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12.05.1995

DV-Stellenangebote in den neuen Bundeslaendern Prozentual mehr Service- und Elektronikjobs als im Westen

MUENCHEN (CW) - Vom ostdeutschen Stellenmarkt fuer Datenverarbeiter gehen positive Signale aus: Die Zahl der Jobangebote, vor allem bei Software- und Beratungshaeusern, steigt. Unternehmen in den neuen Bundeslaendern suchen laut der juengsten EMC- Stellenmarktanalyse in erster Linie Anwendungsprogrammierer sowie Software- und Systemingenieure.

Die Nachfrage nach DV-Spezialisten belebt sich zusehends. Die neueste EMC-Untersuchung der Stellenangebote aus 33 Tageszeitungen zeigt in den ersten Monaten dieses Jahres gegenueber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von insgesamt 70 Prozent mehr offenen Stellen fuer Software- und Computerfachleute. Das ist weit mehr als der Zuwachs bei den Jobs fuer saemtliche Fach- und Fuehrungskraefte, der mit 26 Prozent aber immer noch ein deutliches Signal fuer die Konjunkturbelebung ist.

Bei der gesamten Entwicklung am Stellenmarkt hat der Osten offensichtlich Tritt gefasst und zieht mit, wie die EMC-Analysen belegen. Waehrend im Westen von saemtlichen Angeboten fuer Fach- und Fuehrungskraefte immerhin zwoelf Prozent ausdruecklich an DV- Spezialisten gerichtet sind, macht der Anteil in den neuen Bundeslaendern nur vier Prozent aus. Allerdings gibt es Branchen wie die Elektronik und das Dienstleistungsgeschaeft, in denen in den neuen Bundeslaendern prozentual mehr DV-Spezialisten eingestellt werden als in Westdeutschland.

Pedro Schaeffer, Geschaeftsfuehrer der Condat DV-Beratung, Organisation und Software GmbH, Berlin, erklaert den unterschiedlichen Bedarf aus den Differenzen in Wirtschaftsstruktur und Entwicklungsstand der IT-Anbieter: "Im Westen gibt es nicht nur relativ mehr, sondern auch groessere Software-Unternehmen, die gerade bei guter Konjunktur auf ein unvergleichlich hoeheres Personalpotential zurueckgreifen muessen." Die jungen, eigenstaendigen Software-Unternehmen im Osten befaenden sich demgegenueber zumeist noch in der Gruendungs- und ersten Entwicklungsphase. Es seien entsprechend kleine Betriebe, die in ihrer Effizienz allerdings den grossen aus dem Westen nicht nachstuenden.

Diese Einschaetzung wird von der EMC-Untersuchung untermauert. Die Ergebnisse weisen naemlich fuer die Softwarebranche im Westen nahezu sechs Prozent aller Angebote fuer Fach- und Fuehrungskraefte, im Osten aber nur etwas mehr als ein Prozent aus.

Einen weiteren gewichtigen Grund fuer den geringeren DV-Know-how- Bedarf sieht Schaeffer in der Tatsache, dass in aller Regel die Westunternehmen, die ihre Geschaeftstaetigkeit in den Osten ausdehnten, ihre Zentralen und damit ihre Org./DV-Abteilungen am Stammsitz beliessen. Das heisst, auch bei IT-Anwendern ist in den alten Bundeslaendern der Bedarf fuer DV-Profis relativ groesser.

Am begehrtesten sind nach den EMC-Ergebnissen in Ost wie West die Anwendungsprogrammierer, Software- und Systemingenieure mit jeweils gut zehn Prozent der Angebote am DV-Stellenmarkt. Auch was die Steigerungsraten der Nachfrage gegenueber den Vorjahresmonaten betrifft, verbuchen Anwendungsprogrammierer, Software- und Systemingenieure mit jeweils mehr als 100 Prozent den staerksten Zuwachs. In ihrem Bestreben, Software- und Systemingenieure einzustellen, so hebt Schaeffer hervor, aeussern die suchenden Unternehmen den Wunsch nach Mitarbeitern, die ihr "Handwerk" als Ingenieursdisziplin verstehen. Das heisst, sie muessen entsprechende Methoden, Verfahren und Werkzeuge der Software-Entwicklung beherrschen. Ob in Ost oder West: Nach den EMC-Ergebnissen liegen DV-Vertriebsfachleute mit knapp 18 Prozent Anteil gut im Rennen, jeweils etwa sechs Prozent der Offerten gelten DV-Fuehrungskraeften und -Beratern und fuenf Prozent Kommunikationsfachleuten. Keine Konjunktur haben Systemprogrammierer und Datenbankspezialisten alter Praegung und Operatoren. Die Zukunft gehoert nicht den Technokraten, sondern den Kreativen mit kommerziellem Gespuer. "Gefragt sind in erster Linie Geschaeftsideen, die neue Anwendungspotentiale der vorhandenen Technologien erschliessen", glaubt Schaeffer. Das gelte insbesondere fuer den Multimedia- Bereich, auf den vor allem kleine innovative Betriebe in den neuen Bundeslaendern ihre Hoffnung setzten. Die Chance, aus solchen Projekten wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, ist in den Augen des Berliner Managers fuer die neuen Bundeslaender gegeben. Sie bilden mit ihren Zentren Berlin, Dresden und Leipzig eine gute Basis, um die kuenftige Nachfrage des osteuropaeischen Marktes zu bedienen.