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28.08.1981

DV und Fachabteilung müssen an einem Strang ziehen

DV und Fachabteilungen haben den "kalten Krieg" beendet. Die Erkenntnis, daß gegenseitige Information die einzige Basis für eine gute Zusammenarbeit ist, brachte Bewegung in die starren Fronten zwischen den verschiedenen Bereichen. DV-Leute besitzen inzwischen Anwendungskenntnisse, und die Mitarbeiter der Fachabteilungen erhalten eine angemessene DV-Schulung. Vorurteile werden dadurch abgebaut und die Probleme der anderen besser verstanden. Es entsteht der Beruf des DV-Verbindungsmannes; der als Puffer und Verbindungsglied zwischen den Abteilungen steht. Daß hin und wieder trotzdem Spannungen auftreten, weil die Fachabteilung "Unmögliches möglich" machen will, wird nicht als großes Problem angesehen, sondern eher als typisch zwischenmenschliches Verhalten.

Rolf-Udo Reinholdt

Leiter Org.-DV, Maschinenfabrik Goebel GmbH, Darmstadt (IBM 4331,

DOS/VSE)

Die Frage müßte meiner Meinung nach heißen: "Gibt es ohne vernünftige Verhaltensrichtlinien zwischen DV-Abteilung und Fachabteilungen überhaupt eine Chance, DV-Entwicklung zu betreiben"? Die eindeutige Antwort lautet Nein. Inwieweit es in dieser Sache offizielle Beschlüsse oder Richtlinien im Sinne einer Anweisung gibt, oder inoffiziell gewisse Regeln entstanden sind, ist dabei von weniger großer Bedeutung! Entscheidend ist, daß eine volle gegenseitige Information zu der Vertrauensbasis gehört, die die zwingende Voraussetzung für die Realisierung komplexer DV-Anwendungen ist.

Unsere Tätigkeit fassen wir als Beratung und Dienstleistung auf und betreiben innerhalb des Hauses Werbung für unsere Produkte. Fällige Entscheidungen werden selbstverständlich nur gemeinsam mit den beteiligten Fachabteilungen getroffen.

Im Moment befinden wir uns wegen einer Systemumstellung von Siemens 7.730 auf IBM 4331 in einer Sondersituation. Auf der einen Seite ließ sich ein Großteil der Anwendungen einem totalen Änderungsstop unterziehen und einer reinen Eins-zu-Eins-Umstellung zuführen, so daß in diesen Gebieten die Beziehungen zu den betroffenen Stellen weitgehend eingefroren sind. Andere Gebiete wiederum, in denen beispielsweise Standard-Software des Herstellers im Einsatz ist, benötigen eine Neuentwicklung, die gleichzeitig den Übergang von einer reinen Batchverarbeitung auf Dialogbetrieb beinhaltet. Ich halte es für ein unmögliches Unterfangen, einen derartigen Schritt zu wagen, ohne die zuständigen Fachabteilungen schon zu Beginn an der Entwicklung zu beteiligen. In eigenem Interesse wird von der Organisation größter Wert darauf gelegt, daß die Mitarbeiter aus den Fachbereichen zum Teil die gleichen Anwendungs-Lehrgänge besuchen wie die Organisatoren.

Durch hausinterne Seminare auf dem Gebiet der DV wächst das Verständnis und die Gesprächsbereitschaft der von DV-Vorhaben betroffenen Mitarbeiter. Eine korrekte und umfassende Information und ein ausreichender Wissens- und Kenntnisstand über die Möglichkeiten der maschinellen Datenverarbeitung bei unseren Gesprächspartnern ist die unbedingte Voraussetzung für einen vernünftigen Projektablauf. Diese Feststellungen sind entscheidend für die Verhaltensweise gegenüber der Fachabteilung.

Adalbert Schehr

DV-Leiter, Kunststoffwerk F. Kutterer, Karlsruhe (IBM /34, RPG ll)

Um bei den heutigen DV- und Software-Kosten zeit- und kostengerechte Lösungen anzubieten, ist es unumgänglich, den direkten Weg von der DV-Organisation zur Fachabteilung zu suchen. Es ist eine Tatsache, daß die Problematik der verschiedenen Aufgaben nur durch eine gute Kooperation zwischen DV- und Fachabteilung zu lösen ist. Da der überwiegende Teil der Arbeit aus Puzzleaufgaben besteht, muß eine optimale Mitarbeit der einzelnen Fachabteilungen vorausgesetzt werden. Eine Aufgabe, die in der Praxis immer wieder auftaucht, ist die Mitarbeiter der Abteilungen zur Mitarbeit zu motivieren.

Es ist bekannt, wie Nicht-DV-Leute über Computerisierung denken. Die Angst um den Arbeitsplatz steht dabei immer noch im Vordergrund, obwohl diese Angst meiner Meinung nach zum größten Teil unbegründet ist. Wird jedoch das Interesse der Mitarbeiter für die DV geweckt, und haben diese etwas mit Operating an ihrem Arbeitsplatz zu tun, kommt die Resonanz ganz von selbst. Wenn die Probleme zwischen DV- und Fachabteilung theoretisch geklärt sind, erhält der Programmierer von der DV-Abteilung seine Anweisung. Sollten danach noch Detailfragen offen sein werden diese zwischen DV-Leitung und Programmierer geklärt.

Spannungen können dadurch auftreten, daß den Mitarbeitern der Fachabteilung mehr oder weniger das Wissen über DV fehlt und sie nicht zu verwirklichende Dinge verlangen. Die DV-Abteilung muß dann der Fachabteilung klar machen, daß nicht alle Vorstellungen in die Praxis umgesetzt werden können. Daß hier des öfteren unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen, ist klar. Da hat zum Beispiel die Abteilung Einkauf bestimmte Wünsche, die sie durchsetzen möchte. Daß diese in der Praxis nicht durchführbar sind, erfährt die Abteilung vom Programmierer und von mir. Nun müssen wir uns eine Lösung überlegen, wie man das Problem in den Griff bekommt. Aber diese Schwierigkeiten sollten sich durch gute Zusammenarbeit überwinden lassen.

Wolfgang Rumpf

Leiter DV-Org., Osram GmbH, München (Siemens 4004, 7.541, 7.738,

BS 1000,2000)

Bei uns gibt es keine offiziel- Verhaltensregeln zwischen DV-Abteilung und Fachabteilungen. Die Schwierigkeiten, die es zwischen den Abteilungen gelegentlich gibt, versuchen wir durch die folgenden Maßnahmen abzubauen. Wir bilden sogenannte DV-Verbindungsleute aus und schulen sie. Durch diese Schulung erhalten die Mitarbeiter der Fachabteilungen Kenntnisse von der DV.

Auf der anderen Seite sind die Mitarbeiter der DV-Abteilung nicht reine Programmierer, sondern das sind Leute, die auch Fachkenntnisse besitzen. Sie haben im Grunde zwei Berufe: Sie verfügen über Kenntnisse in dem Fach, für das sie organisatorisch tätig sind und programmieren. So werden auf beiden Seiten Vorurteile gegen den Anderen abgebaut, weil man jetzt die Probleme der anderen Abteilung besser kennt.

Dadurch verhalten wir uns im Grunde wie ein Kaufmann, der- Waren anzubieten hat. Eine Versuchung spielt hier eine Rolle. Der Kaufmann ist in diesem Falle ein Monopolist, das heißt der Kunde hat nicht die Auswahl, auch zu anderen gehen zu können, sondern er hat sich an die DV des Hauses zu wenden. Diese Situation kann dazu verführen, daß in der DV-Abteilung nicht immer mit dem notwendigen Engagement Gründlichkeit und Sorgfalt gearbeitet wird, so wie die Fachabteilung es vorschreibt. Daß dann Probleme auftreten und auch Anschuldigungen laut werden, daß Termine nicht gehalten würden und so weiter, ist aber meiner Meinung nach nicht nur ein DV-/ Fachabteilungsproblem. Reibungsflächen dieser Art sind zwischen vielen Abteilungen eines Unternehmens zu finden.

Ich sehe als wichtigste Verhaltensregel, daß auf beiden Seiten - nämlich DV-Abteilung und Fachabteilung - Mitarbeiter geschult werden, daß es DV-Verbindungsleute gibt und die DV-Leute auch Fachkenntnisse besitzen. Man muß immer wieder versuchen, ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufzubauen und zu erhalten. Wenn es sich allerdings um ein persönliches Problem handelt, das heißt, wenn sich zwei Mitarbeiter verschiedener Abteilungen nicht verstehen, dann sollte man ihnen kein gemeinsames Projekt anvertrauen. Hier mit Verhaltensregeln oder mit Vorschriften zu arbeiten, kann auf keinen Fall zu einer guten Zusammenarbeit führen.