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01.06.2001 - 

E-Learning/Zürich Schweiz setzt auf umfassende Lern- und Informationsplattform

DV- und Fortbildungsprofis kooperieren

Um das Know-how der Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten, hat Zürich Schweiz die Lern- und Informationsplattform "Focus Point" eingeführt. 7000 Anwender können hier Entwicklungsmaßnahmen abrufen und Wissen austauschen. Von Sebastian Pauls*

Elektronisches Lernen ist für den Versicherer und Finanzdienstleister Zürich Schweiz alles andere als Neuland. Bereits seit 1997 setzt das Unternehmen erfolgreich Computer-based Trainings (CBTs) ein, beispielsweise für die Ausbildung von PC-Anwendern. 2000 kam ein Online-Testsystem hinzu, mit dem sich die Zulassung zu Präsenzseminaren, Workshops und anderen Lehrveranstaltungen überprüfen und das Vorwissen der Teilnehmenden ermitteln lässt.

Die Angebote zur Aus- und Weiterbildung bei der Zürich Schweiz werden zentral von der Abteilung für Fähigkeitsentwicklung entworfen und den einzelnen Strategischen Geschäftseinheiten (SGEs) bereitgestellt. Neben den CBTs gibt es gedruckte Lernunterlagen, Web-based Trainings (WBTs), Präsenzseminare oder Workshops. Über die Angebote der Fähigkeitsentwicklung hinaus erstellen die Geschäftseinheiten eigene Lernmedien.

Unübersichtliches AngebotBisher war es deshalb sowohl für die Ausbildungsverantwortlichen als auch für die Mitarbeiter schwierig, den Überblick über das vielfältige Angebot des Unternehmens zu behalten. Selbst die Tatsache, dass alle Entwicklungsmaßnahmen seit 1999 im Intranet der Zürich Schweiz zur Verfügung stehen, half hier nur teilweise weiter. Der Grund: Sie waren nicht zentral, sondern auf den Intranet-Seiten der einzelnen Geschäftseinheiten oder aber der Fähigkeitsentwicklung abgelegt. Für die Anwender präsentierte sich das umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebot des Unternehmens mitunter wie ein Warenhaus bei Stromausfall: Alles war vorhanden, man wusste nur nicht immer genau, wo.

Abhilfe versprachen sich die Verantwortlichen von einer zentralen Lern- und Informationsplattform. Die neue Lösung sollte nicht nur alle Lernmedien gemeinsam verwalten und als zentraler Informationspool des Unternehmens fungieren, sondern darüber hinaus den gesamten Personalentwicklungsprozess der Zürich Schweiz unterstützen. Vier Aufgaben musste das System in Zukunft erfüllen: Ermittlung, Planung und Durchführung von Entwicklungsmaßnahmen sowie das Controlling. Mit Hilfe des Tools "Skill-Management" sollte sichergestellt werden, dass bei den Mitarbeitern die strategisch richtigen Weiterbildungsmaßnahmen im richtigen Moment erfolgen.

Überschaubarkeit des Lernangebots war ein weiterer Anspruch des Unternehmens an die neue Lösung: Mitarbeiter sowie Ausbildungsverantwortliche sollten sich leicht im vielfältigen Angebot zurechtfinden können - eine wichtige Voraussetzung für die intensive, zielgerichtete Nutzung der Lernplattform.

Darüber hinaus sollten sich die Mitarbeiter der Zürich Schweiz besser austauschen können. Eine weitere Anforderung bestand darin, die komplette Verwaltung von Entwicklungsmaßnahmen und deren Durchführung über die Plattform abwickeln zu können - und zwar von der Bestellung von CBTs über das Starten von WBTs bis zur Organisation von Seminaren.

Manöverkritik hilft, Fehler zu vermeidenDie Seminare sollten nicht nur in der Plattform angeboten werden, sondern man wollte den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich online für Veranstaltungen anzumelden. Nach Abschluss einer Entwicklungsmaßnahme sind sowohl qualitative als auch quantitative Evaluierungen notwendig. Mittels eines Lerncontrollings müssen die Führungskräfte feststellen können, ob die Maßnahme das gewünschte Resultat gebracht hat, wenn nicht, warum, und wie sich ein solcher Misserfolg in Zukunft vermeiden lässt. Last but not least ist wichtig zu erfahren, wie viele Mitarbeiter ein Seminar besuchen oder ein WBT aufgerufen haben und welche Kosten dabei angefallen sind.

Um den Grundstein für eine erfolgreiche Lernplattform zu legen, ließen sich die Verantwortlichen der Zürich Schweiz mit der Evaluation und den vorbereitenden Planungen bewusst Zeit - etwa ein Jahr. Die definitive Entscheidung zur Entwicklung einer neuen Lernplattform mit dem Namen "Focus Point" fiel im Oktober 2000. Das Unternehmen prüfte die Vorschläge mehrerer Anbieter und entschied sich schließlich für eine Lösung auf Basis des "Information and Learning Framework" (ILF) von Trilog. Ausschlaggebend für den Zuschlag war dabei die Vielseitigkeit der Lernplattform sowie die Offenheit der Lösung von Trilog: ILF verfügt über Schnittstellen zu allen wichtigen Datenbanksystemen und ist damit im höchsten Maße ausbaufähig und flexibel.

Gemeinsam mit den Experten von Trilog installierte die Zürich Schweiz das Herzstück von Focus Point, den Media Pool, in dem alle Aus- und Weiterbildungsangebote zusammengefasst werden. Über den Media Pool haben die Mitarbeiter Zugriff auf die Lern- und Informationsmedien des Unternehmens. Der Media Pool ist seit Ende März im produktiven Einsatz. Bis heute werden im Focus Point 2000 verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Deren Zahl wird in den nächsten Jahren auf ein Vielfaches steigen. Die neue E-Learning- und Verwaltungsplattform des Schweizer Versicherers und Finanzdienstleisters ist modular aufgebaut. Focus Point ist kein statisches Gebilde, das auf einen Schlag implementiert wurde und nun für die nächsten Jahre unverändert benutzt wird. Die Plattform wird kontinuierlich erweitert und zu einem unternehmensweiten Lern- und Informations-Management-System ausgebaut, das den gesamten Personalentwicklungsprozess unterstützt.

Soll- mit Ist-Werten vergleichenAls Nächstes ist geplant, ein Skill-Management-Modul einzuführen, mit dem sich bestimmte Fähigkeiten der Mitarbeiter mit SollWerten vergleichen lassen. Durch die Verknüpfung des Skill-Management mit dem Media Pool wird es schließlich möglich sein, erforderliche Entwicklungsmaßnahmen automatisch vom System ermitteln zu lassen. Über das Modul "Veranstaltungscenter" soll in Zukunft die gesamte Administration von Seminaren, Workshops und anderen Präsenzveranstaltungen abgewickelt werden können. Ein Controllingmodul, mit dem sich der didaktische und betriebswirtschaftliche Erfolg des Lernens messen und analysieren lässt, wird die Lösung ergänzen. Damit wird Focus Point im Endausbau alle Weiterbildungsmaßnahmen bei der Zürich Schweiz in einem einheitlichen Portal zusammenfassen - die zentrale Informationsquelle für Lernende und Trainer.

Grundsätzlich standen bei der Einführung von Focus Point didaktische Aspekte im Vordergrund. Dabei ging es um die Optimierung der Verwaltung des Lernangebots. Das damit verbundene finanzielle Einsparpotenzial war zwar bei der Entscheidung für die Plattform zweitrangig, ist aber alles andere als unerheblich. Das Unternehmen rechnet bereits nach einem Jahr Betrieb mit einer Kostenamortisation. Eine klassische Win-Win-Situation: erfolgreiches Lernen für die Mitarbeiter und Entlastung des Budgets.

Die Resonanz gibt den Ausbildungsverantwortlichen bei der Zürich Recht: Focus Point stößt bei allen mit Entwicklung und Ausbildung betrauten Personen auf positives Echo. Das liegt nicht zuletzt an der umfangreichen Dokumentation und an vielfältigen Hilfesystemen, mit denen sich auch die Mitarbeiter in die neue Lösung einarbeiten können. Grundsätzlich ist die Lernplattform selbsterklärend, so dass keine speziellen Schulungen erforderlich sind. Die Mitarbeiter können sich jedoch mit technischen und fachlichen Fragen stets an die verantwortlichen Stellen wenden, so dass der persönliche Kontakt zwischen Lernenden und Lehrenden mit dem neuen System keineswegs abreißt. Im Gegenteil: Entlastung der Trainer auf der einen Seite bedeutet mehr Zeit für die individuellen Belange der Lernenden auf der anderen. Die Einführung wird von ausführlichen Benutzerhandbüchern und einer detaillierten Online-Hilfe begleitet. Darüber hinaus erläutert ein Welcome Kit Nutzen, Zweck und Bedienung des Systems beim ersten Starten.

Bei der Entwicklung einer Lernplattform kommen zwei Unternehmensbereiche miteinander in Berührung, die bisher wenig miteinander zu tun hatten: die Weiterbildungsspezialisten und die DV-Abteilung. Bei Focus Point arbeiteten diese Stellen von Beginn an konstruktiv und erfolgreich zusammen. Nur so war eine Lösung gewährleistet, die sowohl unter didaktischen als auch unter technischen Gesichtspunkten voll und ganz überzeugt. Hilfreich war hier auch die IT-Erfahrung der Trilog-Experten.

Wenn heute ein Mitarbeiter der Zürich Schweiz beispielsweise eine Weiterbildung im Bereich Lebensversicherung absolvieren soll oder will, loggt er sich einfach unter seinem Namen im Focus Point ein und findet dort das gesamte bestehende Angebot zu diesem Thema. In Zukunft wird es zudem möglich sein, allen Mitarbeitern aufgrund des mit Skill-Management erstellten Profils genau den Medienmix anzubieten, der ihren individuellen Ausbildungszielen am besten entspricht.

Stetige WeiterentwicklungSo kann ein WBT darüber informieren, welche Vorteile Lebensversicherungen gegenüber anderen Modellen der Altersversorge aufweisen. Wenn es um verhaltensorientiertes Verkaufstraining geht, kommt eher eine Präsenzveranstaltung in Frage, denn hier ist der persönliche Kontakt zwischen Trainer und Lernenden enorm wichtig. Derzeit arbeiten zu Spitzenzeiten bis zu sechs Mitarbeiter zu 100 Prozent an der Weiterentwicklung von Focus Point - denn wirklich fertig wird so ein Lernportal nie. Neue Lerninhalte, neue Abteilungen, neue Unternehmensstrukturen erfordern die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems.

*Sebastian Pauls ist freier Journalist in München.

Zentrales LernsystemFocus Point basiert auf Oracle-Datenbanken und verfügt über verschiedene ILF-Schnittstellen zu anderen Datenbanksystemen, so dass sich die Plattform problemlos an neue Systemumgebungen anpassen lässt. Die Medien liegen auf einem speziellen Medienserver und lassen sich über das Focus-Point-Frontend via Browser aufrufen. Neben den Lern- und Informationsmedien bindet Focus Point auch die Benutzerdaten aus der Personaladministration ein, die bei der Zürich Schweiz in SAP HR verwaltet werden. So bündelt die Plattform alle relevanten Daten in einem zentralen System. Die Anwender greifen über den Internet Explorer 5.5 unter MS Windows NT auf Focus Point zu.