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22.09.1995

DV-Training/Kommentar Gute Kartoffeln auf einem schlechten Acker

Auf einem schlechten Acker kann selbst die beste Kartoffelsorte nicht gedeihen. Ich habe selten einen Vergleich gehoert, der so passend die aktuelle Situation in vielen Unternehmen beschreibt. Der Personal-Manager eines Automobilkonzerns formulierte ihn im Zusammenhang mit dem Thema "Lernende Organisation". Es nuetzt nichts, so seine Interpretation, mit den bestgeschulten Beschaeftigten zu arbeiten, wenn der Rahmen nicht stimmt.

Jahrelang gaben - aber auch jetzt noch ist es keine Seltenheit - Unternehmen viel Geld fuer Schulung nach dem Giesskannenprinzip aus. Mitarbeiter werden in ein teures Hotel geschickt - und wenn sie zurueckkommen, ist alles beim Alten. Wer immer nur an Seminarstuehlen und -tischen optimiert, verkennt die Bedeutung der Weiterbildung fuer die Zukunft eines Betriebes.

Die Konsequenz kann nur sein, Lernen am Arbeitsplatz zu foerdern. Eine klare Bedarfsanalyse mit anschliessendem massgeschneiderten Programm wird noch immer hilfreicher sein, als ein 08/15- Katalogangebot in Anspruch zu nehmen.

Um Training am Arbeitsplatz effektiv einsetzen zu koennen, traeumen Seminarhaeuser bereits davon, Online-Kurse anzubieten. Warum, so ihre berechtigte Frage, soll der Teilnehmer noch Geld fuer Hotel- und Reisekosten ausgeben, wenn er sich das Wissen jederzeit auf seinen PC holen kann. Anbieter von solchen Telelearning-Angeboten koennen sogar damit rechnen, dass sie mit solchen Vorschlaegen offene Tueren einrennen. Denn: Im Zuge der Rationalisierungsdiskussionen der letzten Jahre stand immer wieder die Frage im Mittelpunkt, wie sich Bildung effektiver und kostenguenstiger organisieren liesse.

Schulung laesst sich, das steht fest, nicht mehr vom Arbeiten losgeloest betrachten. Beides waechst zusammen. Wer diese Entwicklung foerdert, wird sicherlich zu den Unternehmen gehoeren, die vorne mitmarschieren. Produkte werden immer aehnlicher, immer weniger unterscheidbar. Den grossen Unterschied machen letztlich qualifizierte und motivierte Mitarbeiter aus. Wer sie hat, dem braucht vor der Zukunft nicht bange zu sein. Dazu bedarf es - und hier sind wir wieder beim Acker und den Kartoffeln - eines Klimas - neudeutsch Unternehmenskultur - das dies alles ermoeglicht.