielle Softwareschulungen zusammen, die es ermoeglichten, auf die Beduerfnisse der Anwender einzugehen.

Anschliessend definierte das Muenchner Trainingsinstitut die Seminarthemen und sprach sie mit dem DV-Verantwortlichen und dem Betriebsrat ab. Die Mitarbeiter der Firma konnten dann selbst entscheiden, zu welchen Veranstaltungen sie gehen wollten. Es gab zu jedem Seminar mindestens einen Alternativtermin, um eine moeglichst grosse Entscheidungsfreiheit zu gewaehrleisten.

Im Laufe der Schulung wurden den Teilnehmern speziell fuer ihre unternehmenseigenen Belange entwickelte Schulungsunterlagen ausgehaendigt.

Coaching und 24-Stunden-Hotline

Geschult wurden einzelne Anwendungsthemen. Dadurch liess sich die Dauer der einzelnen Schulungen so kurz halten, dass die Mitarbeiter nicht allzu lange Zeit von ihrem Arbeitsplatz fernbleiben mussten. Etwa drei Wochen nach Abschluss der Seminare besuchte der Dozent alle Schulungsteilnehmer an ihrem Arbeitsplatz, um ungeklaerte Fragen zu beantworten und zwischenzeitlich aufgetretene Probleme zu besprechen. Diesen als Coaching bezeichneten Service

ergaenzte Alup durch eine 24-Stunden-Hotline, die auch an Feiertagen und Wochenenden zur Verfuegung steht und Anfragen schnellstmoeglich beantwortet.

Die Verlagsleitung war zufrieden: Innerhalb von etwa fuenf Wochen waren alle 50 Mitarbeiter so weit geschult, dass sie mit der neuen DV-Umgebung arbeiten konnten. Durch das ergaenzende Coaching waren dann nochmals vier Wochen spaeter aus "unbedarften" Usern effiziente und motivierte Benutzer geworden.

* Juergen Schmidtke ist Geschaeftsfuehrer der Alup GmbH Muenchen