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08.11.1991 - 

DV-Arbeitsmarkt normalisiert sich

DV-Stellenangebote gehen dieses Jahr um rund 16 Prozent zurück

MÜNCHEN (hp) - Noch vor wenigen Jahren hatten Diplominformatiker bei der Stellensuche freie Wahl. Die Situation hat sich inzwischen geändert, die Stellenangebote gehen zurück, und die Anforderungen steigen. Technisches Wissen allein reicht nicht mehr - die Unternehmen erwarten Kooperationsbereitschaft und Belastbarkeit.

Zu diesen Ergebnissen kam Wolfgang Pflanz, Geschäftsführer von CDI (Control Data Institut), bei einer Diskussion im Karrierezentrum der Systems. Grundlage seiner Aussage ist eine Studie, in der CDI die Stellenanzeigen seit 1987 auswertet. Der Wermutstropfen für alle Wechselwilligen oder Einsteiger: 1991 gab es rund 16 Prozent weniger Stellenangebote mit DV-Bezug als im Jahr zuvor.

Von der CDI-Studie Rückschlüsse auf die tatsächlichen Berufsanforderungen der DV-Spezialisten zu ziehen ist problematisch, da sie nur einen Teil des Arbeitsmarktes widerspiegelt. Ein Großteil der Stellenwechsel erfolgt beispielsweise über direkte Kontakte beziehungsweise über Personalberater oder Headhunter. Experten schätzen, daß nur 40 Prozent aller offenen Stellen in Zeitungen inseriert werden. Zudem liefert die CDI-Analyse nur Informationen über die aktuellen Erwartungen der Arbeitgeber und gibt so einem Studenten, der sich längerfristig orientieren will, relativ wenig Aufschlüsse.

Sichere Prognosen über die künftigen Anforderungen an DV-Profis gibt es kaum. Fest steht allerdings, daß das technische Wissen allein nicht mehr ausreicht.

Schlüsselqualifikotionen werden immer wichtiger

"Die Arbeitgeber legen immer größeren Wert auf Schlüsselqualifikationen. Sie werden in den Anzeigen 1991 doppelt so häufig genannt wie noch vor vier Jahren", erklärt Pflanz. Dies kann auch der Gesprächspartner Michael Bauer, Geschäftsführer von PSI, bestätigen. "Gerade in einem Softwarehaus, wo die Mitarbeiter überwiegend im Team arbeiten, sind soziale und persönliche Eigenschaften wie Kooperationsvermögen sehr wichtig."

Nicht einig waren sich die beiden Gesprächspartner über die richtige Vorbereitung für den Berufseinstieg. Pflanz rät zu einer frühzeitigen Spezialisierung in puncto Sprachen und Betriebssysteme.

Bauer empfielt Einsteigern eine längerfristig angelegte Strategie. "Auf einen längeren Zeitraum gesehen, zahlen sich solide Grundlagen aus, da das aktuelle Wissen durch die schnelle technische Veränderung schnell veraltet. Wichtig sind auch der erste Arbeitgeber und die Einsatzgebiete und Chancen." Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Vorlieben hält Bauer ebenso für essentiell. Es müsse sich jeder entscheiden, ob die Stärken eher bei der kundenorientierten Entwicklung, dem Vertrieb oder in den Grundlagen liegen.

Wer den klassischen Aufstieg über Gruppenleiter zum Abteilungs- und dann zum Hauptabteilungsleiter vor Augen hat, wird in der DV-Branche so manche Enttäuschung erleben. "Die Hierarchien werden immer flacher. Das liegt auch an der Projektarbeit, in der die Mitarbeiter sehr eng zusammenarbeiten. Der Projektleiter ist hierbei oft nur eine Führungskraft auf Zeit, da den nächsten Auftrag eventuell ein anderer Spezialist leitet", meint Bauer.

Die Stellung im Unternehmen richte sich nicht nach der Anzahl der unterstellten Mitarbeiter. Dies wirke sich auch auf die Gehälter aus. Dazu Bauer: "Bei uns gibt es Mitarbeiter, die mehr verdienen als die Geschäftsleitung."